- Die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft in den USA stieg im Juni um lediglich 57.000 und blieb damit deutlich hinter den Erwartungen zurück, was die Erwartungen an eine Zinspause der Fed verstärkte und den Dow Jones Industrial Average am Donnerstag um 1,14 % auf ein neues Allzeithoch steigen ließ.
- Tesla lieferte im zweiten Quartal 480.100 Fahrzeuge aus und übertraf damit die Wall-Street-Erwartungen von 406.600 Fahrzeugen deutlich. Dennoch fiel der Aktienkurs aufgrund von Bedenken über zunehmenden Wettbewerb, Einschränkungen der Ladeinfrastruktur in den USA und politische Äußerungen um 7,49 %.
- Die zuvor stark gestiegenen Halbleiter- und Speicheraktien erlebten umfangreiche Gewinnmitnahmen, was zu einem Einbruch der SanDisk-Aktien um 14 % am Nachmittag führte und den Nasdaq Composite Index um 0,8 % sinken ließ. Dies zeigt, dass sich das Kapital von Hardware- zu Softwareunternehmen verlagert.
Abkühlung des Arbeitsmarktes dämpft Zinserhöhungserwartungen
Die schwachen US-Arbeitsmarktdaten für Juni mit nur 57.000 neuen Stellen lagen weit unter den allgemein erwarteten 115.000 und zeigen eine deutliche Verlangsamung des Wachstums auf dem Arbeitsmarkt. Obwohl die Arbeitslosenquote unerwartet auf 4,2 % sank, drückten die schwachen Beschäftigungszahlen die Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen. Marktanalysten glauben, dass dies der von Vorsitzendem Walsh geführten Fed angesichts nachlassender Inflationsdrucke durch geopolitische Entspannung ein vernünftiges Zeitfenster bietet, die Zinsen bei der nächsten Sitzung unverändert zu lassen.
Starke Tesla-Auslieferungen stützen den Aktienkurs nicht
Tesla lieferte im zweiten Quartal 480.126 Fahrzeuge aus, was einem Anstieg von 25 % im Jahresvergleich entspricht und die Erwartungen der Wall-Street-Analysten deutlich übertraf. Dennoch konnte diese starke Verkaufsleistung den Aktienkurs nicht stützen, der an diesem Tag um über 7 % fiel und damit die schlechteste Tagesperformance seit einem Jahr verzeichnete. Investoren sind besorgt über das Fehlen spezifischer Verkaufsdetails nach Regionen und die politischen Äußerungen von Musk sowie den intensiven Wettbewerb europäischer und chinesischer Hersteller im Bereich preisgünstiger Elektrofahrzeuge, die potenzielle Käufer abziehen.
Rückzug im Hardware-Sektor belastet Nasdaq
Der Halbleiter- und Speicherchipsektor erlebte den zweiten Tag in Folge eine starke Korrektur, wobei der VanEck Semiconductor ETF um 4,5 % einbrach und damit den Nasdaq und den S&P 500 belastete. SanDisk, das in der ersten Hälfte des Jahres 2026 um fast das 8,6-fache gestiegen war, erlebte am Donnerstag einen massiven Ausverkauf und fiel zeitweise um 14 %. Branchenanalysten betonen, dass dieser Rückgang nicht auf eine Verschlechterung der Fundamentaldaten zurückzuführen ist, da Institutionen wie die Bank of America kürzlich ihre Umsatzprognosen angehoben haben. Der Rückgang spiegelt vielmehr eine technische Korrektur wider, bei der Gewinne im stark gestiegenen AI-Hardware-Sektor gesichert werden.
Neubewertung von AI-Trades und Sektorrotation
Obwohl die drei großen US-Indizes in der verkürzten Handelswoche insgesamt zulegten, zeigt die strukturelle Divergenz innerhalb der Sektoren die jüngsten Überlegungen der Wall Street zu AI-Trades. Investoren beginnen, die Sensibilität der Technologiefirmen gegenüber Rechenleistungskosten zu prüfen, und hoch bewertete AI-Hardware- und Speicherhardware-Sektoren stehen vor einer phasenweisen Neubewertung. Kapital zieht sich allmählich aus den zuvor stark gestiegenen Bereichen der Chipfertigung und -ausrüstung zurück und sucht nach Möglichkeiten im AI-Softwarebereich und in nachgelagerten Ketten mit Kapitalausgabefähigkeit. Der Marktstil wandelt sich hin zu defensiven und ausgewogenen Ansätzen.