OKX meldet zum vierten Jahrestag seines Proof-of-Reserves-Programms (PoR) On-Chain-Vermögenswerte von insgesamt 36,36 Milliarden US-Dollar in 22 Kryptowerten. Die ausgewiesenen Reservequoten liegen jeweils bei mindestens 100 Prozent. Zugleich veröffentlichte die Kryptobörse erste Nutzungszahlen für OKX Shield, ein in den USA und Europa gestartetes Programm zum Schutz vor unbefugten Kontoübernahmen. Die beiden Angebote setzen an unterschiedlichen Risiken an: PoR soll Einblick in die hinterlegten Vermögenswerte geben, Shield den Kontozugriff absichern.
Reservequoten zwischen 100 und 110 Prozent
Für Bitcoin (BTC) gibt OKX eine Reservequote von 110 Prozent an, für Ethereum (ETH) 100 Prozent. Bei Tether (USDT) liegt der Wert bei 105 Prozent, bei USD Coin (USDC) bei 101 Prozent. Nach Unternehmensangaben veröffentlicht OKX seit dem Start des Programms im November 2022 monatlich PoR-Berichte. Nutzer können die Angaben selbst überprüfen.
Dafür verbindet OKX öffentlich einsehbare On-Chain-Daten zu Wallets mit kryptografischen Prüfverfahren, darunter Zero-Knowledge-Technologie auf Basis von zk-STARKs. Mit den bereitgestellten Werkzeugen sollen Nutzer ihre eigenen Vermögenswerte verifizieren können, ohne sensible Kontodaten offenzulegen. Die regelmäßigen Berichte und die Möglichkeit zur eigenständigen Prüfung geben Einblick in die jeweils erfassten Bestände. Die ausgewiesenen Zahlen beziehen sich jedoch nur auf die Vermögenswerte und den Prüfungsumfang des jeweiligen Berichts. Für den aktuellen Stand ist daher der neueste Bericht maßgeblich.
Shield erreicht viele aktive Nutzer in Europa
OKX Shield startete im Oktober 2026 in den USA und Europa. Das Programm bietet berechtigten Kunden zusätzlichen Schutz, wenn Dritte unbefugt die Kontrolle über ihr Konto übernehmen. Eine mögliche Entschädigung ist vorbehaltlich der Teilnahmebedingungen und Anspruchsvoraussetzungen auf 500.000 US-Dollar begrenzt. Für Nutzer fällt nach Angaben des Unternehmens keine zusätzliche Gebühr an. Umfang und Bedingungen des Schutzes richten sich nach den Programmbestimmungen.
Wenige Wochen nach dem Start hatten laut OKX knapp 45 Prozent der VIP-Kunden in Europa und mehr als 21 Prozent der täglich aktiven Nutzer in der Region Shield aktiviert. Das Programm deckte demnach mehr als 37 Prozent der Kundenvermögen in Europa ab. Weltweit hatten knapp 16 Prozent der VIP-Kunden Shield eingeschaltet. Die Zahlen beziehen sich auf bestimmte Nutzergruppen und bedeuten nicht, dass alle Kunden oder sämtliche Vermögenswerte auf der Plattform geschützt sind.
Cuomo und Ghoos ordnen die Schutzangebote ein
Andrew Cuomo, Vorstandsmitglied von OKX und ehemaliger Gouverneur des Bundesstaats New York, unterschied zwischen den beiden Initiativen: PoR betreffe Transparenz und das Risiko einer unzureichenden Vermögensdeckung, Shield den unbefugten Zugriff auf Konten. Die Angebote stellten entsprechend überprüfbare Reserveinformationen beziehungsweise zusätzlichen Schutz für berechtigte Nutzer bereit.
Erald Ghoos, Europa-CEO von OKX, erklärte, die Nutzung von Shield in Europa sei in den Wochen nach dem Start gestiegen. Werkzeuge zur Kontosicherheit müssten zugleich einfach zu bedienen sein. Zum übergreifenden Sicherheitskonzept zählt OKX nach eigenen Angaben Verschlüsselung und Zugriffskontrollen, eine Risikomanagement-Infrastruktur, proaktive Erkennung von Bedrohungen sowie unabhängig überprüfbare Reserveberichte. Angaben zu den erfassten Vermögenswerten können Nutzer im aktuellen PoR-Bericht einsehen; der Shield-Schutz hängt von der Teilnahmeberechtigung und den geltenden Programmbedingungen ab.