US-Vizepräsident JD Vance zufolge wechselten einige Wähler, die 2024 für Donald Trump gestimmt hatten, zu den Demokraten. Das habe dazu beigetragen, dass die Republikaner am Dienstag die Kontrolle über den Kongress verloren. Vance nannte vier Themen, die diese Wähler nach einer Umfrage zu den Republikanern zurückbringen könnten: ein Ende des Iran-Kriegs, niedrigere Lebenshaltungskosten und Inflation, eine Politik nach dem Leitbild „America First“ sowie ein verändertes Verhältnis der USA zu Israel. Mit den neuen Vorladungsbefugnissen der Demokraten könnten zudem die Kryptogeschäfte der Trump-Familie in den Fokus der Kontrolle geraten.
Iran-Krieg und Lebenshaltungskosten als zentrale Themen
In einem Beitrag schrieb Vance, ein Meinungsforscher habe ehemalige Trump-Wähler, die inzwischen die Demokraten unterstützten, gefragt, was sie zu einer Rückkehr zu den Republikanern bewegen könnte. Als vier wichtigste Antworten führte Vance ein Ende des Kriegs, eine stärkere Konzentration auf Lebenshaltungskosten und Inflation, eine Politik nach dem Prinzip „America First“ und eine Änderung der US-Beziehungen zu Israel an.
Die genannten Punkte betreffen sowohl die Außenpolitik als auch die finanzielle Belastung der Haushalte. Der Iran-Krieg und das Verhältnis zu Israel sind außenpolitische Themen; Lebenshaltungskosten und Inflation wirken sich unmittelbar auf die Ausgaben im Alltag aus. Angaben zur Stichprobengröße, zum Erhebungszeitraum oder dazu, welcher Anteil der Befragten die einzelnen Punkte nannte, wurden nicht veröffentlicht. Wie stark die vier Themen jeweils ins Gewicht fallen, bleibt daher offen.
Vance sagte außerdem, republikanische Kandidaten hätten in Florida weiterhin mit neun Prozentpunkten geführt – ähnlich wie 2024. Dieses Ergebnis unterscheidet sich vom landesweiten Ausgang der Wahl, ändert aber nichts daran, dass die Republikaner die Kontrolle über den Kongress verloren haben.
Neue Vorladungsbefugnisse rücken Krypto-Geschäfte der Trump-Familie ins Blickfeld
Mit dem Wechsel der Mehrheitsverhältnisse im Kongress erhalten die Demokraten Vorladungsbefugnisse. Unternehmen mit Verbindungen zu den Kryptogeschäften der Trump-Familie könnten zu den ersten Zielen einer genaueren Prüfung gehören. Konkrete Transaktionen oder Geschäftsbeziehungen wurden nicht genannt; auch von einer bereits eingeleiteten formellen Untersuchung war nicht die Rede. Eine mögliche Kontrolle ist daher von tatsächlich ergriffenen Maßnahmen zu unterscheiden.
Der Machtwechsel im Kongress könnte die Aktivitäten der Trump-Familie im Kryptobereich stärker in den Fokus der Abgeordneten rücken. Einzelheiten zu möglichen Untersuchungen liegen bislang nicht vor. Die von Vance genannten Gründe für den Wechsel früherer Trump-Wähler drehen sich unterdessen um den Krieg, die Inflation und die US-Außenpolitik.