- Die geopolitische Lage im Nahen Osten eskaliert erneut und führt zu Turbulenzen in den Energie- und Technologiesektoren. Die USA haben eine neue Runde von Luftangriffen auf den Iran durchgeführt, und der Iran hat die Sperrung der Straße von Hormus angekündigt, was zu einem Anstieg des Rohölpreises um mehr als 1 Dollar pro Barrel führte. Der MSCI-Index für asiatische Schwellenländeraktien fiel um 0,8 Prozentpunkte.
- Die großen asiatischen Halbleiterhersteller stehen unter Druck durch Bewertungsanpassungen. Der taiwanesische Aktienmarkt fiel insgesamt um 2,3 Prozentpunkte, TSMC um 1,1 Prozentpunkte, und sowohl Samsung Electronics als auch SK Hynix verzeichneten während des Handels Rückgänge von über 2 Prozentpunkten, was die Flucht in sichere Anlagen bei hoch bewerteten Technologieaktien widerspiegelt.
- Auf dem Devisenmarkt stehen die Währungen der asiatischen Schwellenländer allgemein unter Druck. Der indonesische Rupiah schwächte sich gegenüber dem US-Dollar auf 17.970 ab und gab damit einen Teil der zuvor durch die unkonventionelle Zinserhöhung der indonesischen Zentralbank erzielten Gewinne wieder ab. Auch der südkoreanische Won, der neue Taiwan-Dollar und die indische Rupie fielen gegenüber dem US-Dollar in unterschiedlichem Maße.
Verschlechterung der geopolitischen Lage treibt Energiekosten in die Höhe
Die Sicherheitslage im Nahen Osten hat sich durch die neue Runde von US-Luftangriffen auf mehrere Ziele im Iran erheblich verschlechtert. Als Gegenmaßnahme kündigte der Iran die Sperrung der internationalen Öltransportroute Straße von Hormus an. Diese jüngste Entwicklung des geopolitischen Konflikts übertrug sich schnell auf den Rohstoffmarkt und trieb den internationalen Rohölpreis um mehr als 1 Dollar pro Barrel in die Höhe. Das gestiegene Risiko von Unterbrechungen der Energieversorgung erhöht nicht nur die Unsicherheit der globalen Inflationserwartungen, sondern stellt auch eine doppelte Belastung für die asiatischen Schwellenmärkte dar, die stark von Energieimporten abhängig sind. Der Trend zur Flucht in sichere Anlagen hat sich kurzfristig deutlich verstärkt.
Kerntechnologieaktien erleben Bewertungsanpassungen
Die rapide Zunahme der geopolitischen Risiken hat sich schnell auf die globale Halbleiter- und KI-Industriekette ausgewirkt. Nach einem zuvor starken Anstieg sind asiatische Kerntechnologieaktien von Gewinnmitnahmen betroffen. Der taiwanesische TAIEX fiel insgesamt um 2,3 Prozentpunkte, wobei der Aktienkurs des Chip-Herstellers TSMC (2330:TW) um 1,1 Prozentpunkte sank. Der südkoreanische KOSPI (KS) fiel zu Handelsbeginn um 4,4 Prozentpunkte, bevor er sich auf etwa 0,3 Prozentpunkte erholte. Die führenden koreanischen Technologieunternehmen Samsung Electronics (005930:KS) und der Speicherchip-Hersteller SK Hynix (000660:KS) verzeichneten Rückgänge von über 2 Prozentpunkten, was die Anfälligkeit des hoch bewerteten Technologiesektors angesichts der makroökonomischen Unsicherheiten zeigt.
Regionale Währungsanlagen allgemein unter Druck
Auf dem Devisenmarkt schwächten sich die Währungen der asiatischen Schwellenländer im Zuge der vorübergehenden Stärke des US-Dollar-Index allgemein ab. Der indonesische Rupiah fiel auf ein Niveau von 17.970 Rupiah gegenüber dem US-Dollar. Zuvor hatte die indonesische Zentralbank (BI) unkonventionelle Zinserhöhungen vorgenommen, die die Aktien der großen Banken zwei Tage in Folge steigen ließen und den indonesischen Jakarta Composite Index (COMPOSITE) um insgesamt 10 Prozentpunkte ansteigen ließen. Doch durch die jüngste geopolitische Erschütterung fiel der indonesische Aktienmarkt um 1,5 Prozentpunkte und beendete die vorherige Erholungsphase. Gleichzeitig fiel der südkoreanische Won auf 1.526 Won gegenüber dem US-Dollar, blieb jedoch im Wochenverlauf insgesamt im Aufwärtstrend; der neue Taiwan-Dollar fiel auf 31,702 gegenüber dem US-Dollar, und die indische Rupie fiel auf 95,63 gegenüber dem US-Dollar.
Marktschwäche zeigt sich, Reaktionen werden allmählich gedämpfter
Obwohl der geopolitische Konflikt kurzfristig zu Schwankungen der Vermögenspreise geführt hat, betonen mehrere Marktanalysten, dass die Anlegerstimmung nicht in Panik geraten ist. Lloyd Chan, Senior Currency Analyst für Asien bei der Mitsubishi UFJ Financial Group (MUFG) Global Market Research, erklärte, dass die leichten Rückgänge der wichtigsten asiatischen Aktienindizes und Wechselkurse darauf hindeuten, dass die Investoren nach den heftigen Schwankungen zu Beginn der Woche eine gewisse Ermüdung gegenüber den anhaltenden geopolitischen Veränderungen zeigen. Die marginale Reaktion des Marktes auf negative Schocks wird allmählich gedämpfter. Sollte sich die Lage im Nahen Osten nicht weiter verschärfen, könnte sich der Marktpreisbildungsmechanismus wieder auf die Fundamentaldaten der einzelnen Länder konzentrieren. Sollte der Kerninflationsdruck aufgrund steigender Ölpreise wieder anziehen, könnten die geldpolitischen Wege der wichtigsten Volkswirtschaften einer Neubewertung unterzogen werden.