Die Finanzbranche meldet eine angehobene Jahresprognose bei Plus500 und einen Cybervorfall bei japanischen Devisenbrokern. OANDA Japan hat Auszahlungen ausgesetzt. Wie hoch mögliche Verluste sind, welche Konten betroffen sein könnten und wann der Dienst wieder verfügbar ist, wurde bislang nicht mitgeteilt. Das lässt Kunden und Anleger auf weitere Informationen warten.
Plus500 erhöht Ausblick, 275 Wechsel im Management erfasst
Ein Branchenüberblick zufolge hat Plus500 den Jahresausblick angehoben. Neue Kennzahlen, das Ausmaß der Anpassung und die Gründe dafür wurden nicht genannt. Die Änderung signalisiert eine positivere Einschätzung der Geschäftsentwicklung im Gesamtjahr, erlaubt aber noch keine Rückschlüsse auf Umsatz, Gewinn oder die Handelsaktivität der Kunden.
Der Überblick erfasst außerdem 275 Wechsel in Führungspositionen bei Devisen- und CFD-Brokern, Fintech-Unternehmen und Handelsplattformen. Als Themen werden die Nachfrage nach Fachkräften im Bereich künstliche Intelligenz und Dubais Attraktivität für Branchenprofis genannt. Angaben zu einzelnen Personalien, Zielunternehmen oder regionalen Verteilungen liegen nicht vor.
Cybervorfall bei japanischen Brokern: OANDA Japan setzt Auszahlungen aus
Japanische Devisenbroker reagieren auf einen Cybervorfall. Unabhängig davon hat OANDA Japan nach einem Angriff auf seine Server Auszahlungen ausgesetzt. Wann sich der Vorfall ereignete, wie der Zugriff erfolgte, ob Kundengelder betroffen sind und wann Auszahlungen wieder möglich sein könnten, ist bislang offen. Allein die Aussetzung belegt weder, dass Kunden Verluste erlitten haben, noch dass ihre Gelder kompromittiert wurden.
Für Kunden ist zunächst entscheidend, wann sie wieder Auszahlungen vornehmen können und welche Informationen der Broker zum Vorfall veröffentlicht. Für Anbieter kann ein Cyberangriff den laufenden Betrieb beeinträchtigen. Weitere Angaben zur Kontenabwicklung, zum Zeitplan für die Wiederherstellung und zur Kundenkommunikation stehen noch aus.
FXOpen UK beantragt Lizenzaufgabe, FCA prüft Regeln für Führungskräfte
In Großbritannien hat FXOpen UK die Aufhebung seiner Lizenz beantragt. Dem Branchenüberblick zufolge schließt das Unternehmen Kundenkonten. Ein Zeitplan für die Schließungen, Einzelheiten zum Umgang mit Kundenvermögen und die noch ausstehenden Schritte im Lizenzverfahren wurden nicht genannt.
Die britische Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) prüft zudem Änderungen der Vorschriften für leitende Manager. Konkrete Regelungen, deren Anwendungsbereich und ein möglicher Termin für die Umsetzung sind bislang nicht bekannt. Fest steht lediglich, dass Änderungen erwogen werden; welche Folgen sie für die Verantwortlichkeiten von Führungskräften bei Finanzunternehmen hätten, ist noch offen.
Webull verlängert Optionshandelszeiten, FMIQ startet
Die Handelsplattform Webull hat die Handelszeiten für Optionen ausgeweitet. Der Liquiditätsanbieter Match-Prime ist zudem iSAM Securities Apex beigetreten. Weder der neue Zeitplan von Webull noch Umfang und Kundenkreis der Vereinbarung mit Match-Prime wurden näher erläutert.
Im Bereich Marktdaten hat FM Intelligence FMIQ (FM Intelligence Quantitative) gestartet. Das Tool ermöglicht Abfragen in natürlicher Sprache innerhalb des FM Intelligence Portal und umfasst sieben Datensätze: Handelsvolumen, Kapitalflüsse, Plattformen, Marktentwicklungen, Regulierung, Geldbußen und Lizenzen. Nutzer können Folgefragen stellen; die Antworten werden unabhängigen Qualitätsprüfungen unterzogen. FMIQ ist ein Nur-Lese-Werkzeug und verändert die zugrunde liegenden Daten nicht.
Die Meldungen betreffen Unternehmensausblicke, Personalwechsel, Betriebsunterbrechungen, Lizenzen, Aufsichtsregeln und den Zugang zu Marktdaten. Zu den Folgen des Cybervorfalls für Auszahlungen und zu den von der FCA erwogenen Regeländerungen liegen weiterhin keine näheren Angaben vor.