- Die Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum gerieten am Donnerstag ins Wanken und fielen, hauptsächlich beeinflusst durch die über den Erwartungen liegenden Inflationsdaten aus den USA und den Anstieg der geopolitischen Risikoprämien. Da die USA eine neue Runde von Luftangriffen auf Ziele im Iran gestartet haben, was zur Schließung der Straße von Hormus führte, stieg der Preis für Brent-Rohöl-Futures (BRN1!) auf 94,55 USD pro Barrel.
- Die drei großen US-Aktienindizes fielen aufgrund von Inflationsängsten stark, wobei der Nasdaq Composite Index (IXIC) um 2 % nachgab und die Bewertungen im Technologiesektor deutlich zurückgingen. Oracle (ORCL:US) fiel nach der Bekanntgabe von Kapitalausgabenplänen, die die Erwartungen übertrafen, und einem hohen Finanzierungsbedarf nachbörslich um fast 9 %, was die Sorgen des Marktes über die Rendite von Investitionen in KI-Infrastrukturen und die Schuldenlast weiter verstärkte.
- Die Erwartungen an die makroökonomische Politik änderten sich marginal, wobei die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im Oktober laut Federal Funds Futures auf 51,6 % stieg. Die Risikoscheu trieb den Dollar-Index (DXY) auf hohem Niveau. Gleichzeitig warten globale Investoren gespannt auf die bevorstehende Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), wobei der Markt allgemein erwartet, dass sie den Zinserhöhungsprozess vorantreiben wird.
Zunehmende geopolitische Konflikte und Druck auf die Energieversorgungskette
Das US-Militär kündigte eine neue Runde von Luftangriffen auf mehrere Ziele im Iran an, was die geopolitische Lage erneut eskalieren ließ. Als Gegenmaßnahme kündigte der Iran die Schließung der strategisch wichtigen Straße von Hormus an. Diese Nachricht löste eine schnelle Flucht in sichere Häfen auf dem Rohstoffmarkt aus, wobei die Brent-Rohöl-Futures im asiatischen Handel um 1,6 % auf 94,55 USD pro Barrel stiegen. Marktanalysten weisen darauf hin, dass, wenn im Nahen Osten kurzfristig keine Friedensvereinbarung erreicht wird, die globalen Lieferketten und Energietransportwege weiterhin unterbrochen werden könnten, was den marginalen Anstieg der Rohölpreise weiter verfestigen und den Inflationsdruck in den wichtigsten Volkswirtschaften der Welt erhöhen könnte.
Neubewertung der Technologiewerte und Sorgen über KI-Kapitalausgaben
Asiatische Technologiewerte waren in dieser Verkaufswelle besonders betroffen, wobei der MSCI Asia Pacific ex Japan Index (.MIAPJ0000PUS) um 1 % fiel und der Taiwan Weighted Index (TWSE:TAIEX) sowie der Nikkei 225 Index (NI225) jeweils um 1,5 % nachgaben. Der südkoreanische KOSPI schwankte stark zwischen Gewinnen und Verlusten und fiel im frühen Handel zeitweise um 4,4 %. Ein weiterer zentraler Treiber für die schwächere Marktstimmung kam von der Unternehmensseite, da Oracle im nachbörslichen Handel um 8,9 % fiel, hauptsächlich aufgrund von Kapitalausgabenplänen für das Geschäftsjahr 2027, die weit über den Erwartungen der Wall Street lagen, und der Absicht, fast 40 Milliarden USD durch eine Kombination aus Schulden und Eigenkapital zu finanzieren. Dies zeigt, dass der Markt vorsichtig gegenüber dem Modell ist, bei dem Technologieunternehmen durch hohe Verschuldung den Aufbau von KI-Infrastrukturen vorantreiben. Sollte das Gewinnwachstum nicht mit dem Tempo der Kapitalausgaben Schritt halten, könnte der Technologiesektor vor einer größeren Positionsanpassung stehen.
Verfestigung des Inflationspfades zieht Neubewertung der Zinserwartungen nach sich
Auf makroökonomischer Ebene verzeichneten die neuesten Inflationsdaten aus den USA den schnellsten Anstieg im Jahresvergleich seit April 2023. Obwohl diese Daten den Marktkonsens erfüllten, verstärkten sie die Einschätzung, dass die Inflation hartnäckig ist. Infolgedessen zeigt das CME FedWatch Tool, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Fed bei der Sitzung am 28. Oktober von einem vorherigen Stillstand auf derzeit 51,6 % gestiegen ist. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen stieg um 1 Basispunkt auf 4,5483 %. Die vorgezogene Preisgestaltung von Zinsanlagen übt direkten Druck auf hoch bewertete Vermögenswerte aus. Sollte der Kerninflationspfad in den kommenden Monaten keine klare Abwärtsbewegung zeigen, könnte das globale Liquiditätsumfeld über einen längeren Zeitraum angespannt bleiben.
Ansammlung von Safe-Haven-Käufen am Devisenmarkt und bevorstehende EZB-Entscheidung
Inmitten des Drucks auf globale Risikoanlagen blieb der Dollar-Index stabil bei etwa 100,03 und erreichte den höchsten Stand seit Anfang April, als die USA und der Iran Verhandlungen aufnahmen, was die Attraktivität des Dollars als sicherer Hafen unterstreicht. Die Volatilität am Devisenmarkt verringerte sich vor der Bekanntgabe der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank, wobei der Euro gegenüber dem Dollar (EURUSD) um 0,1 % auf 1,1546 stieg. Der Markt hat die Zinserwartungen der Europäischen Zentralbank bereits vollständig eingepreist, wobei der Schwerpunkt auf den offiziellen Aussagen der Zentralbank zu zukünftigen Wachstums- und Inflationspfaden liegt. Auf dem Kryptowährungsmarkt stabilisierten sich Bitcoin (BTCUSD) und Ether (ETHUSD) bei 62.013,58 USD bzw. 1.634,13 USD, da der spekulative Kapitalabflussdruck nach dem Börsengang von SpaceX nachließ, aber geopolitische und makroökonomische Unsicherheiten bleiben die Hauptvariablen, die eine Erholung digitaler Vermögenswerte einschränken.