- Die japanische Agentur für Metalle und Energiesicherheit wird im Sommer ein Expertenteam nach Grönland entsenden, um eine Machbarkeitsstudie zur Erschließung von kritischen Seltenen Erden durchzuführen und den Prozess der Dezentralisierung der Versorgungskette für kritische Mineralien zu beschleunigen.
- Das Hauptziel der Erkundung sind die schweren Seltenen Erden Dysprosium für Elektromotoren von Elektrofahrzeugen, batteriefähiger Graphit sowie Tantal und Niob, die für die Halbleiterherstellung benötigt werden, um die Abhängigkeit von einem einzigen Markt, der derzeit 70 % des globalen Anteils ausmacht, zu verringern.
- Die japanische Regierung plant, mit externen Partnern wie der EU grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten, um ein diversifiziertes internationales Versorgungsnetzwerk aufzubauen, das den Abbau in Grönland und den Bau von Raffinerien in Europa umfasst.
Strategische Neuausrichtung auf Grönland zur Sicherung von Ressourcen
Die japanische Regierung plant, bereits im Sommer dieses Jahres eine offizielle Studie zur Machbarkeit des Abbaus von Seltenen Erden in Grönland zu starten, um Unternehmen mit Daten für zukünftige Investitionen zu unterstützen. Zuvor hatte ein gemeinsames Erkundungsteam aus Regierungs- und Privatsektor Ende letzten Jahres die lokalen Feldspatvorkommen untersucht und bestätigt, dass selbst unter extrem kalten Bedingungen die physikalischen Voraussetzungen für einen regulären Bergbaubetrieb gegeben sind. Als nächstes wird die japanische Agentur für Metalle und Energiesicherheit Experten in die Hauptstadt Nuuk entsenden, um hochrangige Gespräche mit Regierungsvertretern zu führen und die geplanten Abbaugebiete für Seltene Erden zu inspizieren, wobei der Forschungsumfang offiziell auf die Schätzung der Lagerstättengröße und die Bewertung der kommerziellen Abbaukosten ausgeweitet wird.
Fokus auf Katalysatoren für Elektrofahrzeuge und Halbleiter
Das Engagement der japanischen Regierung in den grönländischen Mineralressourcen hat eine klare industrielle Ausrichtung. Technische Beamte erwarten, dass die Grönländer Minen reich an Dysprosium und Graphit sind. Dysprosium ist ein unverzichtbares schweres Seltenes Erdmetall für die Herstellung von Hochleistungs-Elektromotoren für Elektrofahrzeuge, während Graphit das zentrale Material für Anoden in Batterien ist. Darüber hinaus wird erwartet, dass während des Abbaus auch hochgeschätztes Tantal und Niob gewonnen werden, die in fortschrittlichen Halbleiterprozessen und der Supraleiterindustrie von entscheidender Bedeutung sind. Angesichts der Tatsache, dass ein bestimmter Markt etwa 70 % der weltweiten Produktion von Seltenen Erden kontrolliert und im letzten Jahr Exportbeschränkungen eingeführt hat, zielt dieser Schritt Japans darauf ab, die Versorgungskettensicherheit seiner heimischen Automobil- und Halbleitergiganten zu gewährleisten.
Überwindung von Herausforderungen durch extreme Kälte und logistische Hindernisse
Obwohl Grönland über ein enormes Ressourcenpotenzial verfügt, stellt die einzigartige geografische Umgebung eine Herausforderung für den kommerziellen Abbau dar. Laut der US Geological Survey verfügt Grönland über etwa 1,5 Millionen Tonnen Seltene Erden, was es weltweit auf den achten Platz bringt. Mit der durch den Klimawandel bedingten beschleunigten Eisschmelze verlängert sich das traditionelle Zeitfenster für den Abbau in extremer Kälte, was objektiv die physikalischen Schwierigkeiten der Mineralgewinnung verringert. Dennoch bleibt die sichere und effiziente Rückführung der Erze nach Japan eine große Herausforderung. In diesem Zusammenhang plant die japanische Regierung, gemeinsam mit westlichen Verbündeten eine grenzüberschreitende, mehrdimensionale Versorgungskette aufzubauen, beispielsweise durch die Errichtung gemeinsamer Raffinerien in der EU, um durch die erste Raffinierung in Europa die Risiken und Kosten des Langstreckentransports von Massengütern zu senken.
Internationale Allianzen in der Versorgungskette vor dem Hintergrund geopolitischer Prämien
Derzeit hat der Abbau von Seltenen Erden in Grönland noch nicht das Stadium der kommerziellen Massenproduktion erreicht, und Unternehmen aus Europa und den USA treiben die Vorbereitungen intensiv voran. Japanische Unternehmen werden wahrscheinlich in Zukunft mit bestehenden Konsortien aus Europa und den USA zusammenarbeiten, um die Infrastrukturkosten zu teilen. Die autonome Regierung Grönlands steht japanischem Kapital sehr offen gegenüber, und hochrangige Beamte haben zuvor deutlich gemacht, dass sie Japans Beteiligung an der lokalen Entwicklung begrüßen, um die Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten zu verringern. Mit der zunehmenden Konkurrenz der Großmächte im Bereich der kritischen Mineralien könnte, wenn das Grönland-Projekt erfolgreich voranschreitet, die globale Versorgung mit Seltenen Erden und die Preisbildungsmechanismen für Rohstoffe neu bewertet werden.