- Die Immobilienpreise in Australien verzeichneten im Juni den größten monatlichen Rückgang seit dreieinhalb Jahren, was zeigt, dass das hohe Zinsumfeld die Widerstandsfähigkeit des Wohnungsmarktes weiterhin schwächt.
- Forschungsinstitute weisen darauf hin, dass die landesweiten Immobilienpreise um 0,4 % im Vergleich zum Vormonat gesunken sind. Die vorherige Verlangsamung über mehrere Monate deutet darauf hin, dass der Markt möglicherweise im März seinen Höhepunkt erreicht hat und im zweiten Quartal insgesamt rückläufig ist.
- Neben den gestiegenen Kreditkosten drücken auch der Lebenshaltungskostenanstieg, Anpassungen bei der Besteuerung von Anlageimmobilien und eine schwächere Kaufstimmung die Nachfrage und das Transaktionstempo.
Sydney und Melbourne führen den Rückgang der Kernmärkte an
Der Rückgang der Immobilienpreise im Juni wurde hauptsächlich von Sydney und Melbourne angeführt, wo die monatlichen Rückgänge 1,2 % bzw. 1 % betrugen. Als die beiden Märkte mit dem höchsten Gewicht landesweit belastet ihr gleichzeitiger Rückgang direkt die Gesamtdaten und spiegelt wider, dass hochpreisige Städte empfindlicher auf Änderungen der Finanzierungskosten reagieren.
Aufschwung in mittelgroßen Städten deutlich abgekühlt
Die mittelgroßen Hauptstädte, die in den letzten Jahren die landesweiten Immobilienpreise gestützt haben, verlieren ebenfalls an Dynamik. Adelaide ist stabil geblieben, Brisbane verzeichnete nur einen leichten Anstieg und auch in Perth hat sich das Wachstum verlangsamt, was darauf hindeutet, dass der zuvor durch Bevölkerungszuwachs und ein knappes Angebot getriebene starke Markt abkühlt.
Doppelter Druck durch Zinsen und Erschwinglichkeit
Cotality ist der Ansicht, dass selbst vor weiteren Zinserhöhungen die Erschwinglichkeitsprobleme die Nachfrage nach Wohneigentum bereits dämpfen. Hohe Lebenshaltungskosten, pessimistische Stimmung und Steueranpassungen im Haushalt führen dazu, dass potenzielle Käufer eher abwarten, was sich auch in den schwächeren Hypothekenantragsdaten widerspiegelt.
Markt tritt in Phase der Hochkorrektur ein
Nach einem kumulierten Anstieg der australischen Immobilienpreise um über 30 % in den letzten fünf Jahren tritt der Markt nun in eine Phase der Hochkorrektur ein. Obwohl das Wachstum im Jahresvergleich noch positiv ist, deuten die anhaltenden Rückgänge und die Korrektur historischer Daten darauf hin, dass sich der Fokus des Marktes von „Wie schnell kann es noch steigen?“ zu „Wie lange wird die Korrektur dauern?“ verschoben hat.