- Die Rendite der 10-jährigen japanischen Staatsanleihen stieg am Donnerstag auf 2,745 % und erreichte damit den höchsten Stand seit dem 22. Mai. Der Markt sieht das Ergebnis der jüngsten Auktion als direktes Signal für eine schwächere Nachfrage, was die langfristigen Zinsen weiter steigen lässt.
- Der Tail Spread der Auktion der 10-jährigen Staatsanleihen hat sich von 0,05 Punkten auf 0,2 Punkte ausgeweitet, was eine deutlich schlechtere Verteilung der Gebotspreise widerspiegelt. Die Bereitschaft der Investoren, japanische Anleihen zu den aktuellen Preisen zu übernehmen, nimmt ab.
- Tiefere Sorgen kommen von der Finanzseite. Händler beginnen zu bezweifeln, ob eine kontinuierliche Ausweitung der Staatsausgaben tatsächlich zu einem ausreichend starken Wirtschaftswachstum führen kann. Diese Zweifel erhöhen die Laufzeitprämie.
Ausweitung des Tail Spreads offenbart schwache Nachfrage
Die sogenannte Ausweitung des Tail Spreads bedeutet, dass der Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Zuschlagspreis und dem niedrigsten Zuschlagspreis größer wird. Dies wird normalerweise als Zeichen für eine zerstreute Nachfrage und mangelndes Vertrauen interpretiert. Für den ohnehin empfindlichen japanischen Staatsanleihenmarkt führen solche Signale oft schnell zu steigenden Renditen.
Langfristige Renditen steigen synchron an
Neben den 10-jährigen stiegen auch die Renditen der 30-jährigen Staatsanleihen auf 4 % und die der 5-jährigen auf 1,925 %. Dies zeigt, dass der Markt nicht nur auf eine einzelne Laufzeit reagiert, sondern den gesamten Druck der zukünftigen japanischen Staatsanleihenversorgung und der fiskalischen Expansion neu bewertet.
Erwartungen an Staatsausgaben werden zum zentralen Faktor
Analysten befürchten, dass groß angelegte Ausgabenpläne, wenn sie nicht in höheres potenzielles Wachstum umgewandelt werden können, nur die Belastung durch das Anleiheangebot erhöhen. Für Investoren gilt: Je höher die Unsicherheit über das tatsächliche Wachstum, desto höher die geforderte Rendite für das Halten von Anleihen.
Künftige Auktionen werden die Stimmung weiter testen
Nächste Woche wird die Auktion der 30-jährigen Staatsanleihen fortgesetzt, und der Markt wird beobachten, ob langfristige Investoren bereit sind, bei höheren Zinssätzen wieder einzusteigen. Sollte die Nachfrage weiterhin schwach bleiben, könnte der kurzfristige Aufwärtsdruck auf die japanischen langfristigen Renditen anhalten.