- Die japanische Regierung plant, die Verwaltung ihrer rund 1,3 Billionen Dollar an Devisenreserven zu überarbeiten, um die Rendite der Vermögenswerte zu steigern und die fragile Finanzlage des Landes zu verbessern.
- Dieser Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der Premierministerin Sanae Takaichi verspricht, die Wirtschaft durch aktive Staatsausgaben zu unterstützen. Einige Beamte interpretieren dies als mögliche Nutzung der Überschüsse aus den Devisenreserven zur Finanzierung von Maßnahmen wie der Aussetzung der Lebensmittelverbrauchssteuer.
- Obwohl die Regierung bestrebt ist, die Effizienz zu steigern, wird allgemein angenommen, dass die Möglichkeit, das Anlageportfolio erheblich zu verändern, gering ist, da die Devisenreserven im Wesentlichen eine Quelle für liquide Mittel zur Intervention auf dem Devisenmarkt darstellen.
Auswirkungen der Fiskalpolitik und Reform des Sonderkontos
Laut einem von Reuters eingesehenen Entwurf des Wachstumsstrategieberichts wird die japanische Regierung die Verbesserung der Verwaltung von Vermögenswerten des öffentlichen Sektors, einschließlich des Sonderkontos für Devisenfonds, untersuchen und dabei die ursprünglichen Ziele dieser Einrichtung sorgfältig berücksichtigen. Derzeit stammen die japanischen Devisenreserven hauptsächlich aus früheren Käufen von US-Dollar, um die Aufwertung des Yen zu verhindern, und sind hauptsächlich in hochliquiden US-Staatsanleihen investiert. Da Premierministerin Sanae Takaichi kürzlich bekräftigte, dass die Devisenreserven von der Schwäche des Yen profitieren und sich gut entwickeln, sind die Erwartungen des Marktes gestiegen, dass die Regierung das Management der Devisenreserven ändern könnte, um den Staatshaushalt zu ergänzen.
Verteilung der Überschüsse aus Devisenreserven und potenzielle politische Spiele
Unter dem traditionellen Mechanismus werden die Überschüsse aus den japanischen Devisenreserven (einschließlich der Zinseinnahmen aus US-Staatsanleihen) regelmäßig auf das allgemeine Konto Japans überwiesen, um als zusätzliche Finanzierungsquelle für den jährlichen Staatshaushalt zu dienen. Mit der Einführung der umstrittenen fiskalischen Anreiz- und Steuererleichterungspläne von Premierministerin Sanae Takaichi gibt es jedoch innerhalb der Regierung Meinungsverschiedenheiten darüber, ob diese "Kriegskasse" weiter genutzt werden sollte. Wenn in Zukunft ein größerer Anteil der Überschüsse direkt verwendet wird, könnte dies zwar kurzfristig den Finanzierungsdruck auf das allgemeine Konto lindern, aber auch Bedenken bei Ratingagenturen hinsichtlich der langfristigen fiskalischen Disziplin aufwerfen.
Beschränkungen der Interventionsobergrenze und das Dilemma der Vermögensallokation
Die japanische Regierung führte Ende April 2024 und danach Yen-Kaufinterventionen im Wert von etwa 73 Milliarden Dollar durch, was zu einem rekordverdächtigen Rückgang der Devisenreserven um 5,6 % führte und die Grenzen fortgesetzter großangelegter Marktinterventionen aufzeigte. Wenn die Regierung bei der Verfolgung höherer Renditen die Vermögensallokation auf weniger liquide oder risikoreichere Anlagen verlagert, würde dies ihre Fähigkeit beeinträchtigen, bei extremen Schwankungen auf den globalen Devisenmärkten sofort zu reagieren. Informierte Kreise weisen darauf hin, dass es einen grundlegenden Konflikt zwischen der Aufrechterhaltung der Interventionsliquidität und der Verfolgung von Vermögensrenditen gibt, und dass eine umfassende Anpassung der Anteile an US-Staatsanleihen und anderen Kernanlagen in der Praxis auf erhebliche Hindernisse stößt.