- Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Baghaei, erklärte am 15., dass der Iran nicht beabsichtigt, eine gesetzlich verbotene Durchfahrtsgebühr für Handelsschiffe im Persischen Golf zu erheben. Stattdessen plant der Iran, Gebühren für spezifische Dienstleistungen innerhalb der Meerenge zu erheben, um seine Verwaltungsbefugnisse über diese weltweit wichtige Schifffahrtsroute zu regulieren.
- Diese Gebührenidee entstand nach den geopolitischen Spannungen und der Schifffahrtssicherheitskrise, die durch den Angriff der USA und Israels auf den Iran im Februar dieses Jahres ausgelöst wurden. Im Mai gründete der Iran offiziell die Persian Gulf Strait Management Authority, um Sicherheitsdurchfahrtsgenehmigungen zu verwalten und diskutiert aktiv mit Oman die Einrichtung eines dauerhaften Gebührensystems, was weltweit Besorgnis über steigende Durchfahrtskosten in der Meerenge auslöste.
- Zahlreiche internationale Politiker äußerten öffentlich ihre Besorgnis über diesen Schritt. Der französische Präsident Macron betonte, dass er alles tun werde, um das internationale Recht zu verteidigen und die gebührenfreie Durchfahrt zu gewährleisten, während der US-Vizepräsident Vance andeutete, dass ein Memorandum of Understanding zwischen den USA und dem Iran die langfristige Offenhaltung der Meerenge sicherstellen könnte. Die genaue Definition der Servicegebühren und technische Details müssen jedoch noch in weiteren Verhandlungen geklärt werden.
Änderung der Gebührennatur löst Diskussionen über internationale Rechtskonformität aus
Gemäß den geltenden internationalen Gesetzen und der UN-Seerechtskonvention ist es illegal, in internationalen Schifffahrtsstraßen wie der Straße von Hormus direkte Durchfahrtsgebühren zu erheben. Das Erheben angemessener Gebühren für spezifische Dienstleistungen wie Sicherheitsgarantien, Umweltschutz oder Notfallrettung innerhalb der Meerenge bietet jedoch einen gewissen rechtlichen Spielraum. Die iranische Regierung versucht, die Durchfahrtsgebühr als Servicegebühr neu zu definieren, um eine rechtliche Grundlage für die Ausübung der Kontrolle über die Meerenge zu schaffen, ohne offen gegen internationale Normen zu verstoßen. Der Iran hat bisher keine konkreten Dienstleistungen oder Preisstandards festgelegt, aber es wurde angedeutet, dass sie mit Umweltschutz oder Sicherheitseskorten zusammenhängen könnten.
Eskalation geopolitischer Konflikte erzwingt Normalisierung des Meerenge-Managements
Der formelle Vorschlag zur Erhebung von Gebühren in der Straße von Hormus begann direkt nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar 2026. In der Folge wurden Handelsschiffe in diesem Gebiet einer Reihe von Vergeltungsmaßnahmen ausgesetzt. Um seine Kontrolle und seinen Einfluss im Persischen Golf zu festigen, signalisierte der Iran im März erstmals die Einführung von Gebühren und gründete im Mai schnell die Persian Gulf Strait Management Authority. Die Hauptaufgabe dieser Behörde besteht darin, Sicherheitsdurchfahrtsgenehmigungen zu verwalten, was darauf hindeutet, dass das Management des Iran über dieses Gebiet von einer temporären Kriegsreaktion zu einer institutionalisierten Normalisierung übergegangen ist. Die internationale Schifffahrtsgemeinschaft befürchtet, dass die Durchfahrtsbedingungen in der Straße von Hormus kurzfristig nicht vollständig auf den Zustand vor dem Konflikt zurückkehren werden, unabhängig vom Ausgang zukünftiger diplomatischer Verhandlungen.
Globale Schifffahrtskosten unter Druck und Risiko der Neubewertung von Lieferketten
Als weltweit wichtigste Öltransportroute trägt die Straße von Hormus etwa ein Fünftel des globalen Ölhandels. Marktanalysen im Schifffahrtssektor weisen darauf hin, dass die Einführung eines dauerhaften Gebührensystems und eines Sicherheitsdurchfahrtsgenehmigungssystems durch den Iran, unabhängig unter welchem Dienstleistungsnamen die Gebühren erhoben werden, unweigerlich die Betriebskosten, Verzögerungen und Versicherungsprämien für globale Öltanker erhöhen wird. Schifffahrtsunternehmen könnten mit komplexeren Genehmigungsverfahren konfrontiert werden, und einige Handelsströme von Rohstoffen könnten dadurch sogar umstrukturiert werden. Vor dem Hintergrund einer weiterhin sensiblen globalen Inflation wird die Widerstandsfähigkeit der globalen Energieversorgungskette unter Druck bleiben, wenn die geopolitische Prämie der Meerenge langfristig nicht abgebaut werden kann.
Internationale multilaterale diplomatische Auseinandersetzungen und technische Verhandlungen im Voraus
Angesichts der einseitigen Maßnahmen des Iran im Schifffahrtsmanagement sind die Reaktionen der internationalen Gemeinschaft unterschiedlich und die Auseinandersetzungen nehmen zu. Der französische Präsident Macron erklärte, dass er entschlossen sei, das internationale Recht zu verteidigen und die gebührenfreie Durchfahrt zu gewährleisten. Gleichzeitig neigt die US-Regierung dazu, die Krise durch ein diplomatisches Verständigungsabkommen zu lösen. Der US-Vizepräsident Vance deutete an, dass das zwischen den USA und dem Iran erzielte Memorandum of Understanding die langfristige Offenhaltung der Straße von Hormus sicherstellen könnte, wobei der Schwerpunkt darauf liegt, keine Durchfahrtsgebühren zu erheben. Die USA räumen jedoch ein, dass die genaue Definition der vom Iran vorgeschlagenen Servicegebühren und die technische Trennung dieser Gebühren von den Durchfahrtsgebühren der zentrale und umstrittenste Punkt in den kommenden multilateralen technischen Verhandlungen sein werden. Sollte es zu einem Scheitern der Verhandlungen kommen, könnte der Markt die geopolitischen Risiken neu bewerten.