Meta AI hat ein ausdrücklich spekulatives Szenario entworfen, in dem große Geschäftsbanken und internationale Zahlungsallianzen das XRP Ledger für grenzüberschreitendes Liquiditätsmanagement von Unternehmen und Handelsfinanzierungen nutzen. Das könnte die Nachfrage nach XRP strukturell erhöhen. Unabhängig davon will Binance nach einer Sicherheitsprüfung ab dem 1. November 2026 Auszahlungen schrittweise wieder ermöglichen. Keine der beiden Entwicklungen belegt bislang eine tatsächlich entstandene institutionelle Nachfrage oder, dass sämtliche Risiken der Plattform behoben sind.
XRP bewegt sich weiter in einer Handelsspanne
XRP wurde zuletzt laut der im Artikel angeführten Analyse in einer Spanne von 1,20 bis 1,30 US-Dollar gehandelt. Der Token hält sich oberhalb einiger mittelfristiger Unterstützungen, stößt jedoch im Bereich von 1,35 bis 1,45 US-Dollar auf Widerstand. In einem allgemein steigenden Markt könnte ein anhaltender Anstieg über 1,60 bis 1,80 US-Dollar auf einen stärkeren mittelfristigen Trend hindeuten und einen erneuten Test des bisherigen Rekordhochs von etwa 3,65 bis 3,66 US-Dollar ermöglichen.
Kurzfristige Unterstützung wird bei 1,18 bis 1,22 US-Dollar gesehen, eine weitere Zone liegt bei 1,10 bis 1,15 US-Dollar. Ein Halten dieser Marken würde nach Einschätzung der Analyse die übergeordnete Erholungsstruktur stützen. Die Momentumindikatoren sind derweil neutral bis schwach und signalisieren noch keinen ausgeprägten Aufwärtstrend.
Kursziele im zweistelligen Bereich setzen breite institutionelle Nutzung voraus
Das von Meta AI beschriebene Szenario unterstellt, dass große Zahlungsallianzen und mehrere Geschäftsbanken das XRP Ledger offiziell als bevorzugte Infrastruktur für grenzüberschreitende Abwicklungen und Unternehmenszahlungen auswählen. Würde ein erhebliches Volumen institutioneller Zahlungen über das Netzwerk laufen, könnte die Nachfrage nach XRP als Brückenwährung deutlich zunehmen. Es gibt jedoch keine Belege dafür, dass die genannten Institutionen eine solche Nutzung beschlossen haben. Das Szenario wäre zudem auf die Abstimmung mehrerer Beteiligter angewiesen und bleibt höchst unsicher.
Unter dieser Annahme und bei einem breit angelegten Bullenmarkt für Kryptowährungen nennt der Artikel eine mögliche Spanne von 32 bis 58 US-Dollar für XRP sowie ein extremes Kursziel von mehr als 85 US-Dollar bis zum 1. Januar 2027. Dabei handelt es sich um Projektionen, nicht um einen bestätigten Basisfall. Voraussetzung wären eine umfassende, koordinierte Nutzung durch Banken und Zahlungsnetzwerke sowie eine entsprechende Entwicklung des XRP-Ledger-Ökosystems. Die genannten Prognosen sind für sich genommen kein Beleg dafür, dass diese Bedingungen eintreten.
Binance will Auszahlungen ab dem 1. November schrittweise freigeben
Binance kündigte an, nach einer Sicherheitsprüfung am 1. November 2026 zunächst einen Teil der Auszahlungen kontrolliert und schrittweise wieder zu ermöglichen. Die Börse erklärte, die Kundengelder seien sicher. Die finanziellen Folgen der entwendeten Vermögenswerte wolle sie vollständig selbst tragen und nicht an Kunden weitergeben. Nach eigenen Angaben hat Binance rund 95 Prozent des betroffenen Betrags abgedeckt. Einzahlungen blieben während des Vorfalls möglich; zugleich arbeitete die Börse mit Partnern und Strafverfolgungsbehörden an der Wiederbeschaffung von Vermögenswerten.
Der Neustart der Auszahlungen ist ein Fortschritt bei der Reaktion auf den Vorfall, bedeutet aber nicht, dass alle Wiederherstellungs- und Rückholmaßnahmen abgeschlossen sind. Für das Vertrauen der Nutzer werden die Zuverlässigkeit der Dienste, weitere Rückholbemühungen und transparente Informationen zum Vorfall entscheidend sein. Eine mögliche Entspannung der Stimmung nach dem Plattformvorfall ist unabhängig von der hypothetischen Einführung des XRP Ledger durch Banken: Keiner der beiden Vorgänge belegt den jeweils anderen.