Moody’s Analytics zählt einen Einbruch am Kryptomarkt zu den wahrscheinlicheren wirtschaftlichen Schocks der kommenden 12 bis 18 Monate. Die Folgen für die Gesamtwirtschaft schätzt das Analysehaus jedoch als vergleichsweise begrenzt ein. Die Einschätzung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Märkte vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am 28. Oktober Inflation und Unsicherheit an den Finanzmärkten abwägen.
Moody’s vergleicht 27 mögliche Schocks
Moody’s Analytics, die volkswirtschaftliche Research-Einheit des Finanzdienstleisters Moody’s, hat in einer Risikomatrix die Eintrittswahrscheinlichkeit und die wirtschaftlichen Folgen von 27 möglichen Schocks gegenübergestellt. Chefökonom Mark Zandi teilte die Matrix am Montag. Einen Einbruch am Kryptomarkt ordnet sie auf der Skala bei den vergleichsweise wahrscheinlichen Szenarien ein. Eine konkrete Wahrscheinlichkeit nennt Moody’s nicht; auch eine Prognose zum möglichen Ausmaß eines Kursrückgangs fehlt.
Die Rangliste ist eine Risikoeinschätzung und keine Vorhersage, dass ein Ausverkauf unmittelbar bevorsteht. Die Einschätzung, die Folgen für die Gesamtwirtschaft seien begrenzt, bedeutet zudem nicht, dass Anleger in Kryptowährungen vor erheblichen Verlusten geschützt wären.
Hohe Finanzierungskosten und Aktienkurse als Belastungsfaktoren
Höhere Finanzierungskosten setzen spekulative Anlagen unter Druck. Ein stärkerer Rückgang an den Aktienmärkten könnte die Kryptopreise zusätzlich belasten. Risikobereitschaft und Finanzierungsbedingungen können sich in beiden Märkten gegenseitig beeinflussen. Die Matrix enthält jedoch weder Kursziele noch einen Zeitplan für mögliche Marktbewegungen.
Auch gehebelte Positionen können Rückgänge verstärken. Lösen fallende Kurse Zwangsliquidationen aus, kann zusätzlicher Verkaufsdruck die Verluste vertiefen. Moody’s beziffert den möglichen Effekt des gehebelten Handels nicht und nennt weder besonders gefährdete Vermögenswerte noch Plattformen.
Fed-Entscheid steht bevor, konkrete Wahrscheinlichkeit fehlt
Die Einschätzung wurde zwei Tage vor dem Zinsentscheid der Fed am 28. Oktober veröffentlicht. Anleger richten den Blick auf die Inflation und die Unsicherheit an den Finanzmärkten. Moody’s erläutert jedoch nicht, wie sich der Fed-Entscheid auf den Kryptomarkt auswirken könnte, und gibt keine konkrete Wahrscheinlichkeit für einen Crash an.
Die Matrix beschränkt sich darauf, einen Einbruch am Kryptomarkt im Vergleich mit 27 möglichen Wirtschaftsschocks als relativ wahrscheinlich einzuordnen und die möglichen Folgen für die Gesamtwirtschaft als vergleichsweise moderat zu bewerten. Sie enthält weder eine Kursprognose noch eine genaue Eintrittswahrscheinlichkeit. Finanzierungskosten, die Entwicklung der Aktienmärkte und gehebelte Positionen bilden den Kontext für die genannten Risiken.