- Die USA und der Iran haben einen vorläufigen Rahmenvertrag zur Beendigung des Konflikts und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus erreicht, was die internationalen Rohölpreise auf ein Dreimonatstief sinken ließ und die globalen Sorgen über eine langfristig hohe Inflation deutlich milderte.
- Der Spotpreis für Gold sprang um 2,7 % auf 4.334,48 US-Dollar pro Unze und erreichte damit ein neues Wochenhoch, da die Marktoptimisten versuchen, den wichtigen Widerstand bei 4.400 US-Dollar zu durchbrechen.
- Mit dem Rückgang der geopolitischen Prämie und der Ölpreise haben Händler ihre Zinserwartungen für die Fed in diesem Jahr stark gesenkt. Die politische Sitzung dieser Woche wird erstmals vom neuen Vorsitzenden Kevin Warsh geleitet und stellt ein wichtiges Fenster für makroökonomische Preisänderungen dar.
Entspannung der geopolitischen Lage löst Neupreisung von Vermögenswerten aus
Mit der Bestätigung eines vorläufigen Rahmenabkommens zur Beendigung des Konflikts und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus durch US-amerikanische und iranische Beamte erlebt der globalen Rohstoffmarkt, der lange unter der Nahostlage litt, erhebliche Schwankungen. US-Präsident Trump erklärte, dass nach der offiziellen Unterzeichnung des Abkommens am Freitag in der Schweiz die US-Seeblockade der iranischen Häfen aufgehoben und die Straße von Hormus vollständig wieder geöffnet werde. Diese marginale Veränderung schwächt direkt die zuvor durch geopolitische Konflikte verursachten Lieferkettenrisiken. Mehrere europäische Länder erklärten sich ebenfalls bereit, die Sanktionen schrittweise aufzuheben, nachdem der Iran Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Nuklearproblem ergriffen hat. Infolgedessen fiel der Dollar-Index auf ein Zehn-Tages-Tief, während der Rückgang der Ölpreise den Inflationsdruck in den wichtigsten Volkswirtschaften der Welt direkt verringerte.
Schwächere Straffungserwartungen stützen Goldanstieg
Der Rückgang der Ölpreise hat die bisherigen Marktannahmen über den geldpolitischen Kurs direkt verändert. Aufgrund der hohen Energiepreise wurde allgemein erwartet, dass die Fed die Zinssätze langfristig hoch halten würde, was die Haltekosten für das renditelose Asset Gold kontinuierlich erhöhte und den Preis insgesamt unter Druck setzte. Analysten weisen darauf hin, dass mit dem Rückgang der potenziellen Inflationsrisiken Händler beginnen, ihre Preisgestaltung für den zukünftigen Zinspfad der Fed intensiv anzupassen. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Fed bis Ende des Jahres von 69 % in der letzten Woche schnell auf 53 % gesunken. Kurzfristig sind das Abkühlen des Zinsanstiegsrisikos und die sinkenden Haltekosten die Hauptantriebskräfte für den starken Anstieg des Spot-Goldpreises.
Beginn der Warsh-Ära: Märkte beobachten aufmerksam die vorausschauende Orientierung
Der globale Markt konzentriert sich in dieser Woche auf die bevorstehende Fed-Sitzung. Dies ist nicht nur die erste wichtige Entscheidung nach dem Rückgang der Inflationserwartungen, sondern auch die erste Sitzung unter der Leitung des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh. Obwohl der Markt derzeit allgemein erwartet, dass der Leitzins in dieser Woche unverändert bleibt, werden Händler durch die politische Erklärung und die anschließenden Äußerungen nach entscheidenden Signalen für den zukünftigen Zinszyklus suchen. Sollte sich die Kerninflation in den USA weiter verlangsamen, könnte das Zinserhöhungsfenster der Fed in diesem Jahr offiziell geschlossen werden; andernfalls könnte der aktuelle optimistische Marktpreis bei einem Wiederanstieg der Inflation aufgrund anderer Variablen erneut einer Neubewertung unterzogen werden.
Technische Analyse bestätigt kurzfristigen Boden
Aus technischer Sicht hat der Spot-Goldpreis die kurzfristige Unterstützung bei etwa 4.000 US-Dollar pro Unze bestätigt, und der jüngste Anstieg zeigt eine starke Aufwärtsdynamik. Derzeit steht der Preis vor dem Widerstand bei 4.400 US-Dollar pro Unze, der allgemein als kurzfristige Trennlinie zwischen Bullen und Bären angesehen wird. Marktanalysten glauben, dass, wenn der Spot-Goldpreis erfolgreich über 4.400 US-Dollar zurückerobert und sich dort stabilisiert, dies die allgemeine Risikobereitschaft des Marktes erheblich verbessern und voraussichtlich mehr technische Käufe anziehen wird, was den Goldpreis weiter in Richtung des 50-Tage-Durchschnitts treiben könnte. Andernfalls könnte der Goldpreis kurzfristig in die aktuelle Spanne zurückkehren und in einem Konsolidierungsmuster schwanken, wenn er auf Gewinnmitnahmen stößt.