- Laut den neuesten Statistiken der Londoner Börsengruppe (LSEG) und der Schifffahrtsdatenagentur Kpler haben zwei große Supertanker (VLCC) und ein Flüssigerdgas (LNG)-Transportschiff das Hormus-Gebiet mit ausgeschaltetem automatischen Identifikationssystem (AIS) verlassen und sind auf dem Weg zu den zentralen Abnehmern in Asien wie China und Indien.
- Tracking-Daten zeigen, dass die betreffenden offline fahrenden Schiffe Millionen Barrel Rohöl, Naphtha und wichtige saubere Energien transportieren. Obwohl in diesem Monat bereits vereinzelt Tanker den Hafen verlassen haben, bleibt die Transportkapazität für Rohöl und Erdgas in der Golfregion aufgrund geopolitischer Einschränkungen relativ niedrig.
- Historische Daten zeigen, dass die tägliche Schiffsverkehrsmenge in der Meerenge von über hundert Schiffen auf ein deutlich niedrigeres Niveau gesunken ist. Zehntausende von Seeleuten und Hunderte von Energietransportschiffen sind derzeit im Persischen Golf in einer abwartenden Position, während der Markt die Veränderungen der Grenzkosten für die Umstrukturierung der Transportrouten bewertet.
Eingeschränkter Verkehr an zentralen Knotenpunkten führt zu Offline-Navigation
Laut Angaben von Schifffahrts-Tracking-Agenturen wurden Anfang dieser Woche erneut ungewöhnliche Navigationsaktivitäten in der strategisch wichtigen Hormusstraße verzeichnet. Zwei Supertanker und ein Flüssigerdgasschiff entschieden sich, die politisch hochsensible Meerenge mit ausgeschaltetem Schiffsantwortsystem zu durchqueren. Marktanalysten weisen darauf hin, dass aufgrund der geopolitischen Entwicklungen in der Region die Sicherheitsprämien steigen, was einige Schiffseigner dazu veranlasst, verdeckte Navigationsstrategien zu wählen, um potenzielle Risiken zu vermeiden. Daten zeigen, dass vor der Eskalation der aktuellen Situation die tägliche Schiffsverkehrsmenge in der Region normalerweise zwischen 125 und 140 Schiffen lag. Derzeit wird die gesamte Durchsatzeffizienz neu bewertet, während im Persischen Golf etwa 20.000 Seeleute auf Hunderten von Frachtschiffen festsitzen, was auf ein stark belastetes Logistiksystem in der Lieferkette hinweist.
Wichtige Transportkapazitäten für asiatische Raffinerien sind unterwegs
Unter den offline abfahrenden Schiffen machen die nach China transportierten Energieanlagen einen bedeutenden Anteil aus. Der von AET Tankers verwaltete Supertanker Eagle Veracruz, der etwa 2 Millionen Barrel saudisches Rohöl geladen hat, ist derzeit auf dem Weg zum Hafen von Quanzhou in der Provinz Fujian, China, und wird voraussichtlich am 16. Juni die Raffinerieanlagen der Sinochem-Gruppe erreichen. Darüber hinaus hat der von der China COSCO Shipping Group (601919:SH) betriebene und unter chinesischer Flagge fahrende Tanker Hualinwan am Mittwoch die Meerenge verlassen. Das Schiff transportiert kuwaitisches Naphtha und wird voraussichtlich am 12. Juni den Hafen von Huizhou in Guangdong erreichen. Ein weiterer wichtiger asiatischer Abnehmer, Indien, erhält ebenfalls entsprechende Transportkapazitäten. Der von Vitol Energy gecharterte Supertanker Nissos Keros, der Rohöl aus den Vereinigten Arabischen Emiraten transportiert, wird voraussichtlich am 3. Juni die Raffineriebasis der Hindustan Petroleum Corporation (HINDPETRO:IN) in Visakhapatnam erreichen.
Wiederauftauchende LNG-Transportwege spiegeln robuste Nachfrage wider
Neben schweren Rohölgütern erfolgt auch der Transport von hochwertigen sauberen Energien diskret. Das von der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) verwaltete Flüssigerdgas-Transportschiff Umm Al Ashtan war für eine gewisse Zeit im Schiffs-Tracking-System technisch unsichtbar. Das Schiff fuhr zuvor am 1. Mai leer in die Nähe der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate und schaltete das Antwortsignal aus, bis es am 27. Mai nach dem Beladen auf der Insel Das wieder im Überwachungsnetz erschien. Derzeit befindet sich das Schiff in der Nähe der Küste von Oman und fährt weiter nach Osten, mit dem Ziel eines Entladeterminals in Indien. Branchenexperten sind der Meinung, dass trotz der komplexen Transportumgebung die starke Energienachfrage von Nahost nach Asien die Transportunternehmen zwingt, durch präzise Operationen den festgelegten Lieferplan einzuhalten.
Geopolitische Risikoprämien und Neupreisvariablen über verschiedene Vermögenswerte hinweg
Die globalen Energiemärkte und Makromärkte beobachten aufmerksam die Verkehrsunterbrechungen in der Hormusstraße. Sollte dieser zentrale Schifffahrtsweg langfristig eingeschränkte Transportmengen oder eine Normalisierung der verdeckten Navigation verzeichnen, könnten die Risikoprämien für internationale Rohöl- und Erdgas-Benchmarkpreise systematisch neu bewertet werden. Wenn die Seetransportversicherungsprämien weiter steigen, wird dies nicht nur die Anlandekosten für raffinierte Produkte in der Zukunft erhöhen, sondern könnte auch durch Handelsüberschüsse und Inflationsübertragungswege die Geldpolitik der wichtigsten asiatischen Importländer potenziell unter Druck setzen. Sollte die Kerninflation aufgrund von Lieferkettenstörungen wieder ansteigen, könnten die Preisanker der Zentralbanken der wichtigsten Volkswirtschaften neu gesetzt werden. Die derzeitigen Managementeinheiten wie die Sinochem-Gruppe, Vitol Energy und die Abu Dhabi National Oil Company haben sich dazu relativ zurückhaltend geäußert und keine sofortigen Kommentare zu den Offline-Details abgegeben.