Robinhood will sich am geplanten Börsengang von Anthropic beteiligen und setzt sich dafür ein, dass Privatanleger einen größeren Anteil der Aktien erhalten. Das sagte CFO Shiv Verma. Wie viele Aktien Kunden tatsächlich zugeteilt bekommen, entscheidet jedoch Anthropic gemeinsam mit den Banken, die den Börsengang begleiten. Die Zuteilung bestimmt, ob Privatanleger Aktien zum Ausgabepreis zeichnen können oder erst nach dem Handelsstart an der Börse einsteigen.
Privatanleger könnten mehr als fünf Prozent erhalten
Bei Börsengängen gingen bislang üblicherweise etwa ein bis fünf Prozent der Aktien an Privatanleger, sagte Verma. Einige Unternehmen diskutierten inzwischen über Quoten von zehn oder 20 Prozent. In einem Interview am Montag verwies er darauf, dass Privatanleger rund 25 Prozent des Aktienhandels ausmachen. Diese Beteiligung könnten Emittenten bei der Festlegung der Zuteilung berücksichtigen.
Ein größerer Anteil würde mehr Privatanlegern die Möglichkeit geben, Aktien zum Angebotspreis zu zeichnen. Eine Zeichnung garantiert allerdings weder, dass jeder Kunde Aktien erhält, noch dass der Kurs nach Beginn des Börsenhandels dem Ausgabepreis entspricht. Über die Verteilung entscheiden das Unternehmen und die Konsortialbanken.
Anthropic-Umsatz und Ausgaben im Blick
Anthropic teilte Investoren mit, dass der Umsatz im dritten Quartal 16,8 Milliarden US-Dollar erreicht habe – fast das Zwölffache des Vorjahreswerts. In einer geänderten Einreichung bei der US-Börsenaufsicht SEC waren zudem gebundene Ausgaben von rund 895 Milliarden US-Dollar aufgeführt. Die Angaben geben Investoren Einblick in die Expansion des KI-Unternehmens und mögliche Vorbereitungen auf einen Börsengang. Wie viele Aktien für Privatanleger vorgesehen sein könnten, geht daraus nicht hervor.
Robinhood konkurriert mit anderen auf Privatanleger ausgerichteten Brokern um Zugang zum Anthropic-Börsengang und zu künftigen Neuemissionen. Aktienzuteilungen können Brokern helfen, Kunden zu gewinnen. Wie viele Aktien eine Plattform anbieten kann, hängt jedoch von den Bedingungen des jeweiligen Börsengangs ab.
SpaceX und Robinhood nennen höhere Zielquoten
SpaceX habe signalisiert, 15 bis 20 Prozent der Aktien bei seinem Börsengang Privatanlegern zuteilen zu wollen, sagte Verma. Als Robinhood 2021 selbst an die Börse ging, reservierte das Unternehmen 20 bis 35 Prozent seiner Aktien für Kunden. Die Bedingungen unterscheiden sich von Angebot zu Angebot. Die Beispiele zeigen jedoch, dass die Beteiligung von Privatanlegern bei manchen Unternehmen und Brokern in die Überlegungen zur Struktur eines Börsengangs einfließt.
Verma nannte keine erwartete Zuteilungsquote für Robinhood-Kunden bei einem möglichen Anthropic-Börsengang. Robinhood will teilnehmen und setzt sich für einen größeren Anteil für Privatanleger ein. Über die endgültige Zuteilung und die Zahl der Kunden verfügbaren Aktien entscheiden Anthropic und die Konsortialbanken.