- Der landesweite Durchschnittspreis für bleifreies Normalbenzin in den USA ist auf 3,999 Dollar pro Gallone gesunken und hat damit erstmals seit März dieses Jahres die 4-Dollar-Marke unterschritten. Dies ist hauptsächlich auf das vorübergehende Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und dem Iran sowie die Wiedereröffnung der Straße von Hormus zurückzuführen.
- Der internationale Rohölpreis ist unter 80 Dollar pro Barrel gefallen. Der historische Höchststand der US-Exporte, die unerwartet schwache Nachfrage aus China und die allmähliche Erholung der geopolitischen Handelswege belasten gemeinsam den Rohölmarkt.
- Obwohl die Einzelhandelspreise für Benzin von ihrem Höchststand von 4,50 Dollar pro Gallone im Mai zurückgegangen sind, befinden sich die Benzinvorräte in den USA derzeit auf dem niedrigsten Stand seit über einem Jahrzehnt, was den Spielraum für einen weiteren Preisrückgang einschränkt.
Rückgang der geopolitischen Risikoprämie löst Ölpreisbewegung aus
Laut den neuesten Daten der American Automobile Association (AAA) ist der Durchschnittspreis für bleifreies Normalbenzin in den USA auf 3,999 Dollar pro Gallone gesunken. Der Haupttreiber für den Rückgang der Kraftstoffkosten war das formelle Abkommen zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Konflikts und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Mit der schrittweisen Wiederaufnahme des Transports auf dieser global wichtigen Ölroute ist die zuvor durch geopolitische Risiken aufgebaute Prämie schnell verschwunden. Infolge des Rückgangs der globalen Rohölpreise konnten die Einzelhandelspreise an den Tankstellen deutlich von ihrem Höchststand von über 4,50 Dollar im Mai zurückgehen. Sollte sich die geopolitische Lage weiter verbessern, könnte die Effizienz der internationalen Lieferketten weiter steigen.
Entlastung der Verbraucherseite und Abwägung der makroökonomischen Inflation
Der Rückgang der Benzinpreise unter 4 Dollar bietet den seit langem belasteten US-Verbrauchern eine gewisse Erleichterung. Zuvor hatten systemische Schocks in den globalen Lieferketten die Kraftstoffkosten über mehrere Monate hinweg hoch gehalten, was die allgemeinen Inflationsindikatoren in die Höhe trieb und das Budget der US-Haushalte belastete. Da die meisten Amerikaner im Alltag stark auf Autos angewiesen sind, führte der Anstieg der Kraftstoffausgaben direkt zu einer Verringerung des verfügbaren Einkommens für nicht notwendige Ausgaben. Analysten weisen darauf hin, dass selbst wenn der durchschnittliche Ölpreis auf das aktuelle Niveau zurückgegangen ist, er immer noch deutlich über der Basislinie vor dem Ausbruch des Konflikts liegt. Es wird erwartet, dass die Einzelhandelspreise für Benzin erst im nächsten Jahr vollständig auf das vorherige Tief zurückkehren könnten. Sollte der Druck der Kerninflation nicht mit dem Rückgang der Ölpreise nachlassen, könnte die Markterwartung an die Geldpolitik neu bewertet werden.
Erholung der Angebotsseite und strategische Lagerauffüllung im Wettstreit
Aus fundamentaler Sicht ist der internationale Rohölpreis unter 80 Dollar pro Barrel gefallen, nicht nur aufgrund der Entspannung der geopolitischen Lage, sondern auch aufgrund mehrerer Angebots- und Nachfragefaktoren. Einerseits hat das US-Rohölexportvolumen kürzlich einen historischen Höchststand erreicht, während die Nachfrage in wichtigen Verbraucherländern wie China stärker als erwartet zurückgegangen ist. Andererseits richten Marktteilnehmer ihre Aufmerksamkeit auf die zukünftigen Veränderungen der US-Einzelhandelsbestände. Derzeit befinden sich die Benzinvorräte in den USA auf dem niedrigsten Stand seit über einem Jahrzehnt, was Bedenken hinsichtlich der relativen Fragilität der Angebots- und Nachfragestruktur aufwirft. Das Weiße Haus hat zuvor verschiedene politische Instrumente eingesetzt, darunter die Befreiung vom Jones Act und die kontinuierliche Freigabe der strategischen Ölreserven (SPR), um die anhaltend hohen Energiekosten zu dämpfen. Sollte die Auffüllung der Bestände langsamer als erwartet verlaufen, könnte die Knappheit der kommerziellen Bestände einen marginalen Aufwärtsdruck auf die Ölpreise ausüben.
Annäherung der Zwischenwahlen verschärft politische Auseinandersetzungen
Auf politischer Ebene bietet der vorübergehende Rückgang der Einzelhandelspreise für Öl dem Weißen Haus und dem US-Präsidenten Donald Trump Unterstützung auf politischer Ebene. Trump hatte zuvor mehrfach öffentlich betont, dass die Energiepreise nach dem Ende des Konflikts sinken würden. Mit der Annäherung der US-Zwischenwahlen ist der Energiekostenfaktor zu einem zentralen Thema im parteipolitischen Wettstreit geworden. Die Demokraten hatten zuvor das Thema der hohen Ölpreise aufgegriffen, um es als Hauptthema im Wahlkampf gegen die Republikaner zu nutzen. Der aktuelle Preisrückgang hat den Druck auf die Regierungspartei in der öffentlichen Meinung bis zu einem gewissen Grad gemildert, aber da die Bestände auf einem historischen Tiefstand sind und die Preise immer noch über dem langfristigen Durchschnitt liegen, wird das Energiethema voraussichtlich auch im kommenden Wahlkampf hochsensibel bleiben.