Die Interessenvertretung Stand With Crypto (SWC) bewertet 222 Sieger bei den Wahlen zum US-Repräsentantenhaus und 19 im Senat als Unterstützer der Kryptoindustrie. Die am 4. November veröffentlichten Zahlen geben einen ersten Hinweis auf die Positionen der Kandidaten. Sie belegen jedoch weder eine feste Mehrheit für ein bestimmtes Kryptogesetz noch, wann ein Gesetz verabschiedet werden könnte.
SWC-Zahlen sind noch vorläufig
Auf der Ergebnisseite führte SWC außerdem 106 Sieger im Repräsentantenhaus und acht im Senat als Gegner der Kryptoindustrie. Zuletzt aktualisiert wurde die Übersicht am 4. November um 9 Uhr US-Ostküstenzeit. Zu diesem Zeitpunkt stand das Ergebnis in 384 der 435 Wahlkreise für das Repräsentantenhaus und in 33 der 35 Senatsrennen fest.
Nach Angaben der Organisation beruhen die Zahlen auf Wahlergebnissen von Decision Desk HQ und bleiben bis zur formellen Bestätigung vorläufig. Die Zahl der von SWC als unterstützend oder ablehnend eingestuften Sieger lag unter der Zahl der Wahlkreise und Sitze, in denen das Ergebnis bereits feststand. In der Zusammenfassung schlüsselte die Gruppe ihre Bewertungen zudem nicht nach Parteizugehörigkeit auf.
Damit handelt es sich um Einschätzungen zu einzelnen Kandidaten, nicht um eine vollständige Einordnung aller Sitze im Kongress oder eine Prognose künftiger Abstimmungen.
Kandidatenbewertungen sind kein Votum zum CLARITY Act
In Glückwünschen an Wahlsieger hob SWC mehrere Politiker mit Bezug zu Kryptogesetzen hervor. Mark Messmer, der den 8. Wahlbezirk von Indiana gewann, und Riley Moore, Sieger im 2. Wahlbezirk von West Virginia, hätten den CLARITY Act als Mitunterzeichner unterstützt. Aus den Abstimmungsunterlagen des Repräsentantenhauses geht hervor, dass beide am 17. Juli 2025 für den Gesetzentwurf stimmten.
Auch Eugene Vindman, der den 7. Wahlbezirk von Virginia gewann, habe den CLARITY Act und den GENIUS Act unterstützt, erklärte SWC. Vindman stimmte ebenfalls bei der Abstimmung im Repräsentantenhaus im Juli 2025 für den CLARITY Act. Bei Janelle Stelson, Siegerin im 10. Wahlbezirk von Pennsylvania, verwies die Organisation auf ihre geäußerte Unterstützung für beide Gesetze. Diese Beispiele geben Einblick in die Grundlage einzelner Bewertungen, lassen aber keinen Schluss auf das Abstimmungsverhalten aller von SWC eingestuften Kandidaten zu.
Das Repräsentantenhaus verabschiedete den CLARITY Act 2025 mit 294 zu 134 Stimmen. Dafür stimmten 216 Republikaner und 78 Demokraten. Das damalige Ergebnis zeigte parteiübergreifende Unterstützung in der Kammer. Die Abstimmung von 2025 und die Wahlauswertung von 2026 beziehen sich jedoch auf unterschiedliche Vorgänge und dürfen nicht als Zusage derselben Abgeordneten verstanden werden.
Streitpunkte zu Banken und Verbraucherschutz bleiben offen
Beim CLARITY Act bestehen weiterhin inhaltliche Differenzen, unter anderem zu Risiken für Banken, Prämien auf Stablecoins und zum Verbraucherschutz. Im Senat war der Gesetzentwurf zuvor an einer verfahrensrechtlichen Hürde gescheitert. Aus den Bewertungen von SWC lässt sich weder ableiten, ob diese Streitfragen inzwischen geklärt sind, noch wie viele Mitglieder des neuen Kongresses eine bestimmte Gesetzesfassung unterstützen.
Die 222 Sieger im Repräsentantenhaus und 19 im Senat spiegeln die Einschätzung einer Interessenvertretung zu den Positionen der Kandidaten gegenüber der Kryptoindustrie wider. Sie zeigen weder, ob die nötigen Stimmen für eine Verabschiedung vorhanden sind, noch geben sie einen Zeitplan vor. Für den weiteren Verlauf sind weiterhin die formelle Bestätigung der Wahlergebnisse, die Positionen der Abgeordneten zum endgültigen Gesetzestext und die Verhandlungen über Bankenregeln und Verbraucherschutz entscheidend.