GSR passt Core3-Modell mit veränderter Asset-Allokation an
Der Krypto-Marktmacher GSR hat jüngst sein Core3-Handelsmodell neu kalibriert. Die Bitcoin-Position sank dabei auf 16,9 % – den bislang tiefsten Stand. Parallel stieg der Anteil von Solana (SOL) auf 43,6 % und verdrängte damit Ethereum (ETH) von der größten Position im Portfolio. Das Core3-Modell basiert auf wöchentlichen Anpassungen, die das Trading-Team von GSR auf Grundlage kurzfristiger Stärkevergleiche zwischen BTC, ETH und SOL vornimmt. Es handelt sich um ein internes Modell, das keine Kundengelder abbildet.
Kurzfristige Kursstärke von Solana als Treiber
Die Umverteilung fiel zugunsten von Solana aus, das mit einem Kursanstieg von 2,98 % in der Vorwoche kurzfristig deutlich stärker performte als Bitcoin (-1,02 %) und Ethereum (-0,20 %). Ethereum rutschte dadurch auf einen Anteil von 39,5 %. Obwohl Solana auf Jahressicht mit rund 36,7 % Verlust hinter den anderen Assets zurückliegt und im letzten Jahr sogar um 60,8 % gefallen ist, bevorzugt das Modell die kurzfristige Preisdynamik, anstatt vergangene Performance in den Vordergrund zu stellen.
Unterschiedliche Volatilitäten und der Einfluss aufs Portfolio
Aktuell notiert Bitcoin bei etwa 63.513 US-Dollar und weist mit 26,82 % die geringste 30-Tage-Volatilität der drei Coins auf. Normalerweise wird eine niedrigere Volatilität als Zeichen für stabilere risikoadjustierte Renditen gewertet, was meist mit höheren Gewichtungen einhergeht. Im Gegensatz dazu hat Solana mit 48,84 % die höchste Volatilität, fast doppelt so hoch wie Bitcoin. Diese erhöhte Schwankungsbreite macht Solana zur Hauptquelle der jüngsten Wertschwankungen im Core3-Modell.
Performance des Core3-Modells hinter ausgewogenem Portfolio
Trotz der erhöhten Solana-Gewichtung lag die Jahresrendite des Core3-Portfolios mit minus 70,28 % unter der performancegewichteten Dreier-Kombination mit gleichgewichteten Anteilen (minus 63,44 %). Auch 2023 bisher erreichten die Renditen minus 35,58 % gegenüber minus 32,22 % im gleichgewichteten Vergleich. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine stärkere Fokussierung auf kurzfristige Trends die Volatilität erhöht, jedoch bislang keine besseren Gesamterträge brachte. Ob Core3 seine Differenz gegenüber einem einfachen Index künftig verringert oder vergrößert, hängt wesentlich von der anhaltenden Kursentwicklung von Solana ab.
Insgesamt zeigt die Anpassung des Core3-Handelsmodells, dass GSR aktuell verstärkt auf kurzfristige Marktsignale setzt und bevorzugt volatile, aber kurzfristig positive Assets wie Solana behandelt – auf Kosten traditionell stabilerer Anlagen wie Bitcoin. Diese Strategie verdeutlicht eine Marktbewegung hin zu flexibleren Risiko-Rendite-Abwägungen bei digitalen Vermögenswerten, wobei langfristige Verluste und volatile Kursverläufe von Solana weiterhin eine wichtige Beobachtungsgröße bleiben.