- Die US-Aktienmärkte S&P und Nasdaq verzeichneten den größten Quartalsanstieg seit 2020, da starke Gewinnprognosen die Störungen durch geopolitische Konflikte im Nahen Osten effektiv ausglichen.
- Obwohl Technologiewerte im Juni aufgrund hoher Bewertungen und Bedenken hinsichtlich der KI-Ausgaben unter Druck standen, führte die erneute Erholung im Halbleitersektor zu einer Wiederbelebung der Aufwärtsdynamik.
- Die Schwankungen der Ölpreise verstärkten die Sorgen über die Hartnäckigkeit der Inflation, und der Markt hat das Risiko von Zinserhöhungen bereits eingepreist. Große Banken weisen darauf hin, dass in der zweiten Jahreshälfte Kapital in zyklische und wertorientierte Sektoren umgeschichtet werden könnte.
Quartalsleistung erreicht neues Sechsjahreshoch
Am Dienstag stieg der S&P 500 Index (SPX) um 0,79 % auf 7499,36 Punkte, der Nasdaq Index (IXIC) um 1,52 % auf 26213,72 Punkte, beide verzeichneten den größten Quartalsanstieg seit 2020; der Dow Jones Industrial Index (DJI) stieg im gesamten Quartal um etwa 13 % und erreichte erneut ein Rekordhoch. Trotz der Korrektur im Technologiesektor im Juni übertraf die Gesamtleistung dank starker Quartalsberichte die allgemeinen Markterwartungen deutlich.
Technologie führt an und Breite erholt sich
An den Märkten führte der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) mit einem Anstieg von 3,92 % deutlich. Das Verhältnis von steigenden zu fallenden Aktien an der NYSE und Nasdaq lag jeweils über 1 zu 1, was auf eine weiterhin gesunde Marktbreite hinweist. Bei den Einzelwerten gab es weiterhin Unterschiede, Nike (NKE:US) fiel nach der Veröffentlichung des Quartalsberichts nachbörslich um etwa 2 %, was zeigt, dass der Markt die Leistung von Nicht-Technologie-Schwergewichten strenger bewertet.
Geopolitische Lage und Inflationsbewertung
Die geopolitische Unsicherheit stellt weiterhin eine Herausforderung für das makroökonomische Umfeld dar. Obwohl die USA und der Iran ein Memorandum of Understanding unterzeichnet haben, erschwerten Gefechte am Wochenende und gescheiterte hochrangige Treffen in Doha die vollständige Beseitigung geopolitischer Prämien. Die heftigen Schwankungen der Ölpreise verstärkten die Sorgen über Inflation und restriktive Geldpolitik. Daten der London Stock Exchange Group (LSEG) zeigen, dass Händler bereits eine Zinserhöhung der Fed bis Ende 2026 eingepreist haben.
Stilrotation und Marktausblick
Das Vermögensverwaltungsunternehmen Wealthspire Advisors betont die robuste Leistung der US-Wirtschaft und der Unternehmensgewinne. Im zweiten Halbjahr könnte eine Neubewertung der Marktpreise erfolgen, falls die Kerninflation wieder ansteigt. Strategen der Bank of America (BofA) weisen darauf hin, dass angesichts des Bewertungsdrucks auf Technologiewerte zyklische und wertorientierte Sektoren wie Energie und Finanzen in der nächsten Phase möglicherweise die besseren Anlageoptionen darstellen.