Polymarket hat am 29. Oktober 15-Minuten-Kontrakte auf Gold und Silber eingeführt. Nutzer können darauf setzen, ob sich der Preis der Edelmetalle innerhalb eines Viertelstunde-Intervalls nach oben oder unten bewegt. Damit erweitert die Prognosemarktplattform ihre kurzfristigen Produkte über Kryptowährungen hinaus. Aktien- und Devisenkontrakte sind ebenfalls geplant, konkrete Starttermine und Angaben zur Nachfrage gibt es bislang jedoch nicht.
Chainlink liefert Daten für die Abrechnung der Edelmetall-Kontrakte
Chainlink, ein Datenpartner von Polymarket, erklärte am Donnerstag, Oracle-Daten für die Ermittlung der Ergebnisse der Gold- und Silberkontrakte bereitzustellen. Polymarket weite sein Angebot damit von Kryptowährungen auf etablierte Anlageklassen wie Aktien, Rohstoffe und Devisen aus.
Prognosemärkte sind auf externe Datenanbieter angewiesen, um den Ausgang ihrer Kontrakte festzustellen. Chainlink stellt seit Langem Oracle-Dienste für Krypto-Smart-Contracts bereit und übernimmt diese Rolle nun auch für Edelmetalle. Bei Kontrakten mit nur 15 Minuten Laufzeit kommt es besonders darauf an, welche Daten zur Abrechnung herangezogen und wie sie überprüft werden.
Krypto-Kontrakte mit 15 Minuten Laufzeit erreichen 11 Milliarden Dollar Volumen
Das Handelsvolumen der 15-Minuten-Kryptokontrakte auf Polymarket hat 11 Milliarden Dollar erreicht. Die Zahl deutet auf rege Aktivität bei diesen kurzfristigen Produkten hin. Zusätzlich bietet die Plattform eine Fünf-Minuten-Variante für Bitcoin an. Vergleichbare Kontrakte gibt es auch auf XRP, Solana und Ethereum.
Nutzer positionieren sich dabei auf die kurzfristige Richtung eines Vermögenswerts. Da jede Runde rasch endet, können sie kurz darauf erneut teilnehmen. Das hohe Tempo ist Teil der Diskussion über solche Produkte: Kritiker fragen, ob sehr kurze Laufzeiten wiederholtes Handeln begünstigen. Wie viele Nutzer die neuen Gold- und Silberkontrakte anziehen werden, ist bislang offen.
Starttermine für Aktien- und Devisenkontrakte fehlen
Polymarket und Chainlink haben keinen konkreten Termin für die geplanten 15-Minuten-Kontrakte auf Aktien oder Devisen genannt. Ein Sprecher von Polymarket sagte lediglich, die Produkte würden „bald“ verfügbar sein. Welche Aktien und Währungspaare aufgenommen werden sollen, ist ebenfalls nicht bekannt.
Gold- und Silberkontrakte gibt es auch beim konkurrierenden Anbieter Kalshi. Beide Plattformen nutzen externe Daten, um die Ergebnisse ihrer Prognosekontrakte abzurechnen. Ob die neuen Angebote genügend Privatanleger anziehen, muss sich noch zeigen. Bislang sind lediglich Laufzeit, Anlageklassen und Datenanbieter bekannt; konkrete Volumenzahlen für die neuen Kontrakte wurden nicht veröffentlicht.
Kurze Laufzeiten rücken Handelsverhalten und Informationsnutzung in den Fokus
Die schnelle Abrechnung von 15-Minuten-Kontrakten wirft Fragen zum Handelsverhalten und zur Nutzung von Informationen auf. Wenn der Ausgang von einer Kursbewegung über einen sehr kurzen Zeitraum abhängt, können Nutzer an mehreren Runden unmittelbar hintereinander teilnehmen. Kritiker vergleichen das mit wiederholten Münzwürfen: Position beziehen, Ergebnis abwarten und erneut einsteigen.
Auch der mögliche Handel auf Basis nicht öffentlicher Informationen könnte bei kurzfristigen Kontrakten stärker in den Blick geraten. Polymarket und Kalshi haben erklärt, illegale Handelsaktivitäten nicht zu tolerieren, und öffentlich Beispiele für Nutzer genannt, die gegen ihre Regeln verstießen. Zusätzliche Kontrollen speziell für die neuen Gold- und Silberkontrakte haben die Plattformen nicht bekannt gegeben. Offen bleibt, wie die Abrechnungsdaten überprüft und die Regeln durchgesetzt werden – und ob die neuen Märkte eine ähnliche Handelsaktivität wie die Krypto-Kontrakte erreichen.