Bitcoin könnte weiter unter Druck bleiben, bis die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) oder Banken ihre Bilanzen ausweiten. Diese Einschätzung vertritt Arthur Hayes, Mitgründer von BitMEX und CIO von Maelstrom. Zwar ist ein Maß für die Dollarliquidität seit Jahresbeginn um 4,49 Prozent gestiegen, an Hayes’ kurzfristiger Einschätzung hat das jedoch nichts geändert.
Dollarliquidität noch unter dem Oktoberhoch
Hayes veröffentlichte seine Einschätzung am 2. November auf X und teilte dazu einen Chart des Dollarliquiditätsindikators .USDLIQ. Der Wert lag bei 32,71 Millionen. Damit notierte er 4,49 Prozent über dem Stand zu Jahresbeginn, aber rund 0,6 Prozent unter dem Oktoberhoch von 32,90 Millionen. Der Indikator hat sich somit vom Jahresanfang erholt, den vorherigen Höchststand aber noch nicht übertroffen.
„Die Dollarliquidität erholt sich“, schrieb Hayes. Bitcoin werde seiner Ansicht nach jedoch schwach bleiben, bis die Fed und/oder Banken ihre Bilanzen ausweiteten. Ein Anstieg des Liquiditätsindikators ist nicht gleichbedeutend mit einer Bilanzausweitung. Letztere bedeutet in der Regel, dass Zentralbanken oder Kreditinstitute Vermögenswerte kaufen oder Kredite vergeben und damit zusätzliche Mittel in das Finanzsystem bringen. Hayes betrachtet eine solche Ausweitung als wichtige Voraussetzung für eine stärkere Entwicklung von Bitcoin.
Hayes’ jüngste Einschätzungen und Portfolioverkäufe
Am 15. Oktober hatte Hayes Long-Positionen in Bitcoin und Ethereum empfohlen. Er verwies dabei auf die Möglichkeit eines Rettungspakets in Billionenhöhe im Anschluss an den Boom bei KI-Rechenzentren. Wenige Tage später verkaufte das Richtungsportfolio von Maelstrom Kryptowerte im Umfang von rund 22,28 Millionen US-Dollar. Das Portfolio setzt überwiegend auf Positionen, die direkt von Kursbewegungen abhängen.
Die frühere optimistische Einschätzung und der anschließende Abbau von Beständen zeigen, dass sich der zeitliche Fokus in Hayes’ jüngsten Aussagen verändert hat. In seinen aktuellen Kommentaren stehen wieder die Bilanzen der Fed und der Banken im Mittelpunkt. Aus den vorliegenden Angaben geht weder hervor, wodurch der Anstieg des Liquiditätsindikators verursacht wurde, noch wann Hayes mit einer stärkeren Entwicklung von Bitcoin rechnet.
Für Marktteilnehmer sind zwei Punkte auseinanderzuhalten: Der Indikator liegt seit Jahresbeginn im Plus, bleibt aber unter seinem Oktoberhoch. Eine Ausweitung der Bilanzen, die Hayes als Voraussetzung für einen stärkeren Bitcoin-Markt nennt, ist damit nicht belegt.