Hershey hat im dritten Quartal dank höherer Preise trotz sinkender Süßwarenmengen 3 % mehr umgesetzt. Der Nettoumsatz erreichte 3,2755 Mrd. US-Dollar. Zugleich hob der Konzern seine Prognose für das Wachstum des bereinigten Gewinns je Aktie 2026 von 32,5 bis 35 % auf 36 bis 38,5 % an. Für das Gesamtjahr erwartet Hershey ein Umsatzplus von rund 5 %. Das Management verwies auf den unsicheren Konsum und Logistikkosten als Einflussfaktoren; die aktuellen Bedingungen könnten 2027 auf den Gewinn drücken.
Höhere Preise gleichen rückläufige Süßwarenmengen aus
Im nordamerikanischen Süßwarengeschäft stieg der Nettoumsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,6 % auf 2,6565 Mrd. US-Dollar. Die Nettoverkaufspreise steuerten rund 13 Prozentpunkte zum Wachstum bei, während das Absatzvolumen um 11 % sank. Die Preiserhöhungen haben den Mengenrückgang damit bislang nicht aufgefangen. Das bereinigte operative Ergebnis des Segments legte um 66,2 % auf 949,7 Mio. US-Dollar zu; die operative Marge betrug 35,8 %.
Die Kategorie Süßwaren, Minzprodukte und Kaugummi in den USA wuchs in den zwölf Wochen bis zum Ende des dritten Quartals um 0,8 %. Hersheys Marktanteil stand unter Druck, weil der Vergleichszeitraum des Vorjahres von erfolgreichen Produkteinführungen geprägt war. Laut Management verbesserte sich die Entwicklung im Juli und August. Im September erschwerte jedoch der Vergleich mit den damaligen Reese’s-Oreo-Verkäufen die Bilanz. Dieser Gegenwind dürfte im vierten Quartal anhalten.
Flächendeckende Preissenkungen sind nicht geplant. Stattdessen will Hershey auf die stärkere Preisorientierung der Verbraucher mit unterschiedlichen Packungsgrößen und Preislagen sowie gezielten Aktionen reagieren. CEO Kirk Tanner erklärte, das Unternehmen werde weiter in Innovation, Marketing und Warenpräsentation investieren, um seinen Marktanteil profitabel auszubauen.
LesserEvil stärkt das Snackgeschäft
Der Nettoumsatz mit salzigen Snacks in Nordamerika erhöhte sich um 22,3 % auf 392,7 Mio. US-Dollar. Rund 20 Prozentpunkte des Zuwachses entfielen auf die Übernahme von LesserEvil. Ohne diesen Beitrag legte der US-Umsatz mit salzigen Snacks im Zwölfwochenzeitraum um 4 % zu; zugleich gewann Hershey Marktanteile. Das Segmentergebnis sank dagegen um 17,9 % auf 47,4 Mio. US-Dollar, belastet durch höhere Produktions-, Transport- und Logistikkosten.
Hershey plant, in der ersten Hälfte des Jahres 2027 zusätzliche Kapazitäten für salzige Snacks aufzubauen. Damit will der Konzern der Nachfrage nach Einzelportionen und Mehrfachpackungen begegnen. Für 2026 sind Investitionen von rund 450 Mio. US-Dollar vorgesehen, vor allem in Produktionskapazitäten und Automatisierung.
Internationaler Umsatz sinkt, Konzernmarge steigt
Der internationale Nettoumsatz ging um 7,5 % auf 226,4 Mio. US-Dollar zurück. Das Volumen sank um 14 % und überwog damit den Effekt strategischer Preiserhöhungen. Höhere Kosten für Vorprodukte und geringere Absatzmengen belasteten das Segment; Verbesserungen bei der Produktionseffizienz reichten nicht aus, um dies auszugleichen. Der Geschäftsbereich verzeichnete einen Verlust von 30 Mio. US-Dollar.
Die bereinigte Bruttomarge des Gesamtkonzerns stieg im Jahresvergleich um 1.090 Basispunkte auf 42,7 %. Ausschlaggebend waren vor allem Preiserhöhungen und Produktivitätsgewinne. Das bereinigte operative Ergebnis nahm um 78,5 % auf 754 Mio. US-Dollar zu, bei einer operativen Marge von 23,0 %. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag im dritten Quartal bei 2,64 US-Dollar – ein Plus von 103,1 % gegenüber dem Vorjahr.
Hershey rechnet damit, durch die Neuausrichtung des Geschäfts und Effizienzmaßnahmen 2026 insgesamt 100 Mio. US-Dollar einzusparen. Erstattungen von Zöllen erhöhten den Gewinn je Aktie für das Gesamtjahr um insgesamt 0,25 US-Dollar: 0,22 US-Dollar gingen im dritten und 0,03 US-Dollar im zweiten Quartal ein. Die Ausgaben für Werbung und Verbrauchermarketing stiegen im dritten Quartal um 17,1 %. In beiden nordamerikanischen Geschäftsbereichen lagen die Zuwächse im zweistelligen Prozentbereich. Die Rendite der Marketinginvestitionen verbesserte sich um 8 %; das Management führte dies auf den Einsatz von Echtzeit-Modellen für den Marketing-Mix zurück.
Umsatzziel für 2027 bleibt, Gewinnprognose vorsichtiger
Das Management hält für 2027 an einem Umsatzwachstum von 2 bis 4 % fest, entsprechend dem langfristigen Wachstumsrahmen des Unternehmens. Beim bereinigten Gewinn je Aktie strebt Hershey weiterhin ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich an. Finanzchef Dave Hulays sagte jedoch, der Gewinn könne hinter den früheren Erwartungen zurückbleiben, falls die aktuelle Konjunktur- und Kostenlage anhalte. Als mögliche Belastungen nannte Hershey eine schwächere Verbrauchernachfrage und Veränderungen im Kostenumfeld.
Tanner zufolge gingen die Süßwarenverkäufe im Convenience-Store-Kanal im September um 5 % zurück. Höhere Kraftstoffpreise und Lebenshaltungskosten belasteten die Ausgaben der Verbraucher. Im vierten Quartal plant Hershey weitere Preiserhöhungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Gleichzeitig fällt der Vergleich mit dem Vorjahr schwerer, als die Preise stärker angehoben worden waren.
Die für 2027 vorgesehene Produktpipeline soll 50 % umfangreicher sein als die für 2026. Geplant sind Neueinführungen bei Süßwaren, Premiumprodukten und funktionellen Snacks. Das Management erwartet, dass neue Produkte dreimal so viel zum Wachstum beitragen wie die diesjährige Pipeline. Für das Umsatzwachstum 2027 setzt Hershey vor allem auf Marketing, Produktinnovationen und weitere moderate Preiserhöhungen; entscheidend bleibt auch die Entwicklung der Verbrauchernachfrage.