- Die Citigroup verschiebt ihre Prognose für den Zeitpunkt der Zinssenkung der Fed von September auf Oktober und erwartet eine weitere Senkung im Dezember, hauptsächlich aufgrund der zunehmend restriktiven Haltung der Entscheidungsträger.
- Der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh hat offiziell die Abschaffung der vorausschauenden Leitlinien angekündigt und betont, dass zukünftige Entscheidungen stark von aktuellen Wirtschaftsdaten und Ereignissen abhängen werden, was die Unsicherheit über die Reaktionsfunktion der Fed erheblich erhöht.
- Das Zinsbeobachtungstool der CME zeigt, dass Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September auf 50 Prozent eingepreist haben, während Institutionen wie Nomura Securities, Bank of America und Deutsche Bank auf das potenzielle Risiko einer weiteren Straffung der Politik hinweisen.
Citigroup korrigiert den geldpolitischen Kurs und verschiebt den Zeitpunkt der Zinssenkung
In ihrem neuesten Bericht hat die Citigroup ihre Prognose für den geldpolitischen Kurs der Fed angepasst. Als eine der zuvor gemäßigt eingestellten großen Wall-Street-Banken erwartet Citigroup nun, dass die Fed im Oktober und Dezember 2026 den Leitzins um jeweils 25 Basispunkte senken wird, gefolgt von einer weiteren Senkung im Januar 2027. Diese Anpassung widerspricht ihrer vorherigen Einschätzung von aufeinanderfolgenden Zinssenkungen im September, Oktober und Dezember. Der Hauptgrund für diese Korrektur liegt in der deutlich restriktiveren Stimmung innerhalb der Fed. Auf der am Mittwoch abgehaltenen geldpolitischen Sitzung hielt die Fed den Leitzins unverändert, aber das Dot-Plot-Diagramm zeigt, dass fast die Hälfte der Entscheidungsträger in diesem Jahr noch mit einer Zinserhöhung rechnet, wobei die anhaltende Inflationsbelastung die Hauptsorge der Beamten darstellt.
Warsh gestaltet Kommunikationsmechanismus neu und hebt vorausschauende Leitlinien auf
Der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh kündigte auf seiner ersten Pressekonferenz nach Amtsantritt bedeutende Reformen in der politischen Kommunikation an und erklärte die Abschaffung der seit Jahren bestehenden vorausschauenden Leitlinien. Warsh betonte, dass es unter den aktuellen makroökonomischen Bedingungen unangebracht sei, klare zukünftige Handlungsanweisungen zu geben, und dass die Fed keinen vorausschauenden Rahmen für spezifische Maßnahmen bei nachfolgenden Sitzungen bieten könne. Analysten der Deutschen Bank wiesen darauf hin, dass die Fed, die nicht mehr stark auf vorausschauende Leitlinien angewiesen ist, bei unerwartet hohen Inflationsdaten möglicherweise schneller die Geldpolitik straffen könnte, was die Wahrscheinlichkeit einer sofortigen Zinserhöhung bei jeder zukünftigen Sitzung erhöht. Investoren werden ihre Entscheidungsmodelle grundlegend ändern müssen.
Wall Street erhöht Risiko der Straffung und Neupreisung der aktuellen Zinssätze
Mit der Unklarheit der politischen Leitlinien begann die Finanzmarktneupreisung der Zinssätze schnell. Laut dem FedWatch-Tool der Chicago Mercantile Exchange Group (CME) haben Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der September-Sitzung auf 50 Prozent eingepreist, ein deutlicher Anstieg gegenüber 27 Prozent am Vortag. Nomura Securities und die Bank of America, die ursprünglich keine Zinssenkung in diesem Jahr erwarteten, erklärten, dass das Dot-Plot-Diagramm ein starkes Signal sendet, dass das Risiko einer Zinserhöhung in diesem Jahr weiter zunimmt. In diesem Umfeld können selbst kleine wirtschaftliche Störungen vom Markt verstärkt werden und zu größeren Schwankungen der Vermögenspreise führen.
Datenabhängiges Kommunikationsmodell erhöht Marktunsicherheit
Mehrere Investmentbanken betonen, dass sich der zukünftige Marktführungsmechanismus grundlegend ändern wird. JPMorgan weist darauf hin, dass Investoren nach dem Wegfall der vorausschauenden Leitlinien stark auf die bevorstehenden Kerndaten der Wirtschaft und die öffentlichen Äußerungen der Fed-Beamten angewiesen sein werden, wobei die Bedeutung der Stellungnahmen der politischen Entscheidungsträger erheblich zunimmt. Das Analyseteam der Barclays Bank erklärt, dass dieser Wandel hin zu einem daten- und ereignisgesteuerten Kommunikationsansatz die Unsicherheitsprämie des Marktes erheblich erhöht hat. Auf dieser Grundlage hat Barclays ihre Prognose für die Fed-Politik von einer Zinssenkung um 25 Basispunkte im März 2027 auf die Erwartung korrigiert, dass die Fed den Leitzins im gesamten Jahr 2027 unverändert lassen wird. Sollte der Kerninflationsindikator in der zweiten Jahreshälfte weiter ansteigen, könnte die globale Asset-Preis-Benchmark einer neuen Bewertungsrunde unterzogen werden.