Riot Platforms verkauft Bitcoin, um den Ausbau seiner KI-Rechenzentren zu finanzieren. Zugleich hat der designierte Gouverneur von Texas angekündigt, Genehmigungen für Rechenzentren auszusetzen. Wie sich der Vorstoß auf Riots Projekte und den Zeitplan auswirken könnte, ist noch offen – und damit auch, wie schnell der Wandel von Bitcoin-Mining zu KI-Infrastruktur vorankommt.
Riot reduziert Bitcoin-Bestand um rund 79 Prozent
Riots Bitcoin-Bestand sank von 11.380 im Juni auf 2.418 am 30. September. Das entspricht einem Rückgang um rund 79 Prozent innerhalb von drei Monaten. Aus den Ergebnissen für das dritte Quartal geht hervor, dass das Unternehmen von Januar bis September 20.264 Bitcoin verkaufte und damit rund 1,5 Milliarden US-Dollar erzielte. Die Erlöse flossen vor allem in den Bau von Rechenzentren.
Im selben Zeitraum schürfte Riot 1.637 Bitcoin. Aus der Veränderung des Bestands zwischen Periodenbeginn und -ende ergibt sich, dass das Unternehmen allein im dritten Quartal schätzungsweise 10.600 Bitcoin verkaufte. Damit finanzierte Riot seine Baupläne und verlagerte zugleich einen Teil seiner Vermögenswerte vom Bitcoin-Bestand hin zum Rechenzentrumsgeschäft.
KI-Mietvertrag über 28 Milliarden US-Dollar rückt Genehmigungen in den Fokus
Am Mittwoch schloss Riot einen KI-Mietvertrag im Wert von 28 Milliarden US-Dollar ab. Damit stieg der Gesamtwert der vertraglich vereinbarten KI-Mieteinnahmen auf 38 Milliarden US-Dollar. Der Abschluss unterstreicht Riots Ausbaupläne für sein KI-Rechenzentrumsgeschäft. Gleichzeitig gewinnt die Frage an Gewicht, ob das Unternehmen in Texas Genehmigungen für weitere Vorhaben erhält.
Der designierte Gouverneur des Bundesstaats hat angekündigt, sämtliche Genehmigungen für Rechenzentren auszusetzen. Wie der Vorstoß umgesetzt werden soll, ist bislang nicht konkretisiert. Ebenfalls offen ist, ob er Riots unterzeichneten Mietvertrag, bereits laufende Bauprojekte oder bestehende Genehmigungen betreffen würde. Mögliche Folgen für Projektzeitpläne und die Vertragserfüllung lassen sich daher derzeit nicht abschätzen.
KI-Ausbau der Miner hängt auch von Baufortschritt ab
Riots Finanzierung zeigt, wie Bitcoin-Miner digitale Vermögenswerte verkaufen, um kapitalintensive Rechenzentrumsprojekte zu stemmen. Der Wechsel in das KI-Geschäft bringt zugleich neue Genehmigungs- und Umsetzungsrisiken mit sich. Für Investoren bedeutet ein unterschriebener Mietvertrag nicht, dass ein Projekt bereits fertiggestellt ist oder daraus schon Erlöse fließen. Genehmigungen und Baufortschritt bleiben entscheidende Größen für die Einschätzung des Geschäfts.
Riot hat seine Bitcoin-Bestände deutlich reduziert und einen neuen KI-Mietvertrag abgeschlossen. Dem steht der angekündigte Genehmigungsstopp für Rechenzentren in Texas gegenüber. Welche Regeln daraus folgen und ob Riots Projekte betroffen sind, ist weiterhin ungeklärt.