- Aufgrund der eskalierenden geopolitischen Lage im Nahen Osten, die zu Blockaden der Schifffahrtsrouten führt, sind etwa ein Fünftel der weltweiten Öltransporte auf dem Seeweg potenziell gefährdet. Der Preis für Brent-Rohöl-Futures ist kürzlich deutlich auf fast 120 US-Dollar pro Barrel gestiegen und hat damit den höchsten Stand seit 2022 erreicht.
- Die neuesten gemeinsamen Statistiken der Internationalen Energieagentur (IEA) und S&P Global Mobility zeigen, dass die hohen Kraftstoffkosten den globalen Endverbrauch zur Umstellung zwingen. In 37 Ländern wurden im März oder April dieses Jahres Rekordverkäufe von Elektrofahrzeugen in einem Monat erzielt.
- In ihrem jüngsten Bericht hat die Internationale Energieagentur ihre Prognosen nach oben korrigiert und erwartet, dass der weltweite Absatz von Elektrofahrzeugen im Jahr 2026 23 Millionen erreichen wird, was einem Anstieg von etwa 15 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Anteil an den weltweiten Neuwagenverkäufen dürfte auf 30 % steigen.
Geopolitische Risikoprämien rekonstruieren globale Energiekosten
Die Unsicherheit der Schifffahrt in der strategisch wichtigen Straße von Hormus im Nahen Osten hat erheblich zugenommen und stört direkt die globale Ölversorgungskette. Durch diesen Schock ist der Preis für Brent-Rohöl auf dem internationalen Markt gestiegen. Branchenanalysten weisen allgemein darauf hin, dass, wenn die geopolitische Blockade länger als erwartet anhält, der Ölpreis die Marke von 150 US-Dollar pro Barrel überschreiten könnte. Die anhaltend hohen Einzelhandelspreise für Kraftstoff untergraben zunehmend die Wirtschaftlichkeit von herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor und zwingen Verbraucher in vielen Ländern, sich bei ihrer Kaufentscheidung für neue Energiefahrzeuge zu entscheiden.
Signifikantes Wachstum der Verkaufszahlen in den Kernmärkten Europas und Asien-Pazifik
In 37 der 150 Länder mit verfügbaren Daten wurden Rekordverkäufe von Elektrofahrzeugen in einem Monat erzielt. Der europäische Markt war der erste, der von den steigenden Kraftstoffpreisen betroffen war, und verzeichnete im März einen Anstieg der Neuzulassungen von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) um 51 % im Vergleich zum Vorjahr. Die monatlichen Verkaufszahlen überschritten 224.000 Einheiten, und der Marktanteil stieg schnell auf 22 %. Gleichzeitig veränderte sich auch die Konsumstruktur im asiatisch-pazifischen Raum. In Australien verdoppelte sich der Marktanteil von Elektrofahrzeugen im März fast auf 23 %, und die monatlichen Verkaufszahlen von batterieelektrischen Fahrzeugen erreichten 15.839 Einheiten, was eine starke Durchdringungskraft zeigt.
Strukturelle Substitutionseffekte in aufstrebenden Märkten
Auch in aufstrebenden Märkten wie Lateinamerika und Südostasien zeigen Elektrofahrzeuge ein starkes Wachstumspotenzial. Obwohl der Gesamtabsatz auf dem philippinischen Automarkt im April um 18,9 % zurückging, stiegen die Verkäufe von Elektrofahrzeugen deutlich an und bildeten einen starken Kontrast zur allgemeinen Schwäche des Marktes für herkömmliche Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Der brasilianische Markt wurde direkt durch die steigenden Kosten für herkömmlichen Kraftstoff beeinflusst, wobei der durchschnittliche Benzinpreis im März auf 6,3 Reais pro Liter stieg, was einem Anstieg von 37 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2020 entspricht. Dies bot kostengünstigen neuen Energieanbietern Expansionsmöglichkeiten, und der chinesische Automobilhersteller BYD (002594:CH) erreichte erstmals die Spitze der Einzelhandelsverkaufscharts in Brasilien.
Langfristige Angebots- und Nachfrageprognosen und makroökonomische Variablen
Laut dem Bericht „Global Electric Vehicle Outlook 2026“ der Internationalen Energieagentur durchläuft der globale Markt für neue Energiefahrzeuge einen tiefgreifenden Wandel von einer politikgetriebenen zu einer kostengesteuerten Entwicklung. Sollte der internationale Ölpreis auf hohem Niveau bleiben, könnte der Absatz von Elektrofahrzeugen in der Asien-Pazifik-Region in diesem Jahr um mehr als 50 % steigen, und auch der lateinamerikanische Markt wird ein starkes Wachstumspotenzial beibehalten. Analysten warnen jedoch, dass die Geschwindigkeit der Durchdringung von Elektrofahrzeugen weltweit weiterhin durch mehrere Variablen eingeschränkt wird, darunter die Produktionskapazität der Lieferkette, die Belastbarkeit der nationalen Stromnetze und Änderungen der makroökonomischen Finanzpolitik. Sollten die Preise für wichtige Rohstoffe ungewöhnlich schwanken, könnte die Marktpreisgestaltung und das Tempo der Verbreitung neu bewertet werden müssen.