- Der südkoreanische Präsident Lee Jae-myung traf sich in Seoul mit dem US-Finanzminister Scott Besant und stellte offiziell die Forderung nach einem bilateralen Währungs-Swap-Abkommen, um dem Druck auf die Liquidität des Won und die Abwertung durch direkte Investitionen in die USA in Höhe von 20 Milliarden Dollar entgegenzuwirken.
- Das US-Finanzministerium antwortete darauf, dass die Einrichtung eines Liquiditäts-Swap-Mechanismus von dem baldigen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh und der südkoreanischen Zentralbank (BOK) politisch abgestimmt werden müsse, was die Aufteilung der Befugnisse zwischen der US-Exekutive und den Währungsbehörden verdeutlicht.
- Dieser bilaterale hochrangige Wirtschaftsdialog fand am Vorabend des US-chinesischen Gipfeltreffens statt, wobei die südkoreanische Regierung gleichzeitig hochrangige Handelsvertreter aus den USA und China empfing, um in der Phase der globalen Lieferkettenumstrukturierung das makroökonomische Fundament und das Gleichgewicht auf dem Devisenmarkt zu wahren.
Investitionsboom löst Bedarf an Währungsabsicherung aus
Die hohen Direktinvestitionen südkoreanischer Unternehmen in die USA haben signifikante Spillover-Effekte auf den Devisenmarkt. Sollte der Kapitalausgabenplan in Höhe von 20 Milliarden Dollar kurzfristig umgesetzt werden, wird dies unweigerlich die Nachfrage nach Dollar auf dem Devisenmarkt erhöhen und somit einen erheblichen Abwertungsdruck auf den Won ausüben. Eine Schwächung des Won würde nicht nur das Risiko einer importierten Inflation in Südkorea erhöhen, sondern auch die Nachhaltigkeit der weiteren Auslandsinvestitionen südkoreanischer Unternehmen beeinträchtigen. Vor diesem makroökonomischen Hintergrund betrachtet die südkoreanische Regierung das Währungs-Swap-Abkommen als zentrales Finanzinstrument zur Absicherung gegen Wechselkursschwankungen und zur Fixierung der Wechselkurskosten für grenzüberschreitende Investitionen. Durch den Zugang zu Dollar-Liquiditätsswaps kann die südkoreanische Zentralbank (BOK) dem heimischen Finanzsystem die notwendige Offshore-Dollar-Pufferung bieten, ohne die bestehenden Devisenreserven zu verbrauchen, und so die strukturellen Auswirkungen des Kapitalabflusses auf den Wechselkurs der Landeswährung abmildern.
Zeitfenster für die Koordination der Zentralbankpolitik
Die Äußerungen des US-Finanzministers Scott Besant lenken die Entscheidungsgewalt über Währungs-Swaps klar auf das Federal Reserve System (Fed). Mit der bevorstehenden Übernahme der Fed durch Kevin Warsh wird die Koordination der Geldpolitik zwischen den USA und Südkorea in eine neue Beobachtungsphase eintreten. Historisch gesehen richtet sich das ständige Währungs-Swap-Netzwerk der Fed hauptsächlich an wenige zentrale entwickelte Volkswirtschaften, während Swap-Vereinbarungen mit Ländern wie Südkorea, die nicht zu den Kernmitgliedern gehören, in der Regel vorübergehenden und krisenbedingten Charakter haben. Die südkoreanische Zentralbank (BOK) muss in Zukunft mit der neuen Fed-Führung über den Umfang, die Laufzeit und die Auslösebedingungen des Swap-Abkommens substantielle technische Verhandlungen führen. Der Markt wird genau beobachten, welche Haltung Warsh nach seinem Amtsantritt zur Verwaltung der Offshore-Dollar-Liquidität einnimmt, da dies nicht nur die kurzfristige Preisbildung des Won beeinflusst, sondern auch anderen Nicht-US-Wirtschaften, die mit ähnlichem Kapitalabflussdruck konfrontiert sind, einen wichtigen politischen Ankerpunkt bietet.
Geopolitisches Gleichgewicht im Zuge der Neugestaltung der Lieferketten
Südkoreas Forderung nach einem Währungs-Swap-Abkommen geht über die reine finanzielle Verteidigung hinaus und ist tief in das globale Ringen um die Neugestaltung der Lieferketten für kritische Mineralien und Halbleiter eingebettet. Lee Jae-myung betonte die Stärkung der südkoreanisch-amerikanischen Zusammenarbeit in den Bereichen kritische Mineralien und Lieferketten, was zeigt, dass Südkorea versucht, seinen strategischen Wert in der realen Industriekette in ein makroökonomisches Verhandlungspfand für die Erlangung eines finanziellen Sicherheitsnetzes umzuwandeln. Gleichzeitig, an einem geopolitisch sensiblen Punkt vor dem bevorstehenden US-chinesischen Gipfeltreffen, empfing die südkoreanische Führung die Handelsführer beider Länder, was die vorsichtige Abwägung Seouls zwischen der Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Allianzen und dem geopolitischen Gleichgewicht der Großmächte zeigt. Sollte das makroökonomische Liquiditätsumfeld weiterhin angespannt bleiben, könnten Nicht-US-Wirtschaften, die keine Unterstützung durch Währungs-Swaps auf Zentralbankebene erhalten, mit dem makroökonomischen Risiko einer Verlangsamung des Fortschritts bei Auslandsinvestitionen in die Lieferkette konfrontiert werden.
Ausblick auf Marktliquidität und Wechselkursbewertung
Eine quantitative Beobachtung der Mikrostruktur des Devisenmarktes zeigt, dass das Investitionsvolumen von 20 Milliarden Dollar im Vergleich zu den normalen grenzüberschreitenden Transaktionen Südkoreas nicht untragbar ist, aber die daraus resultierende Erwartung eines Kapitalbilanzdefizits könnte zur Akkumulation einseitiger spekulativer Positionen durch Marktteilnehmer führen. Sollte das bilaterale Währungs-Swap-Abkommen zwischen Südkorea und den USA in die Phase substantieller Verhandlungen eintreten, würde dies die Dollar-Finanzierungskosten der Finanzinstitute erheblich senken, die Swap-Punkte im Devisenhandel verringern und den Won-Wechselkurs in den durch die Fundamentaldaten und Zinsdifferenzen der beiden Länder bestimmten angemessenen Bereich zurückführen. Andernfalls, wenn die politischen Verhandlungen ins Stocken geraten und sich der potenzielle Hochzinskurs der Fed fortsetzt, könnte der Wechselkurs des Won gegenüber dem Dollar kurzfristig neue technische Unterstützungsniveaus testen, was die südkoreanische Zentralbank (BOK) dazu veranlassen könnte, direktere normale Interventionen auf dem Devisenmarkt durchzuführen.