Bei mehreren Brokern und Handelsplattformen stehen zugleich Geschäftsaussichten, Regulierung und Kundenservice im Fokus: Plus500 hat seinen Jahresausblick angehoben, FXOpen UK beantragt die Rückgabe seiner Lizenz und OANDA Japan hat nach einem Cyberangriff Auszahlungen ausgesetzt. Zudem prüft IG einen Einstieg in Prognosemärkte. Konkrete Finanzkennzahlen, Zeitpläne und Angaben zur Behebung des Sicherheitsvorfalls liegen nicht vor.
Plus500 hebt Ausblick an, NAGA gerät durch Kosten unter Druck
Plus500 hat seinen Jahresausblick angehoben, jedoch weder neue Zielwerte noch Angaben zu Umsatz, Handelsvolumen oder Kundenzahlen veröffentlicht. Für eine börsennotierte Handelsplattform ist ein angepasster Ausblick ein Hinweis auf die Erwartungen des Managements. Ohne Zahlen und weitere Angaben zur Geschäftsentwicklung bleibt jedoch offen, wie umfangreich die Anhebung ausfällt und welche Faktoren dahinterstehen.
NAGA steht unterdessen unter Druck durch steigende Marketingkosten und eine sinkende Profitabilität. Angaben zu Gewinn, Umsatz oder Marketingausgaben wurden nicht genannt. Damit lässt sich weder das Ausmaß der Veränderungen einschätzen noch deren Einfluss auf das Ergebnis vergleichen. Dafür sind die vollständigen Finanzangaben des Unternehmens erforderlich.
FXOpen UK beantragt Lizenzrückgabe, FCA prüft Regeländerungen
FXOpen UK hat beantragt, seine Lizenz zurückzugeben. Unabhängig davon erwägt die britische Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) Änderungen an den Regeln für leitende Führungskräfte. Zu den nächsten Schritten im Lizenzverfahren, dem Umgang mit Kundenkonten oder den geplanten FCA-Vorschriften liegen keine Einzelheiten vor. Zeitplan und konkrete Folgen für Unternehmen sind daher noch offen.
Zudem wurde bekannt, dass Match-Prime iSAM Securities Apex beigetreten ist. Angaben zum Umfang der Vereinbarung, zum Integrationszeitplan oder zum operativen Vorgehen fehlen. Bei Anbietern von Handelsdiensten können solche Zusammenschlüsse die Verbindung von Produkten und Infrastruktur betreffen; bestätigt wurde bislang lediglich der Beitritt.
OANDA Japan stoppt Auszahlungen nach Cyberangriff
OANDA Japan hat Auszahlungen ausgesetzt, nachdem seine Server Ziel eines Cyberangriffs geworden waren. Im Zusammenhang damit wurde auch auf Reaktionen japanischer Devisenbroker auf Sicherheitsvorfälle verwiesen. Ob weitere Plattformen betroffen sind, ist nicht bekannt. Ebenso fehlen Angaben dazu, wie lange die Aussetzung dauert, wie viele Kunden betroffen sind, wie der Status der Gelder aussieht und wie weit die Wiederherstellung des Dienstes vorangeschritten ist.
Für Kunden ist vor allem entscheidend, wann Auszahlungen wieder möglich sind und ob das Unternehmen Ergebnisse seiner Untersuchung sowie Informationen zum Umgang mit den Konten veröffentlichen wird. Dazu gibt es bislang keine Angaben. Auch die Dauer und Reichweite der Störung lassen sich anhand der verfügbaren Informationen nicht bestimmen.
IG prüft Prognosemärkte, Webull verlängert Optionshandelszeiten
IG plant, eine britische Glücksspiellizenz zu beantragen, und erwägt einen Einstieg in Prognosemärkte. Zum Stand eines formellen Antrags, zu möglichen Produkten oder einem Starttermin wurden keine Details genannt. Webull hat die Handelszeiten für Optionen ausgeweitet; der neue Zeitplan und die betroffenen Märkte sind jedoch nicht bekannt. Die Auswirkungen beider Schritte hängen von der konkreten Produktgestaltung und der weiteren regulatorischen Entwicklung ab.
Außerdem wurden 275 Wechsel in Führungspositionen der Branche thematisiert. Dabei ging es um die Mobilität von Fachkräften, den Wettbewerb um KI-Talente und Dubais Attraktivität für Beschäftigte aus der Branche. Namen der neu ernannten Führungskräfte und ihrer Unternehmen wurden nicht genannt.
Separat stellte FM Intelligence das Tool FMIQ vor. Nutzer können damit in natürlicher Sprache Abfragen über sieben Datensätze stellen. Diese umfassen Handelsvolumen, Traffic, Plattformen, Marktveränderungen, Regulierung, Bußgelder und Lizenzen. Das Tool weist Quellen aus und sieht unabhängige Qualitätsprüfungen vor. Weitere Angaben zu Nutzungseinschränkungen über den genannten Datenumfang hinaus liegen nicht vor.