- Die wichtigsten US-Aktienindex-Futures fielen am letzten Handelstag vor dem starken Quartalsabschluss leicht, wobei der Dow-Future um 0,11 %, der S&P 500-Future um 0,06 % und der Nasdaq 100-Future um 0,07 % nachgaben.
- Der Kundenservice-Anbieter Concentrix fiel vorbörslich um 24 %, nachdem er in seinem Finanzbericht die Jahresprognose gesenkt hatte, während der Verteidigungstechnologie-Lieferant AeroVironment dank eines Umsatzsprungs um 30,4 % zulegte.
- Die Kerninvestmentbanken an der Wall Street schwächten sich vorbörslich ab, nachdem sie von der Ratingagentur Oppenheimer Securities herabgestuft wurden. Der Markt richtet seine gesamte Aufmerksamkeit auf die Rede von Fed-Chef Walsh am Dienstagabend in Europa.
Leichte Schwankungen vor dem starken Quartalsabschluss
Die wichtigsten US-Aktienindex-Futures stehen am letzten Handelstag nach einem rekordverdächtigen Quartalsanstieg vor einer Bewährungsprobe und zeigen sich vorbörslich relativ ruhig. Aus einer langfristigen Perspektive haben der S&P 500 und der Nasdaq Composite in den letzten drei Monaten eine hohe Handelsaktivität gezeigt und könnten das beste Quartalsergebnis seit sechs Jahren erzielen. Auch der Blue-Chip-Index Dow Jones Industrial Average zeigt eine starke Widerstandsfähigkeit und könnte den größten Quartalsanstieg seit 2022 verzeichnen. Der leitende Marktanalyst von Trade Nation, Morrison, betont, dass trotz der aktuellen makroökonomischen Herausforderungen wie geopolitische Lieferkettenkonflikte, globale Ölpreisschwankungen und allgemeine Bedenken hinsichtlich der langfristigen Kapitalrendite von KI, Investoren noch keine technischen Anzeichen für eine Marktspitze oder Erschöpfung sehen. Bei kleinen Kurskorrekturen wird oft schnell Kapital von außen angezogen.
Makroindikatoren und Zentralbank-Zinspfad
Da Händler in die letzte Abrechnungsphase des Quartals eintreten, stehen der JOLTS-Bericht über offene Stellen und der Verbrauchervertrauensindex des Conference Board, die am Dienstagabend veröffentlicht werden, im Mittelpunkt des Interesses. Globale Makro-Fonds kalkulieren die restriktive Politik der Fed für die zweite Jahreshälfte neu, basierend auf der Abschwächung des Arbeitsmarktes. Laut dem neuesten Swap-Zinsmodell der London Stock Exchange Group haben Händler aufgrund der strukturellen Inflationsbeständigkeit der Kernpreise im ersten Quartal bereits eine mindestens einmalige Zinserhöhung der Fed bis Ende 2026 in die aktuelle Vermögensbewertung eingepreist. Festverzinsliche Investoren werden die öffentliche Rede von Fed-Chef Kevin Walsh am Dienstagabend beim Forum der portugiesischen Zentralbank genau verfolgen. Jede Anpassung der Häufigkeit der Forward Guidance oder der Reaktion auf Wechselkursschwankungen könnte die US-Staatsanleihen-Renditekurve sofort umgestalten.
Korrektur der Einzeltitelprognosen und Umstrukturierung der Bankbewertungen
Auf der Ebene der Unternehmensoperationen zeigen sich vorbörslich asymmetrische Anpassungen der Aktienbewertung. Oppenheimer Securities hat in einem seltenen Schritt die langfristigen Kredit- und Finanzratings der großen Investmentbanken an der Wall Street herabgestuft, was dazu führte, dass die Aktien von Morgan Stanley vorbörslich um 1,7 % und die von Goldman Sachs um 0,9 % fielen. Die Analysten der Bank empfehlen, einen Teil des liquiden Kapitals aus traditionellen Investmentbanking-Vermittlungen abzuziehen und es in alternative Vermögensverwaltungsdienste mit stabileren Kapitalrenditen umzuschichten. Gleichzeitig hat die Herabstufung der Jahresprognose von Concentrix für Betriebseinnahmen und Gewinne den Risikoaufschlag im digitalen Informationsdienstleistungssektor unter Druck gesetzt, was mit der aktuellen Schwächeperiode von Wachstumswerten im Juni in gewissem Maße korreliert.