CVS Health will sich im ersten Halbjahr 2028 in zwei börsennotierte Unternehmen aufteilen. Zugleich hob der US-Konzern seine Prognosen für Gewinn und Cashflow 2026 an: Im dritten Quartal stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 5,4 Prozent auf 108,4 Milliarden US-Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie legte um mehr als 30 Prozent auf 2,09 US-Dollar zu. Mit der Trennung sollen beide Unternehmen ihre Geschäfte gezielter steuern und die Kapitalverteilung stärker auf ihre jeweiligen Bereiche ausrichten. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Verwaltungsrats und üblicher Abschlussbedingungen.
Aufteilung in Gesundheitsdienste und Apothekengeschäft geplant
Das Unternehmen, das den Namen CVS Health behalten soll, würde die Krankenversicherung Aetna, den Pharmacy-Benefit-Manager Caremark, das Spezialapothekengeschäft sowie Gesundheitsdienstleistungen bündeln. Dazu gehören Oak Street Health und Signify Health. Die zweite Gesellschaft soll vorläufig CVS Pharmacy heißen und Einzelhandels- und Versandapotheken, MinuteClinic sowie die Technologieplattform Health 100 umfassen.
CEO J. David Joyner nannte in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen eine klarere geschäftliche Ausrichtung, gezieltere Kapitalallokation, mehr operative Flexibilität und eine einfachere Organisationsstruktur als Gründe für die Trennung. CVS erwartet, dass die Transaktion für US-Bundessteuerzwecke steuerfrei behandelt werden kann. Voraussetzung sind die Zustimmung des Verwaltungsrats und weitere übliche Abschlussbedingungen.
Health 100 soll nach Angaben des Managements Verbraucherangebote miteinander verbinden und den Datenaustausch zwischen den beiden Unternehmen auf Basis kommerzieller Vereinbarungen ermöglichen.
CVS erhöht Gewinn- und Cashflow-Ziele für 2026
CVS rechnet für 2026 nun mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von mindestens 8,20 US-Dollar. Zuvor hatte die Prognosespanne bei 7,90 bis 8,10 US-Dollar gelegen. Der Konzern erwartet außerdem einen Jahresumsatz von mindestens 420 Milliarden US-Dollar und einen operativen Cashflow von mindestens 15,5 Milliarden US-Dollar. In den ersten drei Quartalen summierte sich der operative Cashflow auf 15,3 Milliarden US-Dollar, davon entfielen rund 4,7 Milliarden auf das dritte Quartal.
Finanzchef Brian O. Newman sagte, CVS habe den angestrebten Verschuldungsgrad früher als geplant erreicht. Ende des dritten Quartals verfügten die Muttergesellschaft und ihre nicht beschränkten Tochtergesellschaften über 6 Milliarden US-Dollar an Barmitteln. Im vierten Quartal will CVS Aktienrückkäufe wieder aufnehmen. Im laufenden Jahr hat das Unternehmen bislang 2,6 Milliarden US-Dollar über Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet.
Der bereinigte operative Gewinn stieg im dritten Quartal in allen Geschäftsbereichen und lag insgesamt bei knapp 4,2 Milliarden US-Dollar. Im Bereich Health Care Benefits nahm er gegenüber dem Vorjahr um fast 600 Millionen auf 900 Millionen US-Dollar zu. Die Medical Benefit Ratio verbesserte sich um rund 150 Basispunkte auf 91,3 Prozent, vor allem dank einer besseren Entwicklung im Medicare-Geschäft. Newman zufolge liegen die medizinischen Kostentrends weiterhin über ihrem historischen Niveau, bewegen sich aber insgesamt im Rahmen der Erwartungen des Managements.
Apothekengeschäft wächst, Gegenwind für 2027 erwartet
Health Services erzielte einen bereinigten operativen Gewinn von 2,1 Milliarden US-Dollar, knapp 3 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Unterstützend wirkten die Einkaufsbedingungen und Veränderungen im Arzneimittelmix. Im Bereich Pharmacy and Consumer Wellness stieg der bereinigte operative Gewinn um 10,6 Prozent auf mehr als 1,6 Milliarden US-Dollar. Das Rezeptvolumen in bestehenden Filialen nahm um 3,9 Prozent zu, die Zahl der GLP-1-Verschreibungen um 23 Prozent. Insgesamt löste CVS im Quartal 481,7 Millionen Rezepte ein, auf 30-Tage-Packungen umgerechnet ein Plus von 1,3 Prozent. KI-gestützte Werkzeuge unterstützen dem Unternehmen zufolge inzwischen 85 Prozent der Rezepte in den Abläufen seiner Apotheken.
Für 2027 setzt CVS beim bereinigten Gewinn je Aktie eine Untergrenze von 8,65 US-Dollar an. Das liegt rund 13 Prozent über dem Ausgangswert für 2026. Im Bereich Health Services erwartet der Konzern einen bereinigten operativen Gewinn von mindestens 7 Milliarden US-Dollar und bezeichnet 2027 als voraussichtlichen Tiefpunkt für das Segment.
Als mögliche Belastungen nannte das Management rückläufige Umsätze im 340B-Geschäft, eine schwächere Verkaufssaison und den Verlust von Kunden bei Krankenversicherungsplänen. Sobald sich diese Veränderungen stabilisierten, solle der Gewinn des Segments wieder wachsen. Für Pharmacy and Consumer Wellness erwartet CVS ein Wachstum des bereinigten operativen Gewinns im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Aetna-Präsident Steven Nelson sagte, Medicare Advantage sei 2026 wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. 2027 wolle das Unternehmen die Margen durch disziplinierte Preisgestaltung und Anpassungen am Netzwerk weiter verbessern. Die Prämieneinnahmen aus staatlichen Programmen stiegen um 8,2 Prozent auf 28,1 Milliarden US-Dollar. Im kommerziellen Versicherungsgeschäft sanken sie dagegen um 16,9 Prozent auf 6,5 Milliarden US-Dollar, vor allem weil CVS aus dem Geschäft mit individuellen Krankenversicherungsbörsen ausgestiegen ist. Für 2027 sind 69 Prozent der Medicare-Advantage-Mitglieder in Plänen mit einer Bewertung von mindestens vier Sternen eingeschrieben.