- US-Präsident Trump unterzeichnete im Schloss Versailles in Paris ein vorläufiges Abkommen mit dem Iran, das den Waffenstillstand um 60 Tage verlängert und die Schifffahrt in der Straße von Hormus wieder aufnimmt. Der Brent-Rohölpreis fiel in dieser Woche um etwa 15 % auf 78 Dollar pro Barrel.
- Die US-Notenbank (Fed) hat zum vierten Mal in Folge die Zinsen unverändert gelassen. Der neue Vorsitzende Kevin Warsh hat die vorausschauende Orientierung heruntergespielt, und der Geldmarkt hat die Zinserhöhung im Oktober vollständig eingepreist.
- Die globalen Aktienmärkte zeigen ein Tauziehen zwischen Bullen und Bären. Die US-Aktien-Futures erholen sich, während der südkoreanische KOSPI-Index und der japanische Nikkei 225-Index neue Rekordhöhen erreichen. Die europäischen Aktienmärkte schlossen leicht im Minus, belastet durch schwergewichtige Energiewerte.
Nahost-Abkommen lässt geopolitische Risikoprämien schwinden
Am Donnerstag kam es zu einem deutlichen Rückgang der Risikoprämien auf den globalen Energiemärkten. Laut dem veröffentlichten Abkommen zwischen den USA und dem Iran unterzeichneten beide Seiten im Schloss Versailles in Paris ein vorläufiges Abkommen, das den Waffenstillstand um 60 Tage verlängert, um tiefere Verhandlungen über einen endgültigen Frieden zu ermöglichen. Das Abkommen sieht die vollständige Wiederaufnahme des gebührenfreien Seeverkehrs durch die Straße von Hormus vor. Diese Nachricht führte zu einer schnellen Reaktion auf dem Schifffahrtsmarkt, und einige Schiffe, darunter die der Saudi National Shipping Company, begannen, die Meerenge erneut zu durchqueren. Der Brent-Rohölpreis fiel an diesem Tag um 2 % auf etwa 78 Dollar pro Barrel, während der Preis für West Texas Intermediate (WTI) um 2,5 % auf 74,08 Dollar pro Barrel sank. Beide Benchmark-Ölpreise haben in dieser Woche um etwa 15 % nachgegeben. Obwohl die US-Rohölbestände in der vergangenen Woche um 8,3 Millionen Barrel zurückgingen, was auf ein knappes Angebot hinweist, ist die vorübergehende Entspannung der geopolitischen Risiken der Hauptfaktor, der die kurzfristigen Ölpreise bestimmt.
Geldmarkt preist Zinserhöhung im Oktober vollständig ein
Während die Energiepreise zurückgehen, steht der Rentenmarkt vor den Auswirkungen einer Neuausrichtung der Geldpolitik der Fed. Auf der am Mittwoch beendeten Sitzung der Geldpolitik hielt die Fed zum vierten Mal in Folge den Leitzins unverändert. Fed-Beamte erklärten, dass das Wirtschaftswachstum robust sei und hoben die Produktivitätssteigerungen und die starke Kapitalinvestition hervor. Der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh fügte keine persönlichen Prognosen in das Punktdiagramm ein und setzte damit seinen Stil der Abschwächung der vorausschauenden Orientierung fort. Analysten wiesen darauf hin, dass etwa die Hälfte der Mitglieder in diesem Jahr eine Zinserhöhung zur Eindämmung der Inflation erwartet, was ein klares Signal an den Markt sendet. Infolgedessen haben Händler auf dem Geldmarkt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober von 80 % Anfang dieser Woche auf 100 % vollständig eingepreist. Sollte sich die Kerninflation in Zukunft erholen, könnte das Fenster für eine Wiederaufnahme der Zinserhöhungspolitik der Fed offiziell geöffnet werden.
Übergreifende Vermögensallokation zeigt tiefe Divergenzen
Die Entspannung der geopolitischen Lage und die hawkischen Signale der Fed bilden zusammen eine komplexe Logik der übergreifenden Vermögenspreisgestaltung. Der Dollar-Index setzte seine Stärke unter dem Einfluss der Straffungserwartungen fort und stieg leicht auf etwa 100,46, nahe einem Zwei-Monats-Hoch; der Euro fiel um 0,1 % auf 1,15 Dollar. Auf dem Rohstoffmarkt fiel der Preis für New Yorker Gold-Futures aufgrund der erhöhten Opportunitätskosten durch die Zinserwartungen im frühen Handel um 1,2 % auf 4328,20 Dollar. Gleichzeitig gingen die Renditen am Anleihemarkt nach einem vorherigen starken Anstieg leicht zurück, wobei die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen bei 4,45 % blieb und die der 2-jährigen Anleihen leicht auf 4,168 % fiel. Analysten glauben, dass, obwohl die kurzfristigen US-Anleiherenditen zuvor aufgrund der wirtschaftlichen Daten gestiegen sind, die stillschweigende Zustimmung der Fed zur Straffungspreisgestaltung des Marktes die gesamte Renditekurve der Staatsanleihen der G10-Länder weiter anheben könnte.
Aktienmärkte zwischen Inflationsentspannung und hohen Zinsen
Die globalen Aktienmärkte zeigen deutliche regionale und sektorale Unterschiede. Die US-Aktien-Futures stiegen volatil, wobei der S&P 500-Futures um 0,9 % und der Nasdaq 100-Futures um 1,5 % zulegten und die Verluste des Vortages wettmachten. In den asiatisch-pazifischen Märkten trieb die optimistische Stimmung die Hauptindizes nach oben, wobei der südkoreanische KOSPI-Index um 2,25 % auf 9063,84 Punkte stieg und erstmals die 9000-Punkte-Marke überschritt; der japanische Nikkei 225-Index stieg ebenfalls um 1,6 % auf 71053,49 Punkte und erreichte damit neue historische Höchststände. Im Gegensatz dazu fiel der europäische STOXX 600-Index insgesamt um 0,5 %, obwohl der Rückgang der Ölpreise dazu beitrug, den inflationsbedingten Druck in Europa zu lindern und Technologiewerte wie ASML (ASML:NL) und Infineon (IFX:GR) anzukurbeln. Schwergewichtige Energiewerte wie Shell (SHEL:LN) und BP (BP:LN) fielen jedoch stark mit den Ölpreisen und belasteten letztendlich die Gesamtperformance des Index.