Die Vorzugsaktie STRC von Strategy erreichte am 4. November kurzzeitig wieder 100 US-Dollar. Ab dieser Schwelle kann das Unternehmen neue Aktien ausgeben – und damit möglicherweise Bitcoin-Käufe finanzieren, statt weiter eigene STRC-Titel zurückzukaufen. Ob Strategy an diesem Tag tatsächlich Bitcoin mit den Erlösen kaufte, ist nicht bestätigt.
STRC erreicht die Ausgabeschwelle von 100 Dollar
Strategy teilte am 4. November mit, dass STRC die Marke von 100 US-Dollar erreicht habe. Verwaltungsratschef Michael Saylor kommentierte dies mit den Worten: „We are back.“ Daten von STRC.live zufolge stieg der Kurs kurz auf 100 Dollar und gab anschließend leicht nach. Der Schlusskurs lag bei 99,97 Dollar.
STRC.live schätzte, Strategy könnte an diesem Tag sein At-the-Market-Programm (ATM) wieder aufgenommen und damit genügend Mittel für den Kauf von rund 191 Bitcoin eingesammelt haben. Strategy bestätigte diese Berechnung nicht; sie stammt vom externen Datendienst.
Die Marke von 100 Dollar erweitert die Finanzierungsmöglichkeiten des Unternehmens. Nach der derzeitigen Strategie gibt Strategy keine neuen STRC-Aktien aus, solange der Kurs darunter liegt. Aus Angaben vom 2. November geht hervor, dass zum 1. November noch STRC im Wert von rund 18 Milliarden Dollar zur Ausgabe und zum Verkauf verfügbar waren. Bleibt der Kurs über der Schwelle, kann Strategy durch den Verkauf von Vorzugsaktien Kapital aufnehmen, ohne Stammaktien auszugeben.
Rückkäufe kosteten Strategy rund zwei Milliarden Dollar
STRC notierte über längere Zeit unter seinem Nennwert von 100 Dollar. Seit Juli kaufte Strategy die Vorzugsaktie für rund zwei Milliarden Dollar zurück, um den Kurs zu stützen. Liegt STRC unter der Ausgabeschwelle, kann das Unternehmen über neue Verkäufe nur eingeschränkt Mittel beschaffen. Stattdessen können Rückkäufe Barmittel binden – und aus einem möglichen Finanzierungsinstrument einen Mittelabfluss machen.
Zum 1. November hielt Strategy 849.327 Bitcoin. Eine erneute Ausgabe von STRC könnte weitere Käufe finanzieren. Ob es dazu kommt, lässt sich erst anhand künftiger Angaben zu Aktienverkäufen und Bitcoin-Beständen beurteilen.
Tägliche Dividenden gingen der Rückkehr zum Nennwert voraus
Der Kursanstieg folgte auf eine Änderung des Dividendenrhythmus. Seit dem 1. November zahlt Strategy die Dividende auf STRC täglich. Das Unternehmen will damit die Kursstabilität verbessern und die Aktie für Anleger mit Fokus auf laufende Erträge attraktiver machen. Die annualisierte Dividendenrendite liegt derzeit bei 12 Prozent. Innerhalb von drei Handelstagen nach der Umstellung erreichte STRC wieder 100 Dollar.
Strategy-CEO Phong Le bezeichnete STRC als „digitalen Kredit für alle“. Im ersten Jahr erreichte das Produkt ein Volumen von 10 Milliarden Dollar; das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen lag bei rund 143 Millionen Dollar. Le zufolge haben zudem Stablecoins und tokenisierte Produkte mit Renditefokus auf STRC ein Volumen von 500 Millionen Dollar erreicht. Das deutet darauf hin, dass Strategy den Einsatz des Produkts über die Bitcoin-Finanzierung hinaus ausweiten will.
Vorzugsaktien finanzieren Bitcoin, verursachen aber Dividendenkosten
Fidelity Digital Assets beschrieb unbefristete Vorzugsaktien in einer am 20. Oktober veröffentlichten Analyse als neue Quelle institutioneller Nachfrage nach Bitcoin. Nach Schätzung des Unternehmens hatten Bitcoin-bezogene Vorzugsaktien von Strategy und anderen Emittenten bis zum 5. Oktober Käufe von insgesamt 135.979 Bitcoin finanziert. Solche Wertpapiere können Anleger ansprechen, die regelmäßige Erträge suchen; die Erlöse fließen anschließend in Bitcoin. Damit unterscheidet sich dieser Finanzierungsweg von Spot-Bitcoin-ETFs.
Die Emittenten müssen jedoch laufend Dividenden zahlen. Fidelity zufolge lässt sich die Konstruktion leichter tragen, wenn Wertsteigerungen bei Bitcoin diese Kosten ausgleichen. Bei einem längeren Abschwung könnte der finanzielle Druck auf die Unternehmen zunehmen. Strategy hielt an der Dividendenrate von 12 Prozent fest, während STRC längere Zeit unter dem Nennwert notierte, und gab Milliarden für Rückkäufe aus. Das macht die Kosten deutlich, die mit der Kursstützung und dem Erhalt der Finanzierungsmöglichkeit verbunden sind.
Anleger können die wöchentlichen Angaben von Strategy zu STRC-Ausgaben, Bitcoin-Käufen und Rückkäufen verfolgen. Erst daraus wird ersichtlich, ob die wieder geöffnete Ausgabemöglichkeit tatsächlich zu neuen Bitcoin-Käufen führt.