Coinbase leitet 90 Prozent der Zinsen aus rund 6 Milliarden Dollar an Kundeneinlagen an die dezentrale Handelsplattform Hyperliquid weiter. Das geht aus einer am 30. Oktober veröffentlichten Analyse von Grayscale hervor. Die Einnahmen ergänzen Hyperliquids Handelsumsätze um eine weniger direkt vom Marktgeschehen abhängige Quelle. Im September kam die Plattform auf rund 105 Millionen Dollar Umsatz – trotz eines verhaltenen Kryptomarkts etwa so viel wie ein Jahr zuvor.
USDC-Einlagen bringen Einnahmen neben dem Handel
Die Vereinbarung besteht seit Mai. Damals wurde Coinbase Reservepartner für USDC auf Hyperliquid. Der an den US-Dollar gekoppelte Stablecoin wird laut Grayscale durch Einlagen gedeckt, die in US-Staatsanleihen investiert werden. Die daraus entstehenden Zinsen fließen an Hyperliquid und können so auch bei nachlassender Handelsaktivität Erträge liefern.
Grayscale zählt die Zinserträge zu den vergleichsweise stabilen Einnahmequellen der Plattform. Bei Handelsplätzen, deren Geschäft stark vom Transaktionsvolumen abhängt, kann ein schwächerer Markt die entsprechenden Gebühreneinnahmen drücken. Einlagenzinsen bieten einen zusätzlichen Ertragskanal. Dessen Umfang hängt allerdings weiterhin davon ab, wie viel Kapital hinterlegt ist und welche Rendite damit erzielt wird.
Coinbase behält zehn Prozent der Zinsen
Coinbase verwahrt die Einlagen und behält nach Darstellung von Grayscale die verbleibenden zehn Prozent der Zinserträge. Zugleich hat sich USDC zur wichtigsten Handelswährung auf Hyperliquid entwickelt. Der Stablecoin verdrängte USDH, der unter anderem darauf ausgelegt war, die mit den Reserven verbundenen Zinserträge im Hyperliquid-Ökosystem zu halten.
Die Vereinbarung verbindet damit eine Aufteilung der Zinserträge mit einer zentralen Rolle von USDC im Handel auf der Plattform. Coinbase verzichtet auf den Großteil der Einlagenzinsen, während USDC in Hyperliquids Märkten an Bedeutung gewonnen hat. Welche weiteren Vorteile Coinbase aus der Kooperation zieht, geht aus der Analyse nicht hervor. Auch zusätzliche Vertragsbedingungen werden darin nicht genannt.
Reserveerträge rücken bei Stablecoins in den Fokus
Die Verteilung von Erträgen aus Stablecoin-Reserven ist zunehmend relevant für die Umsatzerwartungen von Unternehmen in diesem Bereich. Im Juli äußerten sich Mizuho und JPMorgan vorsichtiger zu Circle, dem Herausgeber von USDC. JPMorgan senkte zudem seine Erwartungen für Coinbase und verwies auf möglichen Druck auf das Geschäftsmodell rund um USDC.
Hyperliquids Umsatz von rund 105 Millionen Dollar im September zeigt, wie Zinserträge aus Einlagen die Einnahmen in einer ruhigeren Handelsphase ergänzen können. Grayscale nennt den Einlagenbestand und den Anteil der Zinsen, der Hyperliquid zufließt. Angaben zur erzielten Rendite, zum monatlichen Zinsbetrag oder zum Anteil dieser Einnahmen am Gesamtumsatz der Plattform enthält die Analyse nicht.