- Die Rendite der 10-jährigen japanischen Staatsanleihen stieg auf 2,650 %, da der Verkaufsdruck auf dem Devisenmarkt auf den Anleihenmarkt übergriff und die Bewertung von festverzinslichen Vermögenswerten unter Druck setzte.
- Der Wechselkurs des US-Dollars zum Yen fiel auf die Marke von 162 und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 1986, was die Besorgnis über eine unerwartet hohe importierte Inflation verstärkte.
- Das japanische Finanzministerium versteigerte heute etwa 2,8 Billionen Yen an zweijährigen Staatsanleihen, während das neu ernannte Mitglied des japanischen Zentralbankrats vom Markt als eher locker eingestuft wird.
Abwertung des Wechselkurses löst Verkaufsdruck auf Staatsanleihen aus
Beeinflusst durch den leichten Anstieg der US-Anleiherenditen über Nacht und den anhaltenden Rückgang des Yen auf dem Devisenmarkt, zeigte der japanische Anleihenmarkt am Dienstag einen deutlichen Kapitalabfluss. Der Wechselkurs des US-Dollars zum Yen fiel unter die Marke von 162, was den niedrigsten Stand seit 1986 markierte. Diese starke Bewegung auf dem Devisenmarkt führte schnell zu Besorgnis unter festverzinslichen Investoren über einen unerwartet starken Anstieg des inländischen Inflationsniveaus in Japan. Der leitende Ökonom der Sony Financial Group, Hiroshi Watanabe, wies in seinem Marktbericht darauf hin, dass mit dem Yen, der sich einem 40-Jahres-Tief nähert, die Marktliquidität große Bedenken hinsichtlich einer möglichen oder unfreiwilligen Verzögerung der Normalisierung der Geldpolitik durch die japanische Zentralbank äußerte. Diese politische Unsicherheit trug direkt zur Verkaufsstimmung auf dem Anleihenmarkt bei.
Renditekurve steigt marginal über die gesamte Linie
Unter dem starken Verkaufsdruck stieg die Renditekurve der japanischen Staatsanleihen strukturell an. Die Rendite der 10-jährigen japanischen Staatsanleihen stieg im frühen Handel um 2 Basispunkte und erreichte 2,650 %. Auch die mittelfristigen und langfristigen Vermögenswerte blieben nicht verschont, die Rendite der 20-jährigen japanischen Staatsanleihen stieg synchron um 3 Basispunkte und erreichte schließlich 3,580 %. Im Vergleich dazu zeigten die kurzfristigen Anleihen eine relative Widerstandsfähigkeit, die Rendite der zweijährigen japanischen Staatsanleihen blieb bei 1,395 % stabil, während die Rendite der fünfjährigen Anleihen leicht um 1 Basispunkt auf 1,880 % stieg. Diese führende Rolle der langfristigen Anleihen unterstreicht die Marktbewertung der Risiken einer anhaltenden Inflationsbeständigkeit und hoher upstream Energiekosten.
Marginale Auswirkungen von Fiskalangeboten und personellen Veränderungen in der Zentralbank
Neben den externen Wechselkursschocks wurde am selben Tag auch der Druck auf der Angebotsseite des Anleihenmarktes freigesetzt. Das japanische Finanzministerium plant, später am Tag etwa 2,8 Billionen Yen an zweijährigen Staatsanleihen zu versteigern. Vor dem Hintergrund einer allgemein vorsichtigen Marktstimmung und anhaltendem Preisdruck auf upstream Ebene stellt dieses große fiskalische Angebot eine gewisse Herausforderung für die Liquiditätsresistenz der kurzfristigen Staatsanleihen dar. Gleichzeitig fügt die jüngste personelle Ernennung auf politischer Ebene der zukünftigen politischen Ausrichtung komplexe Variablen hinzu. Die Regierung von Sanae Takaichi ernannte am Dienstag offiziell Ayano Sato zum Mitglied des japanischen Zentralbankrats. Da Sato in der Vergangenheit als Befürworter einer lockeren Geldpolitik angesehen wurde, milderte diese Ernennung in gewissem Maße die Markterwartungen einer aggressiven Zinserhöhung bei der Juli-Sitzung der Zentralbank, vertiefte jedoch gleichzeitig die langfristigen Bedenken der Investoren hinsichtlich der Kaufkraft des Yen.