- Die australische Wettbewerbs- und Verbraucherkommission hat eine eingehende Prüfung der geplanten Fusion der Energieunternehmen Subsea7 und Saipem eingeleitet, da Bedenken bestehen, dass die Transaktion den Wettbewerb auf dem Markt für Offshore-Öl- und Gasprojekte im Inland schwächen könnte.
- Die Fusion stieß auf starken Widerstand von globalen Energieriesen wie ExxonMobil, Petrobras und TotalEnergies, die befürchten, dass die Fusion zu steigenden Kosten, Projektverzögerungen und exklusiven Langzeitverträgen führen könnte.
- Die brasilianische Kartellbehörde hatte die Transaktion bereits vor über einer Woche bedingungslos genehmigt, während das Eingreifen der australischen Regulierungsbehörde geopolitische Compliance-Variablen zu dieser Fusion im Bereich Offshore-Engineering und Installationsdienste hinzufügt.
Australische ACCC startet zweite Phase der Kartellprüfung
Die australische Wettbewerbs- und Verbraucherkommission erklärte, dass die geplante Fusion von Subsea7 und Saipem offiziell in die zweite Prüfungsphase eintreten wird. Die Regulierungsbehörde befürchtet, dass die Übernahme den Wettbewerb in bestimmten Schlüsselbereichen der Unterwasserinfrastrukturversorgung schwächen könnte, die für die Verbindung von Unterwasserölquellen, Produktionssystemen und Oberflächenanlagen verantwortlich sind. ACCC-Kommissar Williams betonte, dass diese Dienstleistungen für die australische Offshore-Öl- und Gasindustrie von entscheidender Bedeutung sind, und während der Prüfung wird man weitere detaillierte Informationen über die Auswirkungen auf den Wettbewerb einholen.
Globale Öl- und Gasriesen äußern starken Widerstand gegen die Fusion
Diese Fusion zwischen Anbietern von Offshore-Engineering- und Installationsdiensten stieß bereits in der frühen Phase auf kollektiven Widerstand der großen Ölgesellschaften, die in Brasilien tätig sind. ExxonMobil, Petrobras und TotalEnergies äußerten Bedenken hinsichtlich der absoluten Marktmacht, die das fusionierte Unternehmen möglicherweise besitzen könnte. Diese Öl- und Gasriesen wiesen darauf hin, dass eine starke Monopolstellung Kunden zwingen könnte, exklusive Langzeitverträge zu unterzeichnen, was zu zusätzlichen Kosten für Projekte und zu Verzögerungen bei der Entwicklung führen könnte.
Regionale Regulierungsunterschiede erhöhen globale Compliance-Unsicherheit
Eine Woche bevor die australische Regulierungsbehörde beschloss, die Prüfung zu verlängern, hatte die brasilianische Kartellbehörde die Fusion genehmigt, ohne jegliche restriktive Bedingungen. Nachdem die beiden multinationalen Engineering-Giganten den südamerikanischen Markt problemlos passiert hatten, stießen sie im wichtigen Öl- und Gasproduktionsgebiet im asiatisch-pazifischen Raum auf Compliance-Widerstand. Diese Unterschiede in den Prüfungsergebnissen zwischen verschiedenen Gerichtsbarkeiten unterstreichen die komplexe kartellrechtliche Regulierungsumgebung, der große grenzüberschreitende Energieübernahmen ausgesetzt sind. Die beiden Unternehmen haben bisher nicht auf Anfragen zur Stellungnahme reagiert.
Lieferkette für Unterwasser-Öl- und Gasprojekte steht vor einer Neuausrichtung
Subsea7 und Saipem, als weltweit führende Offshore-Engineering-Auftragnehmer, beabsichtigen mit ihrer Fusion, die Bau- und Installationskapazitäten für Unterwasserinfrastrukturen zu integrieren. Doch mit der Intervention der australischen Regierung in die eingehende Untersuchung wird das Risiko einer Konzentration im oberen Bereich der Offshore-Öl- und Gasindustrie erneut von den Märkten aufmerksam beobachtet. Sollte die Fusion letztendlich aufgrund von Widerstand durch mehrere Regulierungsbehörden oder Druck von Großkunden scheitern, müssten die Lieferkettenstruktur globaler Offshore-Energieprojekte und das zukünftige Generalunternehmer-Preissystem neu angepasst werden.