- Der Spotpreis für Gold schwankte am Dienstag in einer engen Spanne über 4311 US-Dollar pro Unze, nachdem er am Vortag um über 2% gestiegen war und ein Hoch von über einer Woche erreicht hatte. Marktteilnehmer wägen derzeit das vorläufige geopolitische Abkommen zwischen den USA und Iran sowie die bevorstehende Entscheidung der US-Notenbank ab.
- Das vorläufige Abkommen zwischen den USA und Iran sieht die Wiedereröffnung der zuvor blockierten Straße von Hormus vor und verlängert die Waffenruhe um 60 Tage, um die Verhandlungen über das Atomprogramm voranzutreiben. Dieser Schritt hat die Spannungen im Nahen Osten teilweise entschärft und den kurzfristigen Risikoaufschlag auf den Goldpreis gedämpft.
- Die Citigroup hat ihr Goldpreisziel für die nächsten drei Monate um 500 US-Dollar auf 4500 US-Dollar pro Unze angehoben, während Singapur angekündigt hat, ein außerbörsliches Goldclearing-System einzurichten und einen Zentralbank-Goldverwahrungsdienst einzuführen, um seine Position als globales Goldhandelszentrum zu festigen.
Vorläufiges Waffenstillstandsabkommen zwischen USA und Iran mildert geopolitische Spannungen
US-Präsident Trump erklärte, dass die USA und Iran ein vorläufiges Abkommen unterzeichnet haben, das darauf abzielt, den Konflikt in der Golfregion zu beenden. Obwohl die genauen Details noch nicht vollständig veröffentlicht wurden, ist bekannt, dass das Abkommen die Wiedereröffnung der für den globalen Energie- und Rohstofftransport entscheidenden Straße von Hormus vorsieht. Zudem wird die Waffenruhe um 60 Tage verlängert, um den Diplomaten beider Länder Zeit zu geben, zentrale Streitpunkte, einschließlich des iranischen Atomprogramms, zu klären. Der Rückgang der geopolitischen Risiken führte dazu, dass der Spotpreis für Gold nach einem starken Anstieg am Montag in eine Konsolidierungsphase eintrat, während der für August zur Lieferung vorgesehene US-Gold-Future um 0,4% auf 4332,60 US-Dollar pro Unze zurückging.
Fed-Sitzung steht bevor, Markt wartet auf Warshs Richtlinien
Der globale Goldmarkt richtet derzeit seine Aufmerksamkeit auf die am Mittwoch anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) und die Pressekonferenz von Zentralbankchef Kevin Warsh zur Geldpolitik. Die meisten Makro-Institutionen an der Wall Street erwarten, dass die Fed den aktuellen Zinskorridor beibehält. Da Gold eine nicht verzinsliche Anlage ist, könnte ein unerwartet hawkisches Signal der Fed in ihrer Erklärung kurzfristig Druck auf den internationalen Goldpreis ausüben; umgekehrt könnte eine gemäßigte Haltung dem Goldpreis weiteren Auftrieb verleihen.
Optimismus der Institutionen bleibt bestehen, physische Nachfrage zeigt Unterschiede
Trotz der Abkühlung der Risikostimmung bleiben große Finanzinstitute optimistisch hinsichtlich der langfristigen Entwicklung von Gold. Die Citigroup hat in ihrem jüngsten Bericht die Goldpreisprognose für die nächsten drei Monate um 500 US-Dollar auf 4500 US-Dollar pro Unze angehoben, was das tiefe Vertrauen der Investoren in Gold als Inflationsschutz und Anlageinstrument widerspiegelt. Allerdings zeigt die Nachfrage nach physischem Gold und Silber Unterschiede. Als einer der weltweit größten Silberverbraucher hat die indische Regierung bekannt gegeben, dass die Silberimporte im Mai aufgrund verschärfter Importkontrollen um 87% im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen sind und den niedrigsten Stand seit über drei Jahren erreicht haben.
Singapur treibt Infrastrukturprojekte voran, um Goldpreisfestsetzung zu erlangen
Im Zuge der Neugestaltung des asiatischen Edelmetallmarktes zeigt Singapur ein starkes Expansionsbestreben. Der stellvertretende Premierminister von Singapur hat öffentlich angekündigt, dass das Land ein neues außerbörsliches Goldclearing-System einrichten und offiziell einen Zentralbank-Goldverwahrungsdienst einführen wird. Diese Maßnahme zielt darauf ab, durch die Verbesserung der finanziellen Infrastruktur und die Erhöhung der Liquiditätssicherheit Singapur als global wettbewerbsfähiges Goldhandelszentrum zu etablieren. Mit der steigenden Nachfrage nach physischen Goldreserven in Asien könnte dieser Schritt in Zukunft das traditionelle Goldpreisfestsetzungsmonopol von London und New York verändern.
Edelmetallsektor insgesamt unter Druck, Spot-Silber und Platinmetalle fallen
Aufgrund der Stagnation des Goldpreises auf hohem Niveau und der Anpassung der industriellen Nachfrageerwartungen zeigten andere Edelmetallprodukte am Dienstag im Handel allgemein eine rückläufige Tendenz. Der Spotpreis für Silber fiel um 0,4% auf 69,74 US-Dollar pro Unze und konnte die vorherige starke Entwicklung nicht fortsetzen. Auch die Platinmetalle schwächten sich ab, wobei der Spotpreis für Platin um 0,4% auf 1761 US-Dollar pro Unze fiel, während Palladium mit einem Rückgang von 1,3% auf 1331,59 US-Dollar pro Unze am schwächsten abschnitt. Analysten weisen darauf hin, dass bei einem erfolgreichen Fortschritt des Friedensabkommens zwischen den USA und Iran die Risikoprämien in den Lieferketten der Rohstoffmärkte weiter reduziert werden könnten.