- Der Yen fiel gegenüber dem US-Dollar zeitweise auf 162,83 und erreichte damit ein 40-Jahres-Tief. Obwohl Japan zuvor bereits mit einem Rekordvolumen an Mitteln interveniert hatte, ist der Markt allgemein der Meinung, dass einseitige Maßnahmen allein den aktuellen Abwärtstrend des Wechselkurses kaum umkehren können.
- Mehrere Strategen betonen, dass der anhaltende Schwäche des Yen nicht davon abhängt, ob Japan eine harte Haltung einnimmt, sondern von dem nach wie vor erheblichen Zinsunterschied zwischen den USA und Japan. Solange die Renditen von US-Anlagen deutlich über den Finanzierungskosten des Yen liegen, wird das Carry-Trade-Geschäft den Yen weiterhin unter Druck setzen.
- Deshalb konzentriert sich der Markt heute nicht nur darauf, ob Japan erneut eingreift, sondern auch auf den zukünftigen Kurs der US-Notenbankpolitik und die Möglichkeit einer höheren Koordination zwischen den USA und Japan.
Yen nähert sich erneut dem politisch sensiblen Bereich
Der Bereich um 162 bis 163 wird allgemein als Beobachtungszone angesehen, in der eine erneute Intervention der Behörden möglich ist. Ein ständiges Annähern oder gar Überschreiten dieses Bereichs wird den Markt zwingen, die Toleranzgrenze der japanischen Regierung für eine Yen-Abwertung neu zu bewerten.
Zinsunterschied bleibt die Wurzel des Wechselkursdrucks
Obwohl Japan schrittweise aus der ultralockeren Geldpolitik aussteigt, liegt der Leitzins immer noch weit unter dem der USA. Für globale Investoren hat sich die Logik, niedrig verzinste Yen zu leihen und in hochverzinsliche US-Anlagen zu investieren, nicht geändert, was der Hauptgrund für den Druck auf den Yen ist.
Einseitige Intervention verzögert eher als dass sie umkehrt
Analysten sind allgemein der Meinung, dass Interventionen übermäßige Spekulationen eindämmen und die Geschwindigkeit des Wechselkursrückgangs verlangsamen können, aber es ist schwierig, die Richtung zu ändern. Solange der Dollar insgesamt stark bleibt, sind die durch Japans Alleingänge ausgelösten Erholungen oft nicht von Dauer.
Koordinationsspielraum bestimmt die zukünftige Schlagkraft
Sollte es in Zukunft zu einer Koordination mit den USA oder anderen großen Zentralbanken kommen, wird die Marktpreisbildung für eine Yen-Erholung deutlich anders ausfallen. Aus diesem Grund richtet sich der Fokus des Devisenmarktes derzeit nicht nur auf die Haltung Tokios, sondern auch auf die politischen Signale aus Washington.