Der GreensKeeper Value Fund verlor im dritten Quartal 2026 0,9 %; bis zum 30. September lag die Rendite damit bei 1,0 %. Trotz geringer Bewegungen an den großen Aktienmärkten stiegen die Anleiherenditen. Als Gründe nannte der Fonds anhaltende Inflation, höhere staatliche Kreditaufnahme und den wachsenden Finanzierungsbedarf für KI-Rechenzentren. TVA Group, Intercontinental Exchange (ICE) und Visa trugen positiv zur Wertentwicklung bei. Lululemon und Novo Nordisk wurden vollständig verkauft. Die Rendite bezieht sich auf Anteile der Klasse F und berücksichtigt sämtliche Gebühren.
TVA Group legt nach Schuldenabbau um 46,7 % zu
TVA Group (TVA.B) war im Quartal die stärkste Position des Fonds und stieg um 46,7 %. Das Unternehmen erzielte im ersten Halbjahr das beste Ergebnis seit mehr als zehn Jahren. Der Playoff-Lauf der Montréal Canadiens ließ den Umsatz von TVA Sports gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 65 % wachsen. Nach Einschätzung des Fonds deutet der sportbedingte Schub zugleich darauf hin, dass das Rundfunkgeschäft wieder nachhaltig profitabel werden könnte.
Höhere Verbreitungsgebühren für TV-Sender, die Ende vergangenen Jahres mit Bell ausgehandelt wurden, sollen wiederkehrende Einnahmen sichern. Zugleich sanken die Betriebskosten um 17 %, da die Restrukturierung erste Wirkung zeigte. TVA setzte zusätzliche Mittel aus dem jüngsten Geschäft zur Schuldentilgung ein und ist nun schuldenfrei.
Der Fonds sieht zudem Vermögenswerte, die seiner Einschätzung nach im Aktienkurs nicht vollständig berücksichtigt sind. TVA hat begonnen, über Jahre angesammelte Immobilien zu entwickeln; auch der Pensionsüberschuss könnte einen bislang nicht eingepreisten Wert darstellen. Als mögliche Entwicklung nannte der Fonds einen späteren Schritt des Mutterkonzerns Quebecor (QBR.B), die Minderheitsaktionäre herauszukaufen und TVA von der Börse zu nehmen. Eine solche Entscheidung liegt jedoch nicht in seiner Hand. Trotz des kräftigen Kursanstiegs in diesem Jahr hält der Fonds die Aktie für niedrig bewertet.
ICE profitiert von Handelsvolumen und MarketAxess-Plänen
Die ICE-Aktie stieg im dritten Quartal um 23,5 %. Der Fonds hatte zuvor argumentiert, die Befürchtungen einer regulatorischen Verdrängung durch Perpetual Futures seien übertrieben. Die US-amerikanische Commodity Futures Trading Commission (CFTC) erklärte später, Anträge für Perpetual Futures auf traditionelle Rohstoffe würden einzeln geprüft und strenger Aufsicht unterliegen.
ICE lizenzierte der Kryptobörse OKX die Referenzpreise für Brent-Rohöl und West Texas Intermediate (WTI). Damit ist ICE an einem Markt beteiligt, in dem die Nachfrage nach entsprechenden Perpetual Futures wächst, ohne seine etablierten Beziehungen zu institutionellen Kunden aufzugeben.
Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen von ICE stieg im Quartal gegenüber dem Vorjahr um 31 %. Für den Fonds belegen die Zahlen, dass die traditionelle Handelsaktivität von der Debatte um Perpetual Futures bislang nicht beeinträchtigt wurde. Die Dynamik könnte zudem das Gewinnwachstum im weiteren Jahresverlauf stützen.
ICE kündigte außerdem an, MarketAxess Holdings Inc. (MKTX) für 6 Milliarden US-Dollar übernehmen zu wollen. Damit würde das elektronische Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren ausgebaut. Der Fonds verwies auf die Netzwerkeffekte von MarketAxess, die fortschreitende Digitalisierung der Anleihemärkte und die bisherige Rückgabe von Kapital an Aktionäre. Die proprietären Handelsdaten des Unternehmens könnten mit den Preis-, Referenzdaten- und Indexgeschäften von ICE verknüpft werden. In Anleihemärkten, die oft wenig transparent und nur begrenzt liquide sind, können verlässliche Handelsdaten einen kommerziellen Wert haben und wiederkehrende Erlöse unterstützen.
