- US-Präsident Trump unterzeichnete im Schloss Versailles in Paris ein vorläufiges Abkommen mit dem Iran, das den Waffenstillstand um 60 Tage verlängert und den Seetransport in der Straße von Hormus vollständig wiederherstellt. Infolgedessen fiel der Preis für Brent-Rohöl-Futures um 2 % auf etwa 78 Dollar pro Barrel, während die West Texas Intermediate (WTI) Futures an der New Yorker Warenterminbörse um 2,5 % auf 74,08 Dollar sanken.
- Die globalen Aktienmärkte zeigten eine gemischte Performance. Die asiatischen Märkte wurden durch das Nachlassen geopolitischer Risiken beflügelt, wobei der KOSPI und der Nikkei 225 neue Rekordhöhen erreichten. Der STOXX 600 in Europa hingegen schloss aufgrund schwacher Energieaktien im Minus, während die US-Aktienfutures nach einer vorherigen Korrektur auf niedrigem Niveau wieder anzogen.
- Der Rentenmarkt preist eine Zinserhöhung im Oktober vollständig ein, wobei die Fed zum vierten Mal in Folge die Zinsen unverändert ließ. Etwa die Hälfte der Mitglieder deutet jedoch an, dass eine Zinserhöhung in diesem Jahr möglich ist. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen fiel auf 4,45 %, während der Dollar-Index seinen Aufwärtstrend fortsetzte und mit 100,46 den größten Tagesanstieg seit April verzeichnete.
Nachlassende geopolitische Prämien formen Energieversorgungserwartungen neu
Das vorläufige Abkommen zwischen den USA und dem Iran öffnet die Straße von Hormus wieder für den kommerziellen Schiffsverkehr, wobei Unternehmen wie die Saudi National Shipping Company den Verkehr wieder aufgenommen haben. Dies führte dazu, dass Brent und WTI in dieser Woche um insgesamt 15 % fielen. Obwohl die US-Rohölbestände in der vergangenen Woche um 8,3 Millionen Barrel zurückgingen, was auf eine enge Marktlage hindeutet, bereiten sich Länder wie der Irak darauf vor, ihre Exporte zu erhöhen, wodurch die geopolitische Risikoprämie erheblich abgebaut wird. Analysten der Mitsubishi UFJ Financial Group (MUFG) weisen darauf hin, dass die Erhöhung der Exporte die Ölpreisprognosen erheblich unter Druck setzt. Sollte der 60-tägige vorläufige Rahmen nicht in ein langfristiges Abkommen umgewandelt werden, könnten die Schwankungen auf den Energiemärkten erneut zunehmen.
Falkenhafte Geldpolitik begrenzt Vermögensbewertungen
Die Fed kündigte an, die Zinsen zum vierten Mal in Folge unverändert zu lassen, doch die Beamten betonten, dass das Wirtschaftswachstum robust sei und das Inflationsrisiko im Vergleich zur Verbesserung des Arbeitsmarktes dringlicher sei. Die Dot-Plot-Diagramme zeigen, dass etwa die Hälfte der Mitglieder in diesem Jahr mit einer Zinserhöhung rechnet. Bob Michele, Chief Investment Officer von JPMorgan Asset Management, erklärte, dass dies darauf hindeutet, dass die Entscheidungsträger sich auf eine Straffung der Politik vorbereiten. Obwohl Fed-Vorsitzender Kevin Walsh seine Haltung zur Abschwächung der Forward Guidance beibehält, haben die Händler auf dem Geldmarkt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober vollständig eingepreist. Analysten von Goldman Sachs (GS:US) weisen darauf hin, dass das Basisszenario zwar weiterhin von unveränderten Zinsen in diesem Jahr ausgeht, das Risiko einer Zinserhöhung jedoch erheblich gestiegen ist.
Globale Aktienmärkte zeigen strukturelle Divergenzen
Unter dem doppelten Einfluss von stark fallenden Ölpreisen und steigenden Zinserwartungen zeigen die globalen Aktienmärkte eine deutliche Spaltung. Die wichtigsten asiatischen Indizes zeigten eine starke Performance, wobei der KOSPI um 2,25 % stieg und erstmals die Marke von 9000 Punkten überschritt; der Nikkei 225 stieg ebenfalls um 1,6 % und erreichte neue Rekordhöhen. Im Gegensatz dazu fiel der STOXX 600 in Europa um 0,5 %, belastet durch Schwergewichte im Energiesektor wie Shell (SHEL:US) und BP (BP:US), was die Gewinne im Technologiesektor, wie bei ASML (ASML:US), ausglich. Die US-Aktienfutures zeigten eine Erholung, was darauf hindeutet, dass der Markt versucht, die vorherigen falkenhaften Äußerungen im Lichte der Gewinnprognosen der KI-Branche zu verdauen.
Wechselwirkungen zwischen Devisen- und Anleihemärkten belasten Rohstoffe
Da die Zinserwartungen für Oktober bereits vorweggenommen wurden, kam es zu einem kurzfristigen technischen Rückgang der US-Anleiherenditen, wobei die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 1 Basispunkt auf 4,45 % fiel und die Rendite der 2-jährigen US-Anleihen bei etwa 4,168 % stabil blieb. Auf dem Devisenmarkt zeigte der Dollar-Index eine starke Performance und stieg auf 100,46, nahe dem Zweimonatshoch. Unter dem doppelten Druck eines starken Dollars und hoher Zinserwartungen fiel der Preis für New Yorker Gold-Futures im frühen Handel um 1,2 % auf 4328,20 Dollar pro Unze. Eine Analyse der Saxo Bank zeigt, dass renditelose Vermögenswerte wie Gold versuchen, ein Gleichgewicht zwischen kurzfristigem makroökonomischem Druck und langfristiger struktureller Unterstützung zu finden. Sollte die Kerninflation wieder anziehen, könnte die Marktpreisbildung neu bewertet werden.