- Ein IWF-Beamter erklärte, dass die aktuellen Bewertungen von KI-bezogenen Aktien nicht unbedingt eine Blase darstellen, und dass die Aufsichtsbehörden mehr auf die Veränderungen in der Finanzierungsstruktur großer Technologieunternehmen achten sollten.
- Seiner Meinung nach liegt das eigentliche Risiko nicht in kurzfristigen Kursschwankungen, sondern darin, dass Unternehmen langfristige Schulden in schnell veraltende KI-Infrastrukturen investieren, was zu einem Fristenmismatch führt.
- Sollten die kommerziellen Erträge der KI in Zukunft hinter den Erwartungen zurückbleiben, könnte dieses Expansionsmodell des "Langfristig leihen, kurzfristig kaufen" schnell zu Cashflow- und Schuldendruck führen und die finanzielle Stabilität gefährden.
Bewertungen zeigen keine typische Blase
Adrian, Direktor der Währungs- und Kapitalmärkte des IWF, betonte, dass man bei der Beurteilung einer Blase nicht nur auf steigende Aktienkurse schauen sollte, sondern darauf, ob die Bewertungen stark von den Gewinnen abweichen. Obwohl der KI-Sektor kürzlich stark gestiegen ist, übertreffen die Unternehmensgewinne weiterhin die Erwartungen, und der Anstieg konzentriert sich mehr auf Chips und grundlegende Hardware, ohne wahllose Spekulationen.
Finanzierungsfristen als größeres Risiko
Im Vergleich zu Aktienbewertungen sorgt er sich mehr darüber, dass Cloud-Anbieter und große Technologieunternehmen ihre Hebelwirkung kontinuierlich erhöhen, indem sie sich über langfristige, sogar über zehnjährige Anleihen finanzieren, um GPUs zu kaufen und Datenzentren zu bauen. Da die relevanten Geräte sehr schnell veralten, könnte die wirtschaftliche Lebensdauer der Vermögenswerte deutlich kürzer sein als die Laufzeit der Schulden.
Rückläufige Erträge verstärken den Cashflow-Druck
Solange fortschrittliche Modelle weiterhin Einnahmen generieren und Kunden bereit sind zu zahlen, kann dieses Modell aufrechterhalten werden. Doch sobald sich die Kommerzialisierung der KI verlangsamt oder die Renditen hinter den Erwartungen zurückbleiben, wird die Fähigkeit der Unternehmen, die Schuldendienstkosten zu decken, schwächer, und die Marktanfälligkeit wird schnell sichtbar.
Regulierungsdiskussionen verlagern sich von Blasen zu Strukturen
Diese Äußerungen sind eine Antwort auf die jüngsten globalen Diskussionen über die "KI-Blase". Die BIZ hat KI bereits als eines der Risiken für die finanzielle Stabilität eingestuft, und auch Beamte der Europäischen Zentralbank haben entsprechende Bedenken geäußert. Für die Regulierungsbehörden könnte der nächste Schwerpunkt nicht nur auf der Höhe der Bewertungen liegen, sondern auf dem Grad der Übereinstimmung zwischen Finanzierungsdauer, Vermögenslebensdauer und Hebelwirkung.