Visa wächst zweistellig und baut Stablecoin-Angebot aus
Visa legte im Quartal um 4,7 % zu und war damit der drittgrößte positive Ergebnisbeitrag des Fonds. Zahlungsvolumen und Umsatz wuchsen weiter zweistellig. Das Unternehmen startete die Visa Stablecoin Platform und trat als Gründungsmitglied der neu geschaffenen Open-USD-Stablecoin-Allianz bei.
Stablecoins können grenzüberschreitende Abrechnungen günstiger und einfacher machen, so die Einschätzung des Fonds. Würden Zahlungen vollständig außerhalb des Visa-Netzwerks abgewickelt, könnte das theoretisch das margenstärkere Geschäft des Konzerns unter Druck setzen. Visa verfolgt jedoch seit Langem eine Strategie der „Netzwerke von Netzwerken“: Neue Zahlungskanäle sollen in das bestehende System eingebunden werden, statt ihnen lediglich Konkurrenz zu machen.
Durch seine Beteiligung an Governance und technischen Interoperabilitätsstandards könnte Visa neuen Zahlungsnetzwerken institutionelles Vertrauen, weltweite Händlerakzeptanz sowie Verfahren zur Streitbeilegung und Betrugsprävention erschließen. Das globale Netzwerk und die Marke, die Visa über mehr als 60 Jahre aufgebaut hat, seien nach Einschätzung des Fonds schwer zu kopieren. Die Anbindung neuer Zahlungstechnologien an die bestehende Infrastruktur soll das Risiko verringern, dass Visa als Vermittler umgangen wird. Die Stablecoin-Plattform ist der jüngste Schritt in diesem Ansatz.
SHVA verliert 13,9 % wegen gestaffelter Preiserhöhungen
Automatic Bank Services Limited (SHVA) war im Quartal die schwächste Position des Fonds und verlor 13,9 %. Das Transaktionsvolumen blieb robust; zugleich behielt das Unternehmen seine zentrale Rolle in der nationalen Zahlungsinfrastruktur Israels.
Nach jahrelangen Investitionen in Netzstabilität und Cybersicherheit kündigte SHVA im Mai Preiserhöhungen an. Die Ausgaben spiegeln die Bedeutung des Unternehmens als kritische nationale Infrastruktur wider, belasteten zuletzt aber auch die operative Marge. Die neuen Preise sollten am 1. Juli in Kraft treten. Nach Widerstand der großen israelischen Kartenanbieter wurde die Umsetzung gestaffelt: Die Hälfte der geplanten Erhöhung gilt seit dem 1. Oktober, der Rest soll am 1. Januar 2027 folgen. Die Verzögerung wurde am Markt negativ aufgenommen.
Der Fonds bezeichnete die Verschiebung als vorübergehende Umsetzungsstörung und verwies darauf, dass SHVAs quasi-monopolartige Stellung Preisänderungen besonders in den Fokus rückt. Die Investitionen seien notwendig und staatlich vorgeschrieben, weshalb der Fonds mit einem geringeren Risiko umfangreicher regulatorischer Eingriffe rechnet. Werden beide Erhöhungsschritte umgesetzt, könnte der operative Hebel zwischen Umsatz und Kosten die Margen wieder verbessern. Im Blick bleibt, wie die noch ausstehende Anpassung umgesetzt wird.
Richemont bleibt trotz Gegenwind im Luxussegment im Depot
Compagnie Financière Richemont (CFRUY) verlor im dritten Quartal 7,8 %. Luxusgüterhersteller standen unter Druck durch geopolitische Konflikte in Osteuropa und im Nahen Osten, hohe Inflation und schwaches Verbrauchervertrauen in wichtigen Märkten, darunter Großchina.
Der Fonds hält Markenjuweliergeschäfte wegen ihrer Preissetzungsmacht und der strukturellen Nachfrage für vergleichsweise gut positioniert. Cartier und Van Cleef & Arpels, beide im Besitz von Richemont, zählen zu den führenden Schmuckmarken weltweit. Ihr Ruf und ihre Handwerkskunst sprechen vermögende Kunden an. Die jüngste Schwäche wertet der Fonds als zyklisch und nicht als Hinweis auf eine grundlegende Verschlechterung des Geschäfts. Er hält deshalb an der Aktie fest.
Fonds verkauft Lululemon, Novo Nordisk und Mobility Global
Nach den Ergebnissen für das zweite Quartal verkaufte der Fonds seine gesamte Position in Lululemon Athletica (LULU). Er hatte zwar mit einem langsameren Umsatzwachstum in Nordamerika gerechnet, doch die unerwartet starke Abschwächung in Großchina änderte seine Einschätzung. Die Marke sei weiterhin stark; wiederkehrende Probleme bei Produktplanung und Umsetzung beobachte der Fonds jedoch weiter.
Die neue CEO Heidi O’Neill steht vor den zeitlichen Zwängen des Einzelhandels-Produktzyklus, der typischerweise rund 18 Monate dauert. Verbesserungen könnten daher erst nach mehreren Quartalen sichtbar werden. Der Fonds verkaufte die kleinste Position und investierte das Kapital anderweitig. Den realisierten Verlust nutzte er, um steuerpflichtige Gewinne auf Fondsebene auszugleichen.
Auch Novo Nordisk (NVO) wurde nach dem jüngsten Kapitalmarkttag des Unternehmens verkauft. Der Fonds war zunächst davon ausgegangen, dass die starke Nachfrage nach GLP-1-Medikamenten Novo Nordisk und Eli Lilly (LLY) vor Margendruck schützen würde. Das Mengenwachstum habe den deutlichen Rückgang der Nettopreise nach Verhandlungen mit der Trump-Regierung jedoch nicht vollständig ausgeglichen.
Bei der Präsentation für Investoren kündigte das Management außerdem an, die klinische Entwicklung auf weitere Behandlungsgebiete auszuweiten. Der Fonds sieht darin ein zusätzliches Risiko bei der Kapitalallokation, wenn große Pharmaunternehmen in angrenzende, noch nicht erprobte Bereiche vordringen. Da die Patente für Semaglutid voraussichtlich 2031 auslaufen, habe sich das Verhältnis von Risiko und Ertrag verschlechtert. Der Fonds setzte das Kapital daher anderweitig ein.
Kurz nach dem Ende der Berichtssaison verkaufte der Fonds auch seine kleine Position in Mobility Global Inc. (MBGL). Die Aktien hatte er im Zuge der Abspaltung des Automobil-Datengeschäfts von S&P Global (SPGI) erhalten. S&P Global bleibt für den Fonds eine Kernposition; die Trennung von der nicht zum Kerngeschäft gehörenden Autosparte unterstützt nach seiner Einschätzung den Fokus auf die margenstärkeren Rating- und Indexgeschäfte. Mobility Global besitzt unter anderem CARFAX. Die kleine Position wurde zum damaligen Kurs verkauft.
Top-10-Positionen und Sorgen um die Staatsverschuldung
Zum 30. September 2026 zählten Alphabet, American Express, Automatic Bank Services, Berkshire Hathaway, Compagnie Financière Richemont, Elevance Health, ICON, Intercontinental Exchange, S&P Global und Visa zu den zehn größten Positionen des Fonds. Die Zusammensetzung kann sich ändern; die Liste ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Im Anlegerbrief befasste sich der Fonds außerdem mit staatlichen Defiziten, Protesten in Frankreich, den Handelskonflikten zwischen Kanada und den USA sowie spekulativer Aktivität an den Aktienmärkten. Der Fondsmanager erinnerte daran, dass Kanadas Schuldenlast in den 1990er-Jahren zu Herabstufungen der Kreditwürdigkeit führte. Damals floss mehr als ein Drittel der Bundeseinnahmen in Zinszahlungen. Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen mündeten in ein Jahrzehnt mit Haushaltsüberschüssen auf Bundesebene. Nach Einschätzung des Fonds schwächten die Notfallausgaben während der Pandemie und die anschließenden strukturellen Defizite die Haushaltsdisziplin schrittweise.
Der Fonds verglich die damalige Lage Kanadas mit der heutigen Finanzlage der USA. Die US-Bundesschulden liegen über 100 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP), das Haushaltsdefizit beträgt rund 6 % des BIP. Die Kreditaufnahme sei in einer Phase wirtschaftlichen Wachstums und niedriger Arbeitslosigkeit gestiegen – nicht während einer Kriegswirtschaft oder einer schweren Rezession. Die wichtigsten Treuhandfonds der US-Social-Security sollen voraussichtlich Anfang der 2030er-Jahre erschöpft sein.
Die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen sind rasch gestiegen. Der Fonds wertet das als frühes Zeichen zunehmenden fiskalischen Drucks und erwartet größere Haushaltsanpassungen erst dann, wenn der Druck an den Märkten zunimmt.
Auch Frankreich kämpft mit steigenden Anleiherenditen, politischer Blockade und einem wachsenden Haushaltsdefizit. Renten- und Haushaltsreformen kommen nur schwer voran, während Proteste gegen die Lebenshaltungskosten die Unzufriedenheit in der Bevölkerung widerspiegeln. Nach Einschätzung des Fonds scheinen weder Wähler noch politische Entscheidungsträger bereit, über die zur Wiederherstellung des Haushaltsgleichgewichts nötigen Sparmaßnahmen zu sprechen.