Die Aktie von Zebra Technologies hat seit dem Verkauf des Robotikgeschäfts im April sechs Monate in Folge zugelegt und rund 58 Prozent gewonnen. Am 6. Oktober stieg sie über die Marke von 386,23 US-Dollar, die sich aus einer Cup-with-Handle-Formation ergibt. Zuletzt notierte der Kurs wieder nahe diesem Niveau. Mit den Zahlen für das dritte Quartal in der kommenden Woche rückt die Frage in den Fokus, ob das Geschäft die Rally stützen kann.
Robotikverkauf begleitet den Kursanstieg
Zebra Technologies (NASDAQ: ZBRA), seit Langem für industrielle Produkte bekannt, wird auch als KI-Aktie wahrgenommen. Im April kündigte das Unternehmen den Verkauf seines Geschäftsbereichs für Robotikautomation an Skild AI an. Seitdem setzt Zebra stärker auf Radiofrequenz-Identifikation (RFID), maschinelles Sehen und KI-Produkte. Die Aktie setzte ihren Aufwärtstrend fort.
Der Kurs liegt über der Marke von 386,23 US-Dollar und bewegte sich zuletzt in deren Nähe. Auch die Relative-Stärke-Linie zeigt nach oben: Die Aktie hat damit den S&P 500 übertroffen. Die Chartanalyse ordnet die aktuelle Formation als frühes „Base-on-Base“-Muster ein. Vor den Quartalszahlen steht nun im Mittelpunkt, wie der Markt auf die Geschäftsentwicklung reagiert.
Starkes zweites Quartal gab der Aktie Rückenwind
Die Ergebnisse für das zweite Quartal stützten den Kurs. Zebra meldete einen Gewinn von 6,35 US-Dollar je Aktie und übertraf damit die Analystenschätzung von 4,36 US-Dollar. Der Umsatz erreichte 1,6 Milliarden US-Dollar, etwas mehr als die erwarteten 1,5 Milliarden US-Dollar. Nach der Veröffentlichung stieg die Aktie um 26 Prozent.
Die Zahlen für das dritte Quartal werden in der kommenden Woche erwartet. An der Wall Street liegt die Prognose derzeit bei 4,89 US-Dollar Gewinn je Aktie und 1,6 Milliarden US-Dollar Umsatz. Im Vergleich zum Vorquartal wird damit ein geringerer Gewinn erwartet, während die Umsatzschätzung weitgehend unverändert ist. Entsprechend dürften neben den tatsächlichen Zahlen auch Zebras Einschätzungen zur Geschäftsentwicklung Beachtung finden.
Produkte für Handel, Logistik und Gesundheitswesen
Zum Angebot gehören Thermodrucker, Barcode-Scanner, mobile und tragbare Computer, weitere Scan-Geräte sowie Software zur Aufgabenverwaltung. Zebra beliefert Kunden aus Einzelhandel, Fertigung, Transport, Logistik und Gesundheitswesen. Nach Angaben des Unternehmens soll das KI-Portfolio Arbeitsabläufe optimieren und Geschäftsprozesse vereinfachen.
Am 1. Oktober schloss Zebra die Übernahme von Elo Touch Solutions ab und ergänzte damit sein Angebot um Selbstbedienungskioske und Zahlungslösungen. Elo-Geräte kommen unter anderem zum Einsatz, um Kassensysteme und Self-Checkout-Prozesse zu verbessern. Der Verkauf des Robotikgeschäfts, die veränderte Produktausrichtung und die Ergänzung um Zahlungslösungen markieren zentrale Veränderungen im Geschäft. Der Quartalsbericht in der kommenden Woche liefert neue Daten zur operativen Entwicklung.