Mohamed Sabry Soliman hat sich vor einem Bundesgericht wegen Hassverbrechen schuldig bekannt. Ihm wird der Brandbombenangriff auf eine Demonstration im Juni 2025 in Boulder im US-Bundesstaat Colorado zur Last gelegt. Mindestens zwölf Menschen wurden verletzt, ein Opfer starb später. Die Strafmaßverkündung im Bundesverfahren ist für Januar angesetzt. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft plus 50 Jahre; über das endgültige Strafmaß entscheidet das Gericht.
Bereits lebenslange Haft im Verfahren des Bundesstaats
Soliman hatte sich zuvor in einem Verfahren des Bundesstaats Colorado in 101 Anklagepunkten schuldig bekannt, darunter Mord ersten Grades. Dafür wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Vorwürfe im Bundesverfahren hatte er zunächst bestritten, bevor er sein Geständnis abgab.
US-Staatsanwalt Peter McNeilly erklärte, die Strafmaßforderung der Anklage berücksichtige die Wünsche der Opfer. Nach seinem Schuldbekenntnis zog Soliman außerdem einen Antrag zurück, mit dem er verhindern wollte, dass seine Familie abgeschoben wird, falls ihre Mitglieder als Zeugen in dem Verfahren benötigt würden.
Die Anhörung zur Strafmaßverkündung im Bundesverfahren soll im Januar stattfinden. Die Forderung nach lebenslanger Haft plus 50 Jahren ist der Antrag der Staatsanwaltschaft, nicht das bereits feststehende Urteil.
Angriff auf wöchentliche Kundgebung in Boulder
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft plante Soliman den Angriff etwa ein Jahr lang und sah sich Videos über Sprengstoffe an. Am 1. Juni 2025 fuhr er von seinem Wohnort Colorado Springs nach Boulder, warf Brandbomben auf Demonstrierende und rief „Free Palestine“.
Unter den Teilnehmenden waren Mitglieder des Colorado-Ablegers von Run for Their Lives. Die Gruppe veranstaltet wöchentliche Kundgebungen und fordert die Freilassung der israelischen Geiseln, die Hamas bei ihrem Angriff am 7. Oktober 2023 verschleppt hatte.
Die 82-jährige Karen Diamond erlag drei Wochen nach dem Angriff ihren Verletzungen. Ihre Familie erklärte, auch ihr Ehemann Lou habe schwere Verbrennungen erlitten und einen Monat in einer Spezialstation für Brandverletzte verbracht. Aus Gerichtsunterlagen geht hervor, dass Soliman der Polizei nach seiner Festnahme gesagt habe, er habe „alle Zionisten töten“ wollen.
Verfahren vor dem Hintergrund antisemitischer Gewalt
Der Angriff ereignete sich in den USA vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis über antisemitische Gewalt. Kurz zuvor war vor einem jüdischen Zentrum in Washington, D.C., ein Mensch bei einer Schießerei getötet worden.
Soliman ist ägyptischer Staatsangehöriger. Den Akten zufolge reiste er 2022 mit einem Nichteinwanderungsvisum nach Kalifornien ein; dieses lief im Februar 2023 ab.
Im Verfahren des Bundesstaats ist das lebenslange Strafmaß bereits verhängt. Im Bundesverfahren wegen Hassverbrechen steht die Verkündung des Strafmaßes im Januar noch aus. Dabei stehen auch die Verletzungen, Diamonds Tod und die Schilderungen ihrer Familie im Zusammenhang mit den Forderungen der Opfer im Fokus.