Palantir Technologies steigerte seinen Umsatz im dritten Quartal 2026 im Jahresvergleich um 96 Prozent auf 2,3 Milliarden US-Dollar. Zugleich übertraf das US-Geschäft mit Unternehmen erstmals den Umsatz mit der US-Regierung. Das Unternehmen hob außerdem seine Wachstumsprognose für das Gesamtjahr an. Die Zahlen spiegeln eine stärkere Nachfrage von Unternehmen und eine wachsende Auftragspipeline wider. Anleger behalten angesichts der hohen Bewertung und der Schwäche einiger KI-Aktien jedoch auch die Risiken im Blick.
Umsatz und Gewinn je Aktie übertreffen Erwartungen
Im dritten Quartal 2026 erzielte Palantir einen Umsatz von 2,3 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 96 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und von 20 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der verwässerte Gewinn je Aktie stieg um 144 Prozent auf 0,44 US-Dollar. Beide Werte lagen über den Konsensschätzungen von 2,2 Milliarden US-Dollar Umsatz und 0,41 US-Dollar je Aktie.
Ein wesentlicher Wachstumstreiber war das US-Geschäft mit Unternehmen. Der Umsatz in diesem Segment, zu dem auch die Artificial Intelligence Platform (AIP) zählt, legte im Jahresvergleich um 148 Prozent und gegenüber dem Vorquartal um 29 Prozent auf 984 Millionen US-Dollar zu. Der Umsatz mit der US-Regierung erreichte 953 Millionen US-Dollar, ein Plus von 96 Prozent zum Vorjahr und 18 Prozent zum Vorquartal. Damit übertraf der kommerzielle Bereich erstmals das Regierungsgeschäft – ein Zeichen für Palantirs wachsende Präsenz bei US-Unternehmen.
Auftragsbestand und Ausgaben bestehender Kunden steigen
Palantir schloss im Quartal Verträge mit einem Gesamtauftragswert (Total Contract Value, TCV) von 2,92 Milliarden US-Dollar ab, 6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im US-Geschäft mit Unternehmen lag der TCV bei 1,46 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg um 11 Prozent. Die Netto-Dollar-Bindungsrate, die die Ausgaben bestehender Kunden erfasst, betrug 165 Prozent. Diese Kunden gaben damit 65 Prozent mehr aus als im Vorjahreszeitraum.
Der Wert der noch ausstehenden US-Verträge mit Unternehmen (Remaining Deal Value, RDV) stieg auf 6,52 Milliarden US-Dollar. Das waren 79 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und 4 Prozent mehr als im Vorquartal. Die Kennzahl umfasst laufende Verträge oder Aufträge, für die Leistungen noch ausstehen. Sie gibt einen Hinweis auf mögliche künftige Umsätze, ist aber nicht mit bereits verbuchten Erlösen gleichzusetzen.
Palantirs Rule-of-40-Wert lag im Quartal bei 158 Prozent. Die Kennzahl setzt Umsatzwachstum und Gewinnmarge in Beziehung und dient häufig zur Einordnung von Softwareunternehmen. Der operative Cashflow und der bereinigte freie Cashflow beliefen sich jeweils auf 1,2 Milliarden US-Dollar; die Margen lagen bei rund 53 Prozent. Zum Quartalsende verfügte Palantir über 10,56 Milliarden US-Dollar an Barmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten.
Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf rund 91 Prozent angehoben
Palantir erwartet für das Gesamtjahr nun ein Umsatzwachstum von rund 91 Prozent. Im Vorquartal hatte die Prognose noch bei 82 Prozent gelegen. Das Umsatzwachstum beschleunigte sich damit das 13. Quartal in Folge. Ob sich die Dynamik fortsetzt, hängt unter anderem davon ab, ob Palantir bestehende Verträge in Umsatz umwandeln kann und die Kunden ihre Ausgaben aufrechterhalten.
Auch die hohe Bewertung rückt die Ergebnisse in den Fokus. Die Palantir-Aktie schloss am 2. November bei 178,34 US-Dollar und verlor an diesem Tag 3,13 Prozent. Das im Zusammenhang mit den Ergebnissen angeführte Kurs-Gewinn-Verhältnis lag bei etwa 125. Solche Bewertungskennzahlen beantworten nicht, welchen Preis Anleger für stark wachsende Unternehmen zu zahlen bereit sind. Die Bewertung kann die Aktie aber anfälliger für Veränderungen bei der operativen Entwicklung machen.
Alex Karp warnt vor leichtfertiger Weitergabe von Unternehmensdaten
Vorstandschef Alex Karp sagte, Unternehmen sollten ihre Daten nicht ohne sorgfältige Abwägung an externe Anbieter weitergeben, insbesondere nicht an Anbieter von KI-Lösungen. Daten enthielten proprietäres Wissen, Arbeitsabläufe und strategische Vorteile eines Unternehmens, argumentierte er. Palantir setzt auf praxisorientierte Bootcamps, in denen Kunden den Einsatz der Plattform und die Messung des wirtschaftlichen Nutzens kennenlernen sollen. Das Unternehmen nutzt diese Formate, um die Einführung seiner Lösungen zu fördern.
Im Quartal stach vor allem hervor, dass der Umsatz mit US-Unternehmen erstmals über dem Regierungsgeschäft lag. Gleichzeitig legten sowohl der Vertragswert als auch die Ausgaben bestehender Kunden zu. Angesichts der hohen Bewertung richtet sich der Blick nun darauf, ob Palantir die angehobene Jahresprognose erfüllen kann.