- Bitcoin (BTC) zeigt nach einem Rückgang auf das jüngste Tief von 59.100 US-Dollar Anzeichen einer Erholung und schwankt derzeit um 63.600 US-Dollar. Diese Volatilität hat weltweit eine breite Diskussion darüber ausgelöst, ob der Boden dieses Zyklus erreicht ist.
- In den letzten Monaten verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs Nettoabflüsse von etwa 5,8 Milliarden US-Dollar, da die institutionelle Nachfrage insgesamt in Nettoverkäufe umgeschlagen ist, was die Preisrallye erheblich belastet.
- On-Chain-Daten zeigen, dass der aktuelle Preis nur etwa 9 % über dem realisierten Preis liegt und mehr als die Hälfte der im Umlauf befindlichen Bestände sich in einem Buchverlust befindet. Die Meinungen darüber, ob es noch einen letzten Rückgang geben wird, sind weiterhin geteilt.
Kapitalabflüsse von Institutionen führen zu Marktbewertungen
Laut von Bloomberg zusammengestellten Daten haben US-Spot-Bitcoin-ETFs in den letzten Monaten erhebliche Kapitalabflüsse erlebt, mit einem kumulierten Nettoabfluss von 5,8 Milliarden US-Dollar. Ein Bericht von CryptoQuant zeigt, dass die Nachfrage von US-Institutionen nach Krypto-Assets Anzeichen von Stagnation zeigt und sich kürzlich in Nettoverkäufe verwandelt hat. Die Bären argumentieren, dass die anhaltenden Kapitalabflüsse die Verschlechterung der Marktnachfrage widerspiegeln und dass es ohne neuen Kapitalzufluss schwierig ist, eine solide technische Unterstützung zu bilden. Die Bullen hingegen behaupten, dass ein solcher Kapitalabfluss ein typisches Merkmal einer beschleunigten Bereinigung des Marktes ist, das oft mit der endgültigen Bestätigung eines Bewertungsbodens einhergeht.
On-Chain-Indikatoren nähern sich historischen sensiblen Bereichen
In Bezug auf wichtige On-Chain-Daten liegt der aktuelle Bitcoin-Marktpreis nur etwa 9 % über seinem realisierten Preis. Der realisierte Preis wird oft als der durchschnittliche Haltekostenpunkt aller im Umlauf befindlichen Token angesehen und ist ein wichtiger Indikator zur Bewertung der Gesamtkosten der Investoren. Historisch gesehen nähert sich der Marktpreis in der Nähe der Hauptzyklus-Tiefs oft diesem realisierten Preis. Analyst Vetle Lunde betont, dass derzeit mehr als die Hälfte der im Umlauf befindlichen Bitcoin-Bestände in einem Buchverlust sind, was darauf hindeutet, dass der Raum für weitere Verkäufe und Gewinnmitnahmen erheblich geschrumpft ist. Diese Art von Bestandsstruktur ist in der Vergangenheit bei mehreren Markttiefs wiederholt aufgetreten.
Verteidigungslogik der Bullen unter Einfluss von Katalysatoren
Geoffrey Kendrick, globaler Leiter der digitalen Asset-Forschung bei der Standard Chartered Bank, äußerte in einem aktuellen Bericht die Meinung, dass der vorläufige Tiefpunkt der Krypto-Asset-Preise in diesem Zyklus erreicht ist. Er nennt die marginale Entspannung geopolitischer Spannungen und den erfolgreichen Börsengang von SpaceX als zwei potenzielle Katalysatoren für eine Erholung des Marktes. Kendrick glaubt, dass die Entspannung des globalen geopolitischen Drucks dazu beitragen kann, den Aufwärtsdruck auf die internationalen Ölpreise und die US-Staatsanleihenrenditen zu verringern. Gleichzeitig wird erwartet, dass der Druck durch Kapitalabflüsse von Investoren, die ihre Bitcoin-Bestände zur Teilnahme an dem Börsengang veräußert haben, allmählich nachlässt.
Bestätigung des Bodens erfordert weiterhin Nachfragebereinigung
Obwohl sich mehrere wichtige technische und On-Chain-Indikatoren dem Bodenbereich nähern, warnt Analyst Vetle Lunde ebenfalls, dass Bitcoin vor der Bestätigung eines nachhaltigen Erholungstrends weiterhin durch potenzielle Unsicherheiten gestört werden könnte, was zu einem letzten Rückgang führen könnte. Im Vergleich zu mehreren typischen tiefen Einbrüchen in der Vergangenheit erscheint das Ausmaß der Verkäufe in diesem Zyklus insgesamt noch relativ gering. In den letzten 30 Tagen wurden weltweit etwa 187.000 Bitcoins mit Verlust verkauft, was immer noch deutlich unter dem Verkaufsvolumen liegt, das durch den Zusammenbruch von FTX Ende 2022 ausgelöst wurde. Forscher von CryptoQuant weisen darauf hin, dass das aktuelle Preisniveau eher als Kandidatenbereich für einen Bewertungsboden angesehen werden sollte, anstatt als bereits bestätigter Zyklusboden. Sollte die Nachfrage der Kerninstitutionen nicht wie erwartet zurückkehren, könnte die Marktpreisgestaltung einer volatilen Neubewertung unterzogen werden.