Norwegischer Staatsfonds hält erstmals Aktien an SpaceX
Der Norwegische Staatsfonds (NBIM), der weltweit größte seiner Art, hat erstmals öffentlich gemacht, dass er Anteile an der US-Raumfahrtfirma SpaceX besitzt. Die Beteiligung beläuft sich auf rund 0,05 % des Unternehmenswertes, was einem Marktwert von mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar entspricht. Bislang waren solche Bestände nicht bekannt und verdeutlichen das anhaltende Interesse des Fonds an privaten Raumfahrtunternehmen.
Halbjahresrekord dank starker Performance asiatischer Halbleiteraktien
Im ersten Halbjahr 2026 erzielte der Fonds eine Rendite von 9,4 % auf seine Investitionen und steigerte sein Vermögen auf 22.683 Milliarden Norwegische Kronen (rund 2,3 Billionen US-Dollar), ein historischer Höchststand. Aktien trugen mit einer Rendite von 13 %, festverzinsliche Anlagen hingegen nur mit 0,9 % bei. Der Anteil der Aktien im Portfolio stieg auf 72,1 %.
Ein wesentlicher Performance-Treiber waren Kursanstiege bei führenden asiatischen Chipherstellern wie Samsung Electronics, SK Hynix (an der NYSE gelistet), TSMC, dem niederländischen Unternehmen ASML sowie Intel und Nvidia. Insbesondere Nvidia stellt mit einem Anteil von etwa 1,3 % im Portfolio des Fonds und einem Wert von 61,8 Milliarden US-Dollar die bedeutendste Einzelposition dar.
Widersprüche im Engagement bei Elon Musks Unternehmen
Neben SpaceX hält der Fonds auch rund 1 % der Tesla-Aktien, dessen CEO Elon Musk ist; der Wert dieser Beteiligung liegt bei etwa 15,7 Milliarden US-Dollar. NBIM hatte in den Jahren 2024 und 2025 zweimal gegen die Vergütungspakete von Musk bei Tesla gestimmt, unter anderem wegen Bedenken hinsichtlich Aktienverwässerung und Risiken durch die Konzentration auf eine Schlüsselperson. Dieses kritische Votum stieß bei Musk auf Widerstand.
Trotz dieser Differenzen hat der Fonds seine Positionen in beiden Unternehmen beibehalten. Trond Gran, stellvertretender CEO von NBIM, erläuterte, dass viele Beteiligungen passiv durch Indexnachbildungen entstehen. Die Beteiligung an SpaceX sei daher nicht unbedingt eine bewusste Investition, sondern eine Folge der Indexanpassungen.
Volatile SpaceX-Aktie seit Börsengang
Seit dem Börsengang im Juni 2026 schwankte der SpaceX-Aktienkurs deutlich: Er stieg von einem Ausgabepreis von 135 US-Dollar zwischenzeitlich auf knapp 225 US-Dollar, fiel dann aber bis Ende Juli auf unter 107 US-Dollar zurück. Kürzlich erholte sich der Kurs auf etwa 148 US-Dollar, nahe dem Ausgabekurs. Auch andere Großinvestoren wie der Pensionsfonds der Ontario-Lehrkräfte erlebten ähnliche Schwankungen.
CEO Nicolai Tangen zeigte sich gelassen und betonte, dass der Fonds mit über 7.000 Einzelwerten ein breit gestreutes Portfolio verwalte, das täglich Marktschwankungen ausgesetzt sei. Er hatte zuvor vor möglichen erheblichen Verlusten im aktuellen Marktumfeld gewarnt.
Indirekte Auswirkungen auf Kryptowährungsinvestments
Obwohl NBIM keine direkten Bitcoin-Bestände hält, nahm die indirekte Krypto-Exponierung durch Aktienbeteiligungen in den Jahren 2024 bis 2025 um 83 % zu. Die Strategie, große Indexaktien passiv zu halten, führt zu einer unweigerlichen Risikobündelung, die Einfluss auf Preisbewegungen in anderen Marktsegmenten hat.
Zusammengefasst zeigt die erstmals bekannt gewordene SpaceX-Beteiligung des norwegischen Staatsfonds dessen wachsende Präsenz im Raumfahrtsektor. Gleichzeitig unterstreichen die Größe und Anlagepolitik des Fonds seine bedeutende Rolle bei der Risikoübertragung und Volatilitätsdynamik an den Kapitalmärkten. Die weiterhin bestehenden Governance-Differenzen und die Kursentwicklung bei Musk-geführten Unternehmen dürften den Fonds und seine Investmentstrategien nachhaltig beschäftigen.