- Der südkoreanische KOSPI-Index versucht nach dem fünftgrößten Tagesverlust in der Geschichte eine Erholung, jedoch fehlt es an Schwung. Die Bank of New York Mellon weist darauf hin, dass die zuvor den Index auf Rekordhöhen treibenden Käufe von Kleinanlegern aufgrund der zurückhaltenden Haltung der Regulierungsbehörden gegenüber gehebelten ETFs nachlassen.
- Die Positionen im globalen Chip- und Halbleitersektor sind stark überfüllt. Der Markt konzentriert sich auf den nach Börsenschluss in den USA veröffentlichten Bericht von Micron Technology (MU:US), wobei besonderes Augenmerk auf langfristige Lieferverträge und Vorauszahlungsvereinbarungen mit Großkunden gelegt wird.
- Der Yen handelt im asiatischen Handel bei etwa 160,56 gegenüber dem US-Dollar. Das japanische Finanzministerium plant, die Verwaltung seiner Devisenreserven in Höhe von 1,3 Billionen US-Dollar zu verbessern. Der Markt ist wachsam gegenüber möglichen gemeinsamen Interventionen von Finanzminister Satsuki Katayama und US-Finanzminister Scott Bessent.
Rückzug von Kleinanlegern belastet Erholung des südkoreanischen Aktienmarkts
Der KOSPI-Index, der von Chip-Aktien dominiert wird, geriet am Mittwochmorgen nach einem kurzen Anstieg ins Schwanken und machte die Gewinne bis zur Mittagszeit in Seoul weitgehend zunichte. Die neueste Analyse der Bank of New York Mellon zeigt, dass die Dynamik der Kleinanleger, die in den letzten Monaten den südkoreanischen Aktienmarkt angetrieben hat, sich allmählich verändert. Insbesondere nach der jüngsten vorsichtigen und zurückhaltenden Haltung der südkoreanischen Regulierungsbehörden gegenüber beliebten gehebelten ETF-Produkten hat die Kaufbereitschaft der Kleinanleger deutlich nachgelassen. Aufgrund der nachlassenden Käufe von Kleinanlegern fehlt es dem KOSPI-Index nach dem fünftgrößten Tagesverlust in der Geschichte am Vortag an Vertrauen in eine Erholung, und der Markt zeigt insgesamt ein schwaches Konsolidierungsmuster.
Micron-Bericht als Prüfstein für überfüllte Halbleitergeschäfte
Auf dem Markt in Taipeh schwankte der Aktienkurs des Chip-Herstellers TSMC (2330:TW) nach unten, was die Vorsicht der Investoren vor der Veröffentlichung eines wichtigen Katalysators widerspiegelt. Der bevorstehende Bericht von Micron Technology (MU:US) wird als nächster zentraler Indikator für die Stimmung und Kapitalflüsse im asiatischen und globalen Chipsektor angesehen. Laut einer Umfrage der Bank of America im Juni unter Fondsmanagern glauben bis zu 80 % der befragten professionellen Investoren, dass Long-Positionen im Halbleitersektor derzeit die am stärksten überfüllten Geschäfte auf den globalen Finanzmärkten sind, ein historischer Höchststand. Angesichts der hohen Konzentration von Marktpositionen und Bewertungsniveaus ist die Toleranz der Investoren gegenüber Ergebnissen oder Prognosen, die die Erwartungen nicht erfüllen, erheblich gesunken.
Langfristige Lieferverträge und Einschätzung des KI-Zyklus
Das Interesse des Marktes am Bericht von Micron Technology beschränkt sich nicht nur auf kurzfristige Gewinne pro Aktie und Umsätze, sondern konzentriert sich auch darauf, ob das Unternehmen langfristige Lieferverträge mit wichtigen Großkunden abschließen kann und welche Vorauszahlungsvereinbarungen getroffen werden. Dies steht in direktem Zusammenhang mit der Kapazitätssicherung für Kernhardware wie High Bandwidth Memory (HBM) und der Sichtbarkeit zukünftiger Cashflows. Trotz der überfüllten Positionen zeigt die Umfrage unter Fondsmanagern auch, dass mehr als die Hälfte der Befragten der Meinung ist, dass der aktuelle Investitionszyklus in künstliche Intelligenz noch in einer Boomphase ist und noch nicht das Stadium der Blasenbildung, Gewinnmitnahmen oder Panik erreicht hat. Sollte die Prognose von Micron die Erwartungen übertreffen, könnte dies Kapital anziehen, um Technologieaktien neu zu bewerten.
Risiko einer gemeinsamen Intervention von Japan und den USA und Neubewertung der Devisenreserven
Auf dem G10-Devisenmarkt bleibt der Yen im asiatischen Handel unter Druck bei einem hohen Stand von 160,56 gegenüber dem US-Dollar, nahe der Schwelle, die zuvor Interventionen ausgelöst hat. Da der japanische Finanzminister Satsuki Katayama und der US-Finanzminister Scott Bessent diese Woche online kommunizieren, steigen die Erwartungen an eine mögliche gemeinsame Intervention der beiden Länder zur Unterstützung des Yen erheblich. Ein von Reuters erhaltener Entwurf eines Berichts zeigt, dass die japanische Regierung plant, die Verwaltung ihrer Devisenreserven in Höhe von 1,3 Billionen US-Dollar zu verbessern, die derzeit hauptsächlich aus US-Staatsanleihen bestehen. Sollten wesentliche makroökonomische Variablen oder Interventionen eintreten, könnte die globale Liquidität über verschiedene Anlageklassen kurzfristig neu bewertet werden.