- Der Vorsitzende der US-Notenbank (Fed), Kevin Warsh, hat Daniel Covitz, stellvertretender Direktor der Abteilung für Forschung und Statistik, und Eric Engstrom, stellvertretender Direktor der Abteilung für Währungsangelegenheiten, offiziell zu Beratern seines Mitarbeiterstabs ernannt. Dieser Schritt markiert eine bedeutende personelle Umstrukturierung im Kernteam der Fed.
- Die beiden ernannten erfahrenen Ökonomen der Fed haben kürzlich eine kritische Studie über vorausschauende Leitlinieninstrumente veröffentlicht, die die Ankereffekte der Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen (SEP) auf die Erwartungen des privaten Sektors quantifiziert und die Gründe untersucht, warum die Renditen von US-Staatsanleihen trotz der Senkung der kurzfristigen Leitzinsen durch die Fed in den Jahren 2024 und 2025 hoch bleiben.
- Warsh hat außerdem Paul Winfree, einen ehemaligen Forscher der Heritage Foundation, und Daniel Heil vom Hoover-Institut als externe Berater auf Vertragsbasis eingestellt, um den Übergang zu unterstützen, und fünf spezielle Arbeitsgruppen eingerichtet, die sich auf die tägliche Arbeit der Fed, die Mechanismen der Politikübertragung und verschiedene Dimensionen der makroökonomischen Gesamtsituation konzentrieren.
Neubewertung der marginalen Effizienz vorausschauender Leitlinieninstrumente
Laut Engstroms jüngster Analyse hat die vierteljährlich veröffentlichte Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen anfangs die Qualität der Marktprognosen tatsächlich verbessert, sich jedoch im Laufe der Zeit zu einem starren Anker für Markterwartungen entwickelt. Dieser Ankereffekt verlangsamt die Geschwindigkeit, mit der Analysten des privaten Sektors ihre makroökonomischen Erwartungen auf der Grundlage neuer hochfrequenter Wirtschaftsdaten anpassen. Warsh hat zuvor mehrfach Kritik an Instrumenten wie dem Dot-Plot geübt und argumentiert, dass der Markt dazu neigt, diese Prognosen als starre politische Verpflichtungen der Entscheidungsträger zu interpretieren, was die Flexibilität der Politikgestaltung bei starken makroökonomischen Schwankungen erheblich einschränkt.
Das Rätsel der Abweichung der langfristigen US-Anleiherenditen und der Laufzeitprämie
In einem gemeinsam verfassten Papier von Covitz und Engstrom wird die ungewöhnliche Entwicklung der US-Staatsanleihenrenditekurve während des geldpolitischen Lockerungszyklus 2024 bis 2025 kritisch analysiert. Die Studie zeigt, dass trotz der Senkung der kurzfristigen Leitzinsen durch die Fed in diesem Zeitraum die Laufzeitprämie der langfristigen US-Anleihen aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Monetarisierung des langfristigen Haushaltsdefizits und eines Anstiegs des strukturellen Inflationsniveaus nicht nur nicht gesunken ist, sondern eine starke Widerstandsfähigkeit auf hohem Niveau zeigt. Sollte dieses Forschungsergebnis von der neuen Fed-Führung übernommen werden, könnte die zukünftige Zinspolitik neu bewertet werden müssen, um das potenzielle Produktionsniveau und den neutralen Zinssatz zu berücksichtigen.
Politische Flexibilität und zukünftige Reformpfade des Dot-Plots
Diese neue Forschungsrichtung des internen Beraterteams passt hervorragend zu Warshs Politikvorschlägen zur Neugestaltung des Kommunikationsmechanismus der Fed. Laut einer mit dem Wall Street Journal vertrauten Quelle werden die fünf neu gegründeten Arbeitsgruppen die negativen Spillover-Effekte des aktuellen geldpolitischen Rahmens bewerten. Sollte das Ergebnis der Arbeitsgruppen bestätigen, dass der Dot-Plot die Marktpreisbildung verzerrt, könnte die Fed die Veröffentlichung der Wirtschaftsprognosen schrittweise abschwächen oder ändern. Diese marginale Änderung der Politik könnte, sobald sie etabliert ist, zu einer strukturellen Anpassung der Bewertungsmodelle für den zukünftigen Zinspfad der Fed im Swap-Markt führen, und die Volatilitätsniveaus des Marktes könnten ebenfalls ansteigen.