- Nach einem starken zweiten Quartal verzeichneten die US-Aktienmärkte erhebliche Zuwächse, wobei der S&P 500 und der Nasdaq-Index um etwa 14 % bzw. 20 % stiegen und der Philadelphia Semiconductor Index um über 80 % zulegte. Allerdings haben Wall-Street-Institutionen kürzlich verstärkt vor einer Korrektur gewarnt.
- Obwohl die Unternehmensgewinne im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 23,1 % gestiegen sind und damit eine fundamentale Unterstützung bieten, steht das Marktgeld unter dem Druck der Umschichtung zum Quartalsende. Einige Staats- und Pensionsfonds könnten sich auf langfristige US-Staatsanleihen umorientieren, die hinterherhinken.
- Der Amtsantritt des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh bringt politische Unsicherheiten mit sich. In Kombination mit der Verdreifachung des Hebels bei Long-Positionen auf Halbleiter-ETFs auf fast 340 Milliarden US-Dollar könnte das spekulative Risiko eine Korrektur der US-Aktienbewertungen um 10 % bis 20 % auslösen.
Gewinne sind widerstandsfähig, aber Erwartungen hoch
Die Gewinne des S&P 500-Index werden im zweiten Quartal voraussichtlich stark im Jahresvergleich steigen, und Analysten haben ihre Erwartungen kontinuierlich nach oben korrigiert. Goldman Sachs weist darauf hin, dass der Anstieg des Index im vergangenen Jahr hauptsächlich durch Gewinne und nicht durch Bewertungsausweitungen getrieben wurde. Wenn die Finanzberichte die hohen Erwartungen nicht übertreffen, wird der Aufwärtsspielraum begrenzt sein.
Fed-Änderungen verstärken politische Unsicherheit
Nach der Sitzung unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh sind die Meinungen über seinen politischen Kurs deutlich gespalten. Die Bank of America erwartet bis Ende des Jahres drei Zinserhöhungen, während einige Institutionen keine weiteren Erhöhungen erwarten. Die unklare vorausschauende Orientierung ist zu einer zentralen Variablen geworden.
Hebelwirkung verstärkt potenzielle Volatilität
Die spekulative Stimmung in Technologiebranchen wie Halbleitern nimmt zu, und das Volumen der dreifachen Long-Positionen auf Halbleiter-ETFs hat sich innerhalb eines Jahres auf fast 340 Milliarden US-Dollar verdoppelt. Analysten sagen, dass die hohe Konzentration von kurzfristigem Hebelkapital bei negativen Nachrichten den Verkaufsdruck vervielfachen könnte.
Quartalsend-Umschichtungen und Asset-Rebalancing unter Druck
Da Aktien deutlich besser abschneiden als Anleihen, stehen große Institutionen am Quartalsende vor der Notwendigkeit eines Asset-Rebalancings. Angesichts der schwachen Performance langfristiger US-Staatsanleihen könnten Staatsfonds und Pensionskassen beschließen, einige Aktien zu verkaufen und US-Anleihen aufzustocken, was kurzfristig Druck auf den Aktienmarkt ausübt.