- Die Rendite der 10-jährigen japanischen Staatsanleihen stieg am Montag um 3 Basispunkte auf 2,675% und verzeichnete damit den dritten Tag in Folge einen Anstieg, da die Sorgen über eine potenzielle fiskalische Expansion, die eine Inflationsrückkehr und eine Verschlechterung der Finanzen auslösen könnte, weiter zunehmen.
- Medienberichten zufolge plant Premierministerin Sanae Takaichi eine neue Wachstumsstrategie, die bis 2040 in 17 strategischen Bereichen öffentliche und private Investitionen in Höhe von insgesamt etwa 2,3 Billionen US-Dollar anziehen soll, was die Erwartungen an ein erhöhtes Angebot an japanischen Staatsanleihen und eine Neubewertung der Politik weckt.
- Obwohl die Kerninflationsrate Japans im Mai den vierten Monat in Folge unter dem 2%-Ziel der Bank of Japan (BoJ) lag, bleibt das Interesse des Marktes an einer möglichen weiteren Zinserhöhung nach einer Anhebung auf 1% aufgrund hoher Energiekosten und des Drucks auf den Yen-Kurs hoch.
Erwartungen an fiskalische Expansion lösen Verkaufsdruck auf Anleihenmarkt aus
Der japanische Staatsanleihenmarkt setzte heute seinen Abwärtstrend fort, wobei die Renditen über alle Laufzeiten hinweg stiegen. Der Verkaufsdruck wurde hauptsächlich durch den neuesten langfristigen Investitionsplan der japanischen Regierung ausgelöst. Laut einem von den Medien veröffentlichten Entwurf plant die Regierung, in den nächsten zehn Jahren bis zu 2,3 Billionen US-Dollar an öffentlichen und privaten Mitteln zu mobilisieren. Dieses enorme Investitionsvolumen verstärkt die Sorgen der festverzinslichen Investoren über ein zukünftiges Anstieg des Anleiheangebots, was zu einem Druck auf die langfristigen Renditen führt.
Langfristige Renditekurve steht vor Angebotsbewertung
In Bezug auf diesen riesigen Investitionsplan weist Ataru Okumura, Senior Rate Strategist bei SMBC Nikko Securities, darauf hin, dass die fiskalische Expansion das heimische Inflationsniveau weiter anheben könnte, was zu steigenden Zinsen führen und die Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen verstärken könnte. Analysten glauben, dass, wenn dieser Plan offiziell umgesetzt wird, die marginalen Veränderungen in der japanischen Fiskal- und Geldpolitik in Resonanz treten könnten, was den Anleihenmarkt in einen Kreislauf aus steigenden Renditen und wachsendem Haushaltsdefizit führen könnte.
Abkühlung der Inflationsdaten stoppt Zinserhöhungserwartungen nicht
Auf der Ebene der Geldpolitik hat die am Freitag veröffentlichte Makrodaten gezeigt, dass die Kerninflationsrate Japans im Mai unter dem 2%-Ziel der Zentralbank blieb und den vierten Monat in Folge verlangsamte, aber dies hat die hawkische Preisgestaltung des Anleihenmarktes nicht wesentlich verändert. Die politischen Entscheidungsträger konzentrieren sich weiterhin auf die importierten Inflationsrisiken, die durch steigende Energiekosten und die Abwertung des Yen verursacht werden. Anleihenhändler erwarten allgemein, dass die Bank of Japan, selbst wenn die kurzfristigen Inflationsdaten zurückgehen, nach einer Anhebung des Leitzinses auf 1% wahrscheinlich ihren Kurs der schrittweisen Straffung der Geldpolitik beibehalten wird.
Institutionelle Ansichten und Zinsrisikoprämie
Skye Masters, Leiterin der Marktanalyse bei der National Australia Bank (NAB), erklärt, dass die neuesten Inflationsdaten die derzeitige Tendenz der Bank of Japan zur schrittweisen Straffung der Politik wahrscheinlich nicht ändern werden. Mit der Veränderung des makroökonomischen Umfelds wird die Risikoprämie auf dem festverzinslichen Markt neu bewertet. Sollte die Kerninflation in Zukunft durch fiskalische Anreize erneut ansteigen, könnte die Preisgestaltung des Endzinssatzes für Zinserhöhungen weiter nach oben korrigiert werden, was die Renditekurve der Staatsanleihen weiterhin unter Aufwärtsdruck setzen würde.