- Der Spot-Goldpreis erholte sich am Dienstag nach einem Jahrestief von 3946,65 USD auf 4026,17 USD, verzeichnete jedoch seit Juni einen deutlichen Rückgang von 11,2 % und droht damit, das schlechteste Quartalsergebnis seit dem zweiten Quartal 2013 zu erreichen.
- Laut dem FedWatch-Tool der CME Group sind die Erwartungen der Händler, dass die Fed in diesem Jahr dreimal die Zinsen anhebt, weitgehend gefestigt, wobei die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der Sitzung im September bei hohen 64 % liegt.
- Die OCBC Bank hat ihre Prognose für den nominalen Goldpreis bis Ende 2026 von zuvor 5100 USD auf 4360 USD gesenkt, während die Maybank analysiert, dass der Goldpreis auf 3600 USD fallen muss, um signifikante zusätzliche Käufe zu aktivieren.
Neubewertung der Realrenditen trifft renditelose sichere Anlagen hart
Nach einem massiven Rückgang der geopolitischen Prämien erlebt der globale Goldmarkt eine neue Runde von Bewertungsanpassungen, die von einer makroökonomischen Liquiditätsverknappung dominiert werden. Da die geopolitische Unsicherheit im Nahen Osten allmählich den Erwartungen an eine aggressive Zinserhöhung der Fed zur Eindämmung der hohen Inflation weicht, zeigt der Spot-Goldpreis nach wiederholtem Unterschreiten der 4000-USD-Marke deutliche Anzeichen eines Durchbruchs nach unten. Edward Meir, Edelmetallstratege bei Marex, weist darauf hin, dass die aktuelle globale Asset-Allokation in einem extremen makroökonomischen Umfeld von hoher Inflation, hohen Zinserwartungen und einem starken Dollar stattfindet. Diese Kombination übt einen defensiven Druck auf renditelose Anlagen aus, der alle traditionellen positiven Faktoren, die den Goldpreis in den letzten Quartalen gestützt haben, vollständig überlagert hat.
Wiederherstellung der politischen Glaubwürdigkeit stärkt die Logik der Entwertungstransaktionen
Der tiefere Grund für den systematischen Rückzug von Kapital aus Edelmetallanlagen liegt in der hawkischen Neubewertung der langfristigen Zinspfadprognosen durch die Fed nach der jüngsten politischen Sitzung. Die Entschlossenheit von Fed-Vorsitzendem Kevin Walsh, die politische Glaubwürdigkeit wiederherzustellen, hat objektiv zu einer groß angelegten Schließung von Währungstransaktionen geführt, die zuvor die Kaufkraft des Dollars stark belastet hatten. Das multidimensionale Strategieteam von Wall Street analysiert, dass der nominale Dollarindex dank der Unterstützung durch Zinsdifferenzgeschäfte voraussichtlich den zweiten Monat in Folge steigen wird, was Edelmetalle, die in Dollar bewertet werden, für Inhaber von Nicht-US-Währungen erheblich teurer macht.
Vorausschau auf Arbeitsmarktdaten und Primärmarkt-Konsolidierung
Da sich der Goldpreis in der Nähe der 4000-USD-Marke in einem hochfrequenten Tauziehen befindet, richten festverzinsliche und Rohstoffhändler ihre gesamte Aufmerksamkeit auf die in dieser Woche anstehenden ADP-Beschäftigungsdaten für Juni und den Arbeitsmarktbericht, um die zukünftige Politik der Fed genau zu kalkulieren. Die Mitsubishi UFJ Financial Group betont in ihrem neuesten Strategiebericht, dass der Rückgang der internationalen Rohölpreise kurzfristig einen Teil des Inflationsdrucks gemildert hat und der Dollarindex eine starke Widerstandsfähigkeit beibehält. Die zugrunde liegende Logik höherer Zinsen über einen längeren Zeitraum schwächt weiterhin die Nachfrage nach physischen sicheren Anlagen. Sollte das Lohnwachstum in den Arbeitsmarktdaten dieser Woche eine unerwartete Widerstandsfähigkeit zeigen, könnte der Abwärtstrend des Spot-Goldpreises kurzfristig schwer umkehrbar sein